Trauerfeier in Hannover: Deutschland nimmt Abschied von Robert Enke
In Hannover erweist Deutschland dem ehemaligen Nationalteamtorhüter, Robert Enke, die letzte Ehre. Neben zahlreichen Kollegen, kommen auch zehntausende Menschen am Sonntagvormittag nach Hannover, um Abschied zu nehmen.
Theresa Enke ging alleine auf den Mittelkreis zu und legte Blumen auf den Sarg ihres verstobenen Mannes. Die anwesenden Trauergäste im Stadion spendeten tröstenden Applaus. Danach verabschieden sich Michael Ballack und Per Mertesacker von ihrem Nationalmannschaftskollegen und legten einen Kranz auf den Sarg. Daraufhin begann der Priester mit seiner Rede und unterstrich die große Anteilnahme, die von überall aus der Republik nach Hannover strömte.
Im Twicker findet ihr die gesamte Trauerfeier
Robert Enke eine „wahre“ Nummer 1
Danach würdigte Klubchef Martin Kind den ehemaligen Torhüter: „Robert Enke wird nie mehr in dieses Stadion kommen. Dem Ort an dem er unsere Herzen erobert hat. Robert du warst die Nummer 1 im echten Sinne des Wortes. Er war ein Beweis, dass es Gutes gibt. Doch es war nicht die Leistung, die Enke so beliebt hat, sondern sein Charakter, sondern seine Persönlichkeit. Warum ist es so gekommen? Es ist die Ohnmacht, die uns so hilflos macht. Wir werden für sie (Theresa Enke) da sein.“
Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger versuchte in seiner Abschiedsrede über die Konsequenzen dieses Vorfalls zu sprechen: „Fußball, darf nicht alles sein. Das Leben, dass geschenkt wird, ist vielfältig, lebenswert. Wir können stolz sein, etwas zu leisten, aber wir erfüllen uns nur in der Vielfalt und Gemeinschaft. Denkt nicht nur an den Schein, was sich über die Medien zeigt. Denkt auch, was im Menschen ist. An Zweifel, an Schwäche. Fußball ist nicht alles. Das Kartell des Tabuisierens und Verschweigens in der Gesellschaft soll gebrochen werden. Fans können helfen.“
Ein Appell an jeden Menschen, der unter einer Krankheit leidet
Auch Vertreter der Politik schlossen sich den Worten an. Die Rede von Niedersachsens Ministerpräsident Wulff war sehr bewegend. Er versuchte an die Menschlichkeit zu appellieren und versprach der Witwe jegliche Unterstützung: „In Zukunft sollte ein Nationalspieler seine Krankheit einräumen können, und eine Auszeit bekommen. In der Zukunft wird dies eher der Fall sein, als in der Vergangenheit. Wir brauchen keine Roboter, sondern Menschen mit Ecken und Kanten. Das macht unser Leben menschlich. Wir verlieren einen tollen Menschen und überragenden Sportler. Sie können sich auf uns alle in den nächsten Jahrzehnten verlassen, nicht nur in diesen schweren Stunden.“
Hannovers Bürgermeister und bekennender 96-Fan, Stephan Weil schloss sich den Worten an und sprach von einem Zusammengehörigkeitsgefühl in Hannover. Doch die sportliche Leistung alleine erklärt nicht die Verbundenheit mit Robert Enke. Er war nicht nur in der Strafraumbeherrschung Herr der Lage, sondern auch im Umgang mit Mensch und Tier. Diese Rückschläge haben die Fans stärker mit ihm verbunden, als seine Glanzparaden.
Bewegende Szenen
Traurige Bilder aus der AWD-Arena. Einiger 96er weinen, während sie auf den Sarg zugehen. Im Stadion herrscht Stille. Hanno Balitsch und Arnold Bruggink sind zwei der Kollegen, die mit Stajner, Cherundolo und Lala den Sarg hinaustragen. Neben seiner Tochter wird Enke begraben und hoffentlich die letzte Ruhe finden. Fans halten den Schal und Trikots mit der Nummer 1 hoch und weinen. Das Schicksal des Keepers bewegte ein jeden. Zum Abschluss wird die Fußballhymne „You never walk alone“ gespielt.
Ein Zitat der Trauerfeier ist besonders hervorzuheben und man sollte es sich immer wieder vor Augen halten: „Fußball, so heißt es, ist die schönste Nebensache der Welt. Ich finde das stimmt. Aber nicht mehr und auch nicht weniger.“
Goal.com und auch die User wünschen dem Keeper, dass er nun seine Ruhe findet, die er auf Erden nicht gefunden hat.
-
Werdet OnlineFussballManager und führt Euer eigenes Team zum Titel!
Der erfolgreichste Fußballmanager Deutschlands und die weltweit größte Fußball-Community – sie machen jetzt gemeinsame Sache und spielen künftig den virtuellen Doppelpass.
-
Thorsten Fink vor dem Duell mit Werder: „Wir wollen die Nummer eins im Norden sein“
An Werder Bremen hat man in Hamburg nur schlechte Erinnerungen. Nicht so Thorsten Fink, der voller Selbstvertrauen in sein erstes Nordderby schreitet.
-
Gestatten, Lasse Schöne: Das ist Schalkes Wunschspieler für das offensive Mittelfeld
Lasse Schöne ist einer der herausragenden Spieler in der Eredivisie, nun will der Däne den nächsten Schritt machen - bei Schalke 04? Huub Stevens jedenfalls wünscht sich Schöne.
-
Milan besiegt Arsenal - Ibra, Boateng und Robinho wirbeln, Arsenal bricht kollektiv zusammen
Es war ein Spiel, dass alle Milan-Fans noch lange im Herzen tragen werden, die Gunners-Fans jedoch den Blick mit Grausen abwenden ließ. Hier die Noten aller Akteure.
-
Spraylinien nutzen, um den Abstand der Freistoßmauer festzulegen - Seid Ihr dafür oder dagegen?
Innovationen haben es im Fußball schwer. Im kommenden Monat wird darüber entschieden, ob die sogenannten „Spraylinien“ dauerhaft zum Einsatz kommen sollen. Ihr seid gefragt!