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Ex-Schiedsrichter Babak Rafati hat in seinem Buch nach seinem Selbstmordversuch Kritik am Schiedsrichter-System in Deutschland geübt. Er wolle „ein Ratgeber sein“.

Berlin. Ex-Schiedsrichter Babak Rafati veröffentlicht am 26. März das Buch „Ich pfeife auf den Tod!“, in dem er auf seinen Selbstmordversuch im November 2011 zurückblickt und scharfe Kritik am DFB und seinem ehemaligen Chef Herbert Fandel übt. Weiter verteidigte er sein Buch: Es sei nötig, die Missstände zu benennen. Auf den Platz zurückkehren will der 42-Jährige nicht mehr.

„Ich möchte ein Ratgeber sein“

Rafati macht Fandel, seit 2010 Vorsitzender der DFB-Schiedsrichter-Kommission, schwere Vorwürfe („Mir wurde übel mitgespielt“). Als Abrechnung sei das Buch aber dennoch nicht gedacht. Im Interview mit der Bild am Sonntag sagte er: „Mein Ansatz ist, dass ich Missstände und Fehlbarkeiten im menschlichen Bereich aufzeigen möchte.“ Nach dem tragischen Selbstmord von Robert Enke im Jahr 2009 habe man beim DFB Tabuthemen stets aufbrechen wollen. „Das mache ich“, erklärte Rafati.

Dabei wolle er auch offen mit den eigenen Fehlern umgehen. „Ich sage, was ich falsch gemacht habe und was im System Schiedsrichter falsch läuft. Ich möchte ein Ratgeber sein.“ Trotz der Kritik an Fandel behauptet Rafati: „Wer das als Abrechnung auslegt, begreift nicht, worum es geht.“

Fandel hatte sich gegen die Vorwürfe von Rafati gewehrt: Die Anschuldigungen „entbehren jeglicher Grundlage“, sagte der 49-Jährige. Mehrere aktive Schiedsrichter hatten ihn zudem in den Medien verteidigt.

Rückkehr ja - aber nicht als Schiri

Rafati sei laut eigener Aussage auf dem Weg der Besserung, auch wenn er noch Zeit brauche: "Ich bin noch nicht gesund." Mittlerweile schaue er sich sogar wieder Fußballspiele im Fernsehen an.

Auf die Frage nach einer Rückkehr gab er aber eine eindeutige Antwort: „Nein, auf keinen Fall. In der Therapie war es eine große Stütze für mich, nicht mehr dahin zurückzumüssen, wo ich so verletzt wurde. Das würde ich mir und meiner Familie nicht mehr antun.“

Dem Fußball will er nach vollständiger Genesung aber dennoch erhalten bleiben. Er könne sich vorstellen, sein "Fachwissen als Experte einzubringen". Ein Angebot vom DFB gebe es bisher nicht. Rafati betonte jedoch: „Ich bin offen für alles.“

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