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Die Internetplattform bietet Infos über Rechtsextremismus im Fußball. Gerald Asamoah, Jan Delay und Bela B. unterstützen das Portal.

Berlin. Die Amadeu Antonio Stiftung hat jetzt ihr neues Webportal Fussball-gegen-Nazis.de gestartet. Die Plattform richtet sich an alle Interessierten aus Vereinen, Verbänden und Fangruppierungen, die sich über Rassismus, Antisemitismus und andere Formen von Diskriminierung im Fußball informieren wollen.

„Initiativen, die sich gegen Rechtsextremismus im Fußball richten, können sich auf Fussball-gegen-Nazis.de über ihre Erfahrungen austauschen und damit gleichzeitig andere Menschen zu mehr Engagement motivieren“, sagt Timo Reinfrank, Stiftungskoordinator der Amadeu Antonio Stiftung.

„Ich finde es sehr, sehr schön, dass man auf diesem Portal über Rassismus reden kann“, lobt der Fußballprofi Gerald Asamoah (SpVgg Greuther Fürth) in einem Video-Grußwort. Der 43-fache deutsche Nationalspieler wurde selber bereits Ziel rassistischer Beleidigungen. „Man sollte nicht die Augen zumachen, sondern etwas dagegen tun“, so der Bundesligaspieler. „Nazis dürfen im Stadion kein Forum haben“, fordert der Musiker und prominente Fußballfan Jan Delay in einem weiteren Clip. FC St. Pauli-Anhänger Bela B. von den „Ärzten“ sagt: „Neonazis im Fußballstadion halte ich für absolut überflüssig und ärgerlich.“

Fussball-gegen-Nazis.de startet in einer Zeit, in der Probleme mit Nazis an Profifußball-Standorten wie Aachen, Dortmund oder Braunschweig verstärkt Schlagzeilen machen. „Meiner Meinung nach haben wir ein Problem“, sagte DFL-Chef Reinhard Rauball kürzlich der Sport-Bild und forderte: „Dem müssen wir uns stellen“. Theo Zwanziger pflichtete Rauball bei: „Ich sehe die Problematik Neonazis im Fußball als sehr gefährlich an“, so der frühere DFB-Präsident und verwies auf die besonders hohe Anfälligkeit der Amateurvereine für rechtsradikale Unterwanderung. Tatsächlich ist der Fußball inzwischen eines der wichtigsten Rekrutierungsfelder für Nazis.

Fussball-gegen-Nazis.de bietet deshalb neben kontinuierlicher Berichterstattung, einer Presseschau und einem moderierten Diskussionsforum auch Fallbeispiele, konkrete Tipps und Handlungsvorschläge – für den Profi- wie auch den Amateurfußballbereich.
 
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