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Mit den Protestaktionen in den Stadien haben die Fußballfans deutschlandweit die Kritik am Sicherheitskonzept des Verbandes deutlich gemacht. Jetzt spricht der Präsident.

Frankfurt/Main. Am 12.Dezember entscheidet die Deutsche Fußball Liga (DFL) über das neue Sicherheitskonzept im deutschen Fußball. In der Bild am Sonntag stand DFB-Boss Wolfgang Niersbach Rede und Antwort und erläuterte das ausgearbeitete Konzept. Für ihn sind aber auch nach dem Gipfel noch nicht alle Probleme gelöst.

Es brauche nun „ klare und stabile Leitplanken, die in allen Stadien halten. Und an denen sich die Klubs vor Ort im Dialog mit ihren Fans orientieren “, so der 62-Jährige. Seiner Meinung nach würde eine Aufschiebung der Entscheidung nichts bringen. „Unsere gemeinsame Position ist völlig klar.“ Der Glaube, alle Probleme wären nach dem Sicherheits-Gipfel gelöst, sei allerdings vermessen.

Man habe sich auf den Erhalt von Stehplätzen ausgesprochen. Der DFB sei auch bereit höhere Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. „Eines muss aber klar sein: Ein Stadion ist kein rechtsfreier Raum. Unsere Maßnahmen sind im Sinne der großen Masse der Fans, für 99,95 Prozent der Zuschauer“, stellte er klar. Ziel sei es nicht, Emotionen zu unterbinden, sondern klarzumachen, dass es Regeln gibt, die einzuhalten sind.

„Beim Oktoberfest passiert im Verhältnis mehr...“

Zum Thema Pyrotechnik hat Niersbach eine klare Meinung: „...es ist verboten und Ende. Es gibt Punkte, die sind nicht diskutabel.“ Der Besuch des Stadions mit der Familie ist für den DFB-Präsident weiterhin kein Problem: „Es kann natürlich sein, dass komische Gefühle aufkommen, wenn man in bestimmte Gruppen gerät. Aber ich stehe zu der Aussage, dass wir die Lage nicht bagatellisieren, aber auch nicht dramatisieren dürfen. Beim Oktoberfest passiert im Verhältnis mehr als in einer ganzen Bundesliga-Saison.“

Auch in der Zukunft sollen die Vereine überdies nicht an den Kosten für Polizeieinsätze beteiligt werden.

Abschließend äußerte sich der Sportfunktionär zu den Ambitionen der deutschen Klubs in den europäischen Pokalwettbewerben: „Ja, wir werden bald auch wieder einen Titel holen. Die Qualität der jungen Leute, die nachrücken, ist unglaublich hoch“. Im gleichen Atemzug lobte er auch die deutsche Jugendarbeit: „Früher sind wir ins Ausland gefahren, um zu schauen, wie dort Talente gefördert werden. Heute kommen uns die anderen Verbände an der Grenze entgegen. In der Nachwuchsförderung und den Leistungszentren der Vereine wird Tolles geleistet.“

Zu dem eventuellen deutschen Austragungsort der EM 2020 wollte sich Niersbach nicht konkret äußern: „Die UEFA wird klare Vorgaben machen, aber sie überlässt die Wahl der Kandidaten dem jeweiligen Verband. Wir werden ab März 2013 eine Ausschreibung machen und am Ende eine Stadt benennen.“ Niersbach nannte neben Berlin und München auch Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, Dortmund, Gelsenkirchen, Düsseldorf und Köln als mögliche Kandidaten.

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