Jens Lehmann besucht Rudi Assauer: „Ich wusste nicht, was mich erwartet“

Zu Therapiezwecken traf sich der ehemalige Torhüter mit dem an Alzheimer erkrankten Rudi Assauer.

Von Philipp Theobald

Jens Lehmann
Bongarts

Essen. Im Kampf gegen Alzheimer gehört es auch dazu, mit Personen aus der Vergangenheit konfrontiert zu werden. So nun auch bei Rudi Assauer geschehen. Als ehemaliger Weggefährte besuchte Jens Lehmann den einstigen FC Schalke Manager - unter ärztlicher Aufsicht unterhielten sich die beiden in der Essener Memory-Klinik.

„Es war meine erste bewusste Begegnung mit einem Alzheimer-Kranken“

Sicherlich keine einfache Begegnung für Jens Lehmann, dennoch war für ihn sofort klar, die Einladung zu einem Treffern mit Assauer anzunehmen. Viele Jahre arbeiteten die Beiden auf Schalke zusammen. Trotz der Verbundenheit, war dem ehemaligen Nationaltorhüter vor dem Wiedersehen unter solchen Umständen nicht ganz wohl, wie er im Interview mit der Bild-Zeitung berichtete: „Natürlich war ich etwas nervös. Ich wusste nicht, was mich erwartet. Es war meine erste bewusste Begegnung mit einem Alzheimer-Kranken."

Uefa-Cup-Sieg als schönste Zeit

Schnell war die Nervosität verfolgen und die Weggefährten plauderten über alte Zeiten. Vor allem ein Ereignis scheint sich dabei fest im Gedächtnis des Managers verankert zu haben, von dem er trotz seiner Erkrankung ausführlich erzählen konnte. „Rudi erinnerte sich, wie wir 1997 den Uefa-Cup gewonnen haben. In dieser Zeit hat er den FC Schalke auf die Füße gestellt, so wie er heute dasteht. Es war wohl für ihn die schönste Zeit seines Lebens.“

„Powermann“ Assauer

Lehmann zollt Assauer auch nach all den Jahren noch immer größten Respekt: „Er war für mich immer der Powermann und Manager. Und das wird er für mich immer bleiben.“

Natürlich habe ich Angst vor Alzheimer

Auf die Frage, ob die Krankheit nach dieser Begegnung Angst mache antwortete der 42-Jährige: „Natürlich habe ich Angst vor Alzheimer. Wie viele andere Menschen. Da betet man zum Lieben Gott, dass man gesund bleiben möge. Doch so furchtbar die Krankheit auch ist: Man hat keine Schmerzen und kann – zumindest in der frühen Phase – glückliche Momente erleben. Ich wünsche Rudi, dass er noch lange in diesem Stadium bleibt und so viel Leben wie möglich genießen kann.“



 
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