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Am Mittwoch flog das DFB-Team von Frankfurt/Main aus in die USA. Bundestrainer Joachim Löw sieht die durchaus umstrittene Reise als Chance für seine zweite Garde.

Frankfurt/Miami. Regen in Deutschland, Regen in Miami: Obwohl das Wetter in Florida derzeit untypisch ist, trat Bundestrainer Joachim Löw die umstrittene USA-Reise der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit seinem 19-köpfigen Rumpfkader am Mittwoch ganz entspannt an. 

"Wir fahren nicht in die USA, um Urlaub zu machen"

"Das Wetter in Miami ist sicher nicht so, wie man sich das vorstellt. Ich glaube aber, dass wir trotzdem gute Bedingungen vorfinden. Wir müssen halt flexibel sein", sagte Löw angesichts der schlechten Prognosen für "The Magic City".

Der Bundestrainer, Teammanager Oliver Bierhoff und die Spieler machten es sich am Mittwochmorgen zunächst mal in der Business Class bequem. Rund zehn Stunden dauerte der Lufthansa-Flug LH 462 von Frankfurt/Main nach Florida - doch Urlaubsgefühle sollten am Ende einer strapaziösen Saison erst gar nicht aufkommen.

"Wir fahren nicht in die USA, um Urlaub zu machen. Wir fahren dahin, um zwei Länderspiele zu gewinnen", verdeutlichte André Schürrle (22) am Gate Z 69, kurz bevor er die Boing 747 bestieg. "In Miami und Washington gegen Ecuador und die USA sind das geile Spiele, Erlebnisse, die man nicht vergisst", ergänzte Lukas Podolski, mit 108 Länderspielen erfahrenster Akteur im deutschen Aufgebot.

Keine Lust- oder Spaßreise

Auch wenn der Trip mit den Länderspielen am 29. Mai in Boca Raton gegen Ecuador und am 2. Juni in Washington gegen die USA derzeit noch komplett vom deutschen Traumfinale in der Champions League überlagert wird und gleich 15 Stars fehlen, hatte DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock im Vorfeld ebenfalls schon mit Nachdruck darauf hingewiesen, "dass dies keine Lust- oder Spaßreise ist. Sie ist extrem wichtig zur Vorbereitung auf die WM."

Löw sieht den Ausflug nach Übersee deshalb in erster Linie als Testlauf und "als große Chance" für die Spieler aus der zweiten Reihe. "Sie können sich in den Vordergrund spielen. Auf dem Weg nach Brasilien kann einiges passieren", betonte der 53-Jährige und fügte an: "Ich mache den Sinn dieser Reise nicht von den Ergebnissen abhängig. Wenn nur ein Spieler den nächsten Schritt macht, hat sich der Trip gelohnt." Das sieht auch Bierhoff so: "Wenn uns die Reise nur ein kleines Stückchen weiterbringt, wäre uns mit Blick auf die WM in Brasilien schon viel geholfen."

WM-Hoffnung lebt

Löw machte den vier Neulingen und den Rückkehrern in seinem Aufgebot durchaus Hoffnung auf einen Platz bei der WM. Es seien "einige Positionen natürlich vergeben. Aber wie bei einem Hollywoodfilm müssen auch die Nebenrollen topbesetzt sein." Er habe die Aufgabe, "in die Zukunft zu blicken und Dinge auszutesten". Dass viele Stammkräfte fehlen, sei halb so wild. Dadurch könnten Spieler wie Julian Draxler oder Schürrle in die "erste Reihe" rücken.

Löw nahm aber auch die etablierten wie Podolski und Per Mertesacker (88 Länderspiele) und auch Torwart René Adler in die Pflicht. Sie müssten in Abwesenheit von Spielern wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Manuel Neuer, Mats Hummels, Sami Khedira oder Mesut Özil "Führungsansprüche erfüllen".

"Das ist ein Traum"

19 Spieler traten nach der Absage des Hoffenheimers Andreas Beck den Flug nach Miami an. Die Dortmunder Sven Bender und Kevin Großkreutz sowie Routinier Miroslav Klose, der mit Lazio Rom noch am Sonntag das italienische Pokalfinale bestreitet, kommen erst zum zweiten Spiel nach.

Löw ist auf jeden Fall überzeugt, "dass alle topmotiviert sind. Alle haben sich wahnsinnig gefreut." Besonders gilt dies für die Neulinge Philipp Wollscheid, Sidney Sam (beide Leverkusen), Max Kruse (Freiburg) und Nicolai Müller (Mainz). "Das ist ein Traum", sagte Stürmer Kruse exemplarisch. Sam sprach von "etwas ganz Großem, etwas ganz Besonderem".

CL-Finale im Nobehotel

Ein "bisschen schade" findet es Löw allerdings, am Samstag nicht beim Mega-Duell zwischen Bayern München und Borussia Dortmund in Wembley dabei sein zu können. Aus 7200 Kilometer Entfernung wird der 53-Jährige das Endspiel verfolgen. Ein Kurz-Trip nach London wurde schnell verworfen. Es sei logisch, "dass ich bei meinen Jungs bleibe".

Der DFB-Tross wird sich das Spiel im noblen St.-Regis-Hotel Bal Harbour in Miami Beach anschauen. Dort steigt die Nationalelf bis zum kommenden Dienstag ab, ehe es weiter nach Boca Raton geht. Das tägliche Training bis dahin findet auf der Anlage der Barry-University in Miami Beach statt. Für Donnerstagvormittag war die erste Einheit geplant.

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