Familie Babbel nach Enke-Tod erschüttert

In ganz Deutschland gedachten in dieser Woche viele Menschen der Familie von Robert Enke, der sich das Leben genommen hat. Unter den vielen Trauernden war auch Trainer Markus Babbel, der aus der eigenen Familie einen solchen Fall kennt. Sein Bruder hatte im Alter von nur 21 Jahren ebenfalls den Freitod gewählt.

Markus Babbel, VfB Stuttgart (Bongarts / Getty Images)
(dw) Stuttgart. „Mein Bruder hat vor 20 Jahren genau dasselbe getan wie Robert jetzt, in der gleichen Art und Weise“, wird Markus Babbel in der Bild-Zeitung zitiert. Zum ersten Mal spricht der Trainer des VfB Stuttgart über seine familiäre Vergangenheit. Während der damals 17-jährige Markus Babbel bei einem Lehrgang mit der Junioren-Nationalmannschaft war, nahm sich sein damals 21-jähriger Bruder Gerhard an einem Bahnübergang das Leben, wie Enke. Deshalb war auch die ganze Familie Babbel erschüttert, nach der Meldung des Selbstmordes des deutschen Nationaltorhüters. Auch deshalb wird der VfB-Coach nicht der Trauerfeier am Sonntag in Hannover angehören: „Meine Mutter braucht mich jetzt auch. Solche Situationen wie jetzt sind nicht leicht für sie. Das lässt die schlimme Erinnerung wieder hochkommen. Es ist wichtig, in diesen Tagen bei ihr zu sein.“

„Das Leben geht weiter“

Babbel weiß auch, dass ein Selbstmord oft nicht an den persönlichen Umständen liegt: „Man denkt von außen: Er hat viel Geld, eine kleine Tochter und eine glückliche Familie. Aber diese Krankheit ist wahnsinnig schlimm.“ Und von einem Arzt sei sie nur sehr schwer zu diagnostizieren: „Wenn einer so schlecht beieinander ist, ist es unheimlich schwer, ihm zu helfen. Denn derjenige kann nicht mit jedem über solche Probleme reden, kann sich nicht einfach öffnen. Das ist eine schwere Thematik.“ Für die Familie ist das Ganze nun laut Babbel ein „Schicksalsschlag, der wahnsinnig ist“. Und dennoch will der Fußballlehrer in diesen Tagen auch Trost spenden: „So paradox es klingt: Das Leben muss trotzdem weiter gehen. Und aus Erfahrung weiß ich, dass es auch weiter geht.“ Ein Mann, der weiß wovon er spricht...



 
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