Einwurf: Neururer – Mit Arroganz ins Abseits

Der MSV Duisburg hat sich nun auch offiziell von Trainer Peter Neururer getrennt. In den letzten Wochen hatte sich dieser Schritt immer mehr angedeutet, nun wurde er vom Klub vollzogen. Damit endet eine Ära, die von Beginn an mehr Schein alles andere war. Und für den Coach ist damit der Tiefpunkt seiner Karriere erreicht.

Durchschnaufen, Peter! (DAVID HECKER/AFP/Getty Images)
Ein Kommentar
von Dennis WEINACHT

Duisburg. Einen Peter Neururer entlässt man nicht. Ein Peter Neururer geht höchstens von sich aus. So nun auch wieder beim MSV Duisburg geschehen: Der Klub hat sich von seinem Trainer getrennt, der das aber gar nicht einsehen wollte. Öffentlich redete er von einer „einvernehmlichen Trennung“, während der Verein unmissverständlich erklärte: „MSV beurlaubt Peter Neururer!“ Der Abgang des Übungsleiters spricht Bände und steht für seine gesamte Amtszeit bei den „Zebras“.

Antritt und hohe Ziele

Denn selbstverständlich gehört ein Peter Neururer mit all seiner Erfahrung, den nicht mehr überschaubaren Erfolgen und seinem gesamten Sachverstand nur – nur! – zu den besten Vereinen der Welt. Selbstverständlich sollte der MSV dabei nur eine Übergangsstation sein und so verhielt er sich auch. Wie die Axt im Walde. Überheblich, arrogant, realitätsfremd. Er machte kein Geheimnis daraus, dass er mit dem Klub aufsteigen wollte. In der Bundesliga vermochte ihm längst kein Verein mehr eine Chance einzuräumen. Der ehemalige Erfolgs-Coach des VfL Bochum hatte sich in den letzten Jahren nicht gerade einen tollen Ruf in der Branche erarbeitet.

Im Reden war er immer gut. Blöd nur, dass die Taten auf dem grünen Rasen nicht mehr stimmten. Und so wurde der einst so urkomische und humorvolle Trainer immer mehr zum abgenutzten Feind-Bild der Fans. Die Ansprüche, die Neururer an die Mannschaft stellte, wurden nicht erfüllt. Aber noch schlimmer: Die abgehobenen Ansprüche und Ziele, die sich der Trainer selbst auferlegt, erreicht er nicht mehr.

Ende seiner Karriere?

Sprüche, Chaos, Misserfolg – Diese drei Worte fassen die Amtszeit von Peter Neururer bei den „Zebras“ gut zusammen. Für Neururer war der MSV nur ein kleiner Verein auf dem Weg nach ganz oben. In echt aber war es seine letzte Patrone im alternden Gewehr. Und diese hat er nun leichtsinnig aufs Spiel gesetzt und verloren. Denn eines ist klar: In der Bundesliga und bei ambitionierten Klubs der 2. Liga wird er so schnell keine Chance mehr erhalten. Denn letztlich geht es im Fußball um eine gesamte Mannschaft, einen Verein, ein Umfeld. Und nicht nur um Peter N. Das aber wird er wohl nie umsetzen können. Und damit war Neururer in Deutschland wohl auf lange Sicht vorerst gewesen...

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