Endlich Offenheit: Deutscher Profi in stationärer Behandlung

Wenn der Tod von Robert Enke zumindest für eines „gut“ gewesen sein soll, dann sollten doch alle aus dem Vorfall lernen. Das ist nun offenbar passiert. Immer mehr deutsche Profisportler gehen mit ihren Depressionen an die Öffentlichkeit und nun hat sich ein Spieler sogar in stationäre Behandlung begeben.

St. Pauli, Millerntor (Goal.com/Pauly)
(dw) Hamburg. Endlich Offenheit! Für einige Profisporter dürfte es fast eine Befreiung sein, dass sie nun endlich offen mit ihrer Erkrankung umgehen können. So auch Andreas Biermann vom FC St. Pauli. Er machte nun seiner Krankheit öffentlich und begab sich am 13. November im Anschluss an den Tod des deutschen Nationalspielers Robert Enke in stationäre Behandlung. Ihm drohte nach sportlichen Misserfolgen sogar die Spielsucht, wie der Kicker berichtet: „Dieses Ventil hätte mich fast in eine Spielabhängigkeit getrieben, die meine eigentliche Erkrankung zusätzlich noch negativ beeinflusst hätte. Dies ist zum Glück nicht geschehen.“

Selbstmordversuch gescheitert

In einer Erklärung berichtet der Spieler weiter: „Meine Familie und ich möchten dies der Öffentlichkeit mitteilen, um anderen Betroffenen eventuell den Mut zu geben, sich ebenfalls zu öffnen bzw. helfen zu lassen.“ Das Beispiel Robert Enke hat ihn deshalb bewegt: „Wir möchten offen damit umgehen, um dazu beizutragen, dass diese Erkrankung kein Tabuthema mehr ist.“ Besonders dramatisch: Biermann wollte sich im vergangenen Oktober das Leben nehmen. Dieser Versuch ist aber zum Glück gescheitert, nun befindet er sich in stationärer Behandlung, die ihm helfen soll. Sein Verein, der FC St. Pauli, sicherte dem Spieler und seiner Familie alle Unterstützungen zu und wird sich nicht äußern, wenn es nicht ausdrücklich vom Spieler selbst gewünscht ist. Biermann ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Goal.com zollt Andreas Biermann allen Respekt für seine Offenheit und wünscht ihm schnelle Genesung und das baldige Wiederfinden der Lebensfreude!



 
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