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Red Bull steht hauptsächlich für Trendsportarten, Formel 1 oder Stratosphärensprünge. Damit es im Fußball zukünftig besser laufen soll, wurde Ralf Rangnick geholt.

Leipzig. Ralf Rangnick ist seit Anfang der Saison Fußballdirektor bei den beiden Red Bull Klubs Leipzig und Salzburg. Dabei erhält er prominente Unterstützung von Ex-Liverpool-Trainer Gerard Houllier, der als Global Sports Director fungiert.

„Im Fußball nicht so gelaufen, wie in anderen Sportarten“

Im Interview mit der FAZ erklärt Rangnick zunächst, warum er überhaupt da ist: „Das ist wahrscheinlich der Grund, weshalb Gerard Houllier und ich geholt wurden. Dietrich Mateschitz hat gemerkt, dass es im Fußball nicht so gelaufen ist wie in vielen anderen Sportarten, in denen Red Bull mit seinen Teams und Athleten zum Marktführer geworden ist.“ Leipzig hat zuletzt zwei Mal den Aufstieg in die 3. Liga verpasst, ist nun aber Tabellenführer der Regionalliga Nordost. Salzburg ist zwar amtierender Double-Gewinner in Österreich, blamierte sich aber in der Champions-League-Qualifikation gegen den luxemburgischen Klub F91 Düdelingen.

„Wollen eine andere Art von Fußball spielen“

Rangnick verrät außerdem, was er zukünftig ändern möchte: „Wir brauchen eine neue Kultur, andere Strukturen, personelle Veränderungen und wollen vor allem eine andere Art von Fußball spielen. Attraktiver, hungriger, angriffslustiger, mit Teamgeist und einer deutlich jüngeren Besetzung in beiden Kadern. Wir wollen dieses Konzept auch auf unsere beiden Jugendakademien in Ghana und Brasilien übertragen.“

„Fernziel Bundesliga“

Die Ziele und Aufgaben sind klar definiert: „Unsere Hauptaufgabe in Leipzig wird sein, im Umkreis von 150, 200 Kilometern die jeweils Besten im Jahrgang nicht nur auf dem Zettel zu haben, sondern in unseren Verein zu holen. In Leipzig versuchen wir jetzt erst einmal den ersten Aufstieg zu schaffen, der zwei Jahre verpasst wurde. Das Fernziel in Leipzig lautet natürlich Bundesliga - so schnell wie möglich.“ Aber auch den Standort in Österreich will Rangnick nicht vergessen: „Salzburg ist für uns weiterhin wichtig Salzburg hatte in der Vergangenheit ein großes Fan-Potential.“

„Beim 1. FC Köln hätten die Leute nichts gegen Persönlichkeiten wie Mateschitz“

Zum Schluss hat Rangnick noch einen Tipp für Traditionsklubs parat: „Viele Traditionsklubs wären doch froh, wenn sich solche Persönlichkeiten bei ihnen engagieren würden. Ich denke, bei Rot-Weiß Essen oder auch beim 1. FC Köln hätten die Leute nichts dagegen.“

Ein Beispiel aus der Vergangenheit, bei dem es nicht geklappt hat, ist für ihn der BVB: „Die direkten Vorgänger von Herrn Watzke hatten nach deutscher Meisterschaft und Champions-League-Sieg finanzielle Möglichkeiten wie kaum ein anderer Klub damals außer vielleicht Bayern München. Trotzdem haben sie es geschafft, den Verein gegen die Wand zu fahren. Das zeigt doch, dass Tradition plus Geld nicht automatisch für Erfolg und volle Kassen stehen.“

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