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Fußball höherer Klasse ist Allerwelt bekannt – genau wie die mitwirkenden Profis. Das Berliner Magazin lässt den Fan einen Blick auf die niedrigeren Spielklassen werfen.

Berlin. Lionel Messi, Cristiano Ronaldo, Wayne Rooney, oder Mannschaften wie der FC Barcelona, Real Madrid, und Manchester United haben bezüglich des Bekanntheitsgrades keinerlei Probleme – die Presse lobt derartige Spieler und Vereine mehr oder weniger täglich. Doch das Berliner No Dice Magazine betrachtet den Mannschaftssport aus einer anderen und doch sehr interessanten Perspektive und konzentriert sich stattdessen auf die Spaßkicker aus der deutschen Hauptstadt. Goal.com führte mit den Verantwortlichen ein exklusives Gespräch. (Fotos: No Dice Magazine/Ian Stenhouse)

„Wir teilen eine Leidenschaft“

„Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel“, heißt es im Magazin. Das erste Zusammentreffen von Sebastian Schmelzer, Ian Stenhouse, Stephen Glennon und Jacob Sweetman kommt einer gemeinsamen Bestimmung gleich. Bei einer Heimpartie des Zweitligisten 1. FC Union Berlin entschieden sich die fußballbegeisterten Fans die Geschehnisse des Sports niederzuschreiben. „Wir haben uns durch Zufall getroffen“, so Schmelzer. „Im täglichen Leben verrichten wir alle eine andere Arbeit. Es ist eine reine Spaßgeschichte, die wir in der Freizeit machen. Wir teilen eine Leidenschaft. Die erste Ausgabe finanzierte die zweite. Wir hätten nie gedacht, dass wir so viele Anhänger haben werden“, fügte Glennon hinzu. „Wir schreiben auf Englisch, weil es uns einfach leichter fällt.“

Inhalt der Zeitschriften, die man in ausgewählten Läden und im Internet findet, ist der Berliner Amateurfußball. „Bei Vereinen wie dem SV Empor, oder Tennis Borussia sieht man noch den echten Fußball. Die Jungs spielen, um Spaß zu haben. Die Fans stehen am Spielrand, rauchen und trinken“, äußerten sich Glennon und Sweetman. „Der Reiz besteht darin, dass wir das auch machen könnten. So etwas kann ich mir im Old Trafford nicht vorstellen. Die Spieler sind keine Superstars, sondern gewohnte Menschen.“

Trotz alledem herrscht im Kreise des Magazins keine Abneigung gegenüber den erst- und zweitklassigen Sportlern. „Wir sind auch sehr oft bei Union und Hertha. Wir haben nichts gegen den Profifußball. In London findest du etliche Profiklubs, was auch einen bestimmen Reiz hat. Wäre Berlin so wie London, wäre das natürlich auch sehr toll“, fügte Stephen Glennon begeistert hinzu. Bestimmte Ziele haben sich die Freunde nicht gesetzt und konkurrieren auch nicht mit der Presse: „Nein, wir haben keine Konkurrenz. Wir sind sehr wählerisch und haben dementsprechend keine bestimmten Rubriken. Wir schreiben einfach drauf los und haben Spaß.“

Das Stadtbild als Teil des Fußballs

Im Gegensatz zu bekannten Fotografien von gigantischen Stadien und den sich darin befindenden Fans hat No-Dice-Fotograf Ian Stenhouse, der im Jahr 2011 über 100 Spiele besucht hat, sein Augenmerk auf kleinere Spielstätten und deren Umgebung gerichtet. Der Schotte konzentriert sich nur bedingt auf das Spielgeschehen und fotografiert dieses meistens aus besonderen Blickwinkeln, die das urbane Leben der Hauptstadt mit einfließen lassen. „Ich mag die ruhigen Momente in diesem Sport. Außerdem fasziniert mich das Bild Berlins und wie es sich in das Spiel eingliedert“, so Stenhouse.

Berlin – die Stadt der Einwanderer

„Uns interessieren besonders die Migranten-Vereine wie der BSV Hürtürkel. Berlin hat und wird sehr wahrscheinlich auch in der Zukunft eine hohe Zahl von Einwanderern haben. Es ist schön zu sehen, dass es vielerlei Kulturen und Menschen gibt, die sich für Fußball interessieren – die kommen ja alle aus verschiedenen Ländern, haben aber das gleiche Interesse. Das ist beinahe unglaublich“, sagte Glennon. Das No Dice Magazine kann momentan fünf Exemplare rund um den Amateurfußball vorweisen und wird mit der stetig ansteigenden Anhängerschaft wohl noch einige Fußballfans aus Berlin und dem Umfeld für sich begeistern können, die den Mannschaftssport auch mal aus einem anderen, und vielleicht sogar leidenschaftlicheren Blickwinkel sehen möchten.

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