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Dienstags fasst Köln-Korrespondent für Euch alle News und Geschichten rund um den „Effzeh“ zusammen. Heute geht es um die Erwartungshaltung von Medien und Fans an das FC-Team.

Köln. Einigkeit, Zufriedenheit, Zuversicht – aber auch Skepsis, Angst und Zurückhaltung – die Gefühle der FC-Fans rund um das Geißbockheim sind derzeit gemischt. Einigkeit herrscht unter den FC-Fans in der Antwort auf die Frage, ob der von der Vereinsführung eingeschlagene Weg des Kader- und Vereinsumbruchs der richtige ist („Ja, er ist es“).

Identifikation mit dem Team

Zufrieden sind die Fans in Sachen Kommunikation des Clubs und der offenen, ehrlichen Art, wie die Finanzlage des Vereins mitgeteilt wird („Ja, der FC ist klamm. Nein, der FC steht nicht vor einer Insolvenz“). Zuversicht teilen die FC-Fans, weil sie sich wieder in der Lage sehen, sich mit ihrem Team zu identifizieren, weil die Mannschaft im Training und in den Testspielen einen guten Eindruck macht und weil sie mit einer ganz anderen Körpersprache trainiert, als unter Stale Solbakken („Ja, die Stimmung ist gut, es gibt keine Stinkstiefel und keine Grüppchen“). Also alles Friede, Freude, Eierkuchen rund um den Stall von Hennes VIII.? Nun, ganz so weit ist es noch nicht. Denn sie ist auch existent, die Skepsis, ob die Mannschaft das Zeug dazu hat, in der zweiten Liga oben mitzuspielen, die Angst, dass aus dem „Betriebsunfall Abstieg“ ein langes Kapitel tristen Zweitliga-Fußballs wird. Zurückhaltung gibt es in der Formulierung eines Saisonziels für die zweite Bundesliga.

Et kütt wie et kütt?“

Warum eigentlich? Warum heißt es rund um das Geißbockheim derzeit ständig: „Loss mer luure“, oder, wie nach Paragraph zwei des kölschen Grundgesetzes: „Et kütt wie et kütt“ - ganz nach dem Motto: „Mal schauen, wo uns der Weg des Umbruchs hinführt – und selbst wenn es zwei bis drei Jahre dauert, bis wir wieder aufsteigen, es ist alles nicht so schlimm.“ Hauptsache nachhaltig, das scheint das in Köln derzeit alles umfassende Credo zu sein. Bloß nicht wieder dieselben Fehler machen, bloß nicht auf Teufel komm raus wieder direkt aufsteigen, bloß nicht die Mannschaft unter Druck setzen! Warum eigentlich, wiederhole ich an dieser Stelle gerne noch einmal? Warum sollte mit dieser Mannschaft nicht der direkte Wiederaufstieg in die Bundesliga das Saisonziel sein? Der FC hat für die zweite Liga eine tolle Truppe beisammen, die zwar nicht Topfavorit auf den Aufstiegsplatz ist, sich aber keinesfalls vor auch nur einer einzigen Mannschaft in der zweiten Liga verstecken muss.

Hoffnungsträger Bröker, Horn und Maroh

Keine Frage – für die zweite Liga hat der FC eine mehr als akzeptable Mannschaft. Was ich etwas schade finde, ist die mangelnde Wertschätzung der FC-Fans vor dem Transfer von Thomas Bröker. Oft höre ich rund um das Geißbockheim, dass wir noch einen echten „Knipser“ benötigen, einen Stürmer, der weiß wo das Tor steht. Ich finde, wir haben eine gute Sturmreihe für die zweite Liga. Thomas Bröker hat in der vergangenen Saison gezeigt, dass er weiß, wie man eine Mannschaft zum Aufstieg schießen kann. Chong Tese hat in Bochum seine Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt und Mikael Ishak zeigt sich aktuell in bestechender Form und trifft in der Nationalelf und in den Testspielen wie am Fließband. Dazu haben wir mit Kacper Przcybylko noch ein technisch starkes Talent in der Hinterhand, das zum Joker werden könnte.

Hoffen lassen auch Timo Horn und Dominic Maroh, dass sie gemeinsam mit Matthias Lehman und Mato Jajalo das Gerüst der neuen FC-Mannschaft bilden können. Wahrlich: Gemeinsam mit den Außenbahnen Christian Clemens und Christian Eichner sowie Adil Chihi und Miso Brecko müssen sich die Kölner vor keinem Gegner in der zweiten Liga verstecken. Daher fordere ich, nun auch zu sagen: Mit dieser Mannschaft müssen wir aufsteigen. Und wenn es nicht klappt, ok, dann müssen wir schauen, dass wir spätestens im darauffolgenden Jahr ganz oben in der zweiten Liga angreifen. So viel Selbstvertrauen sollten die Kölner schon haben!

Eure Meinung: Sollte der FC den Wiederaufstieg als Saisonziel formulieren?