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ELF Kultstadien (10): Das Wildparkstadion in Karlsruhe
In diesen Stadien geht die Post ab! Die Fans singen sich bis zur Ekstase. Die Stimmung schwappt auf den Rasen. Andere Stadien indes überzeugen durch ihre besondere Lage, durch ihre traditionsreiche Geschichte oder sind einfach nur Kult. ELF, das populäre Ranking auf Goal.com, widmet sich dieses Mal täglich den Kultstätten der Republik. Da, wo der Fußball zu Hause ist. Und das war wieder einmal keine leichte Aufgabe. Deswegen haben wir uns auch dazu entschieden, zunächst nur die Stadien in die engere Auswahl zu nehmen, in denen derzeit noch aktiv bis zur 3. Liga gekickt wird. Freunde der Glück Auf-Kampfbahn, des Hamburger Volksparkstadions oder andere Nostalgiker müssen sich also vorerst noch gedulden. Diese Stadien kamen nicht in die Wertung, bieten aber genügend Stoff für ein weiteres Ranking. Weiter geht es heute mit dem Karlsruher Wildpark!
(fb) Karlsruhe. Mitten im idyllischen Karlsruher Hardtwald steht das Wildparkstadion. Eine Fußball-Arena, die in ihrer 54-jährigen Geschichte allerlei erlebt hat! 1955 wurde der Wildpark auf dem 7,5 Hektar großen Gelände des alten FC-Phönix-Sportplatzes von 1921 errichtet. Das Stadion fasste damals 55.000 Zuschauer. Nach mehreren Umbauten verfügt es heute noch über 29.699 Sitz- und Stehplätze.
Ursprünglich war es als Fußball- und Leichtathletikstadion entworfen worden. Seit den späten 60er Jahren wurde es allerdings nicht mehr für große Leichtathletikveranstaltungen genutzt. Im Eröffnungsspiel am 7. August 1955 traf der Pokalsieger KSC auf den amtierenden Deutschen Meister Rot-Weiß Essen. Rund 45.000 Zuschauer pilgerten damals ins Wildparkstadion, das nach seinem Umbau als eines der modernsten Stadien Deutschlands galt.
Preis für die neue Tribüne verdoppelt sich
In den 70er Jahren musste eine neue Flutlichtanlage installiert werden – die Alte erhellte das Stadionrund für TV-Übertragungen einfach nicht mehr stark genug. 1977 war das Wildparkstadion Gastgeber des Weltpokalfinal-Rückspiels zwischen Borussia Mönchengladbach und den Boca Juniors, bei dem die Argentinier mit 3:0 die Oberhand behielten.
Die größten Umbauarbeiten im Wildpark begannen im Frühjahr 1991 mit dem Abriss der Haupttribüne. Innerhalb von zweieinhalb Jahren wurde eine neue und architektonisch einzigartige Tribüne aus dem Boden gestampft. Über den maximal 6.400 Zuschauern schwebten nun 1.200 Tonnen formvollendeter Stahl. Gigantisch wie das Gewicht der Tribüne, waren am Ende auch die Kosten: Ging man zu Beginn der Baumaßnahmen noch von 22 Millionen Mark aus, so verdoppelte sich der Preis bis zur Fertigstellung der Tribüne auf 45 Millionen, was immer wieder zu heftigen Debatten im Karlsruher Rathaus führte.
Legendäre Abende im Europapokal
Die Fans des KSC, die in ihrer Nordkurve zu Hause sind, gehören nach mittlerweile sechs Abstiegen aus dem Fußball-Oberhaus und dem zwischenzeitlichen Absturz in die Regionalliga, zu den leidgeprüftesten, aber auch treuesten Fans in Deutschland. Neben den Tiefen des Fußballs erlebten sie in ihrem Stadion Mitte der 90er Jahre einige Sternstunden der ganz besonderen Art:

Angetrieben von einer tollen Kulisse holte der KSC 1993 gegen den favorisierten FC Valencia eine 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel auf und fertigte die Spanier schließlich mit 7:0 ab. Stürmer Edgar Schmitt wurde dank seiner vier Tore zum „Euro-Eddy“ und der Karlsruher Anhang spricht noch heute vom „Jahrhundertspiel“.
„Die Stimmung im Stadion war gigantisch und man wäre am liebsten gar nicht in die Kabine gegangen“, erinnert sich der damalige Mittelfeldspieler und heutige KSC-Vizepräsident Rainer Schütterle an die Atmosphäre im weiten Rund. In der gleichen Saison besiegte Karlsruhe daheim auch noch Girondins Bordeaux (mit dem damals aufstrebenden Zinedine Zidane) mit 3:0 und schickte 1996 den AS Rom ebenfalls mit 3:0 zurück in die Heimat.
Das Badnerlied als Einstimmung
Zu den heißesten Partien im Wildpark auf nationaler Ebene zählen noch immer die Gastspiele der Nachbarn VfB Stuttgart, 1. FC Kaiserslautern und Darmstadt 98. Gänsehautstimmung kommt vor den Spielen auf, wenn das „Badnerlied“ angestimmt wird.
Doch nicht nur dem Karlsruher SC diente der Wildpark als Austragungsort seiner Heimspiele, auch die deutsche Nationalmannschaft feierte hier Erfolge. Alle sechs Länderspiele in Karlsruhe gewann die DFB-Elf. Der vorerst letzte Auftritt Deutschlands endete 1993 mit einem 5:0 gegen Uruguay.
Weiterer Umbau fraglich
Anfang 2006 enthüllten der KSC und die Stadt Karlsruhe Pläne, nach denen das Wildparkstadion in ein reines Fußballstadion für 35.000 bis 40.000 Zuschauer ausgebaut werden sollte. Schon im Sommer musste der Klub jedoch eingestehen, sich finanziell nicht an dem rund 60 Millionen € teuren Projekt beteiligen zu können. Aufgrund der ungeklärten Finanzierung war der anvisierte Baubeginn im Sommer 2007 nicht zu realisieren. Ob es überhaupt noch zum Umbau kommt, steht derzeit in den Sternen. Die letzten Gutachten empfehlen der Stadt einen kompletten Neubau, statt eines Umbaus. Dies wäre das Ende des Wildparkstadions, wie wir es kennen.
Ursprünglich war es als Fußball- und Leichtathletikstadion entworfen worden. Seit den späten 60er Jahren wurde es allerdings nicht mehr für große Leichtathletikveranstaltungen genutzt. Im Eröffnungsspiel am 7. August 1955 traf der Pokalsieger KSC auf den amtierenden Deutschen Meister Rot-Weiß Essen. Rund 45.000 Zuschauer pilgerten damals ins Wildparkstadion, das nach seinem Umbau als eines der modernsten Stadien Deutschlands galt.
Preis für die neue Tribüne verdoppelt sich
In den 70er Jahren musste eine neue Flutlichtanlage installiert werden – die Alte erhellte das Stadionrund für TV-Übertragungen einfach nicht mehr stark genug. 1977 war das Wildparkstadion Gastgeber des Weltpokalfinal-Rückspiels zwischen Borussia Mönchengladbach und den Boca Juniors, bei dem die Argentinier mit 3:0 die Oberhand behielten.
Die größten Umbauarbeiten im Wildpark begannen im Frühjahr 1991 mit dem Abriss der Haupttribüne. Innerhalb von zweieinhalb Jahren wurde eine neue und architektonisch einzigartige Tribüne aus dem Boden gestampft. Über den maximal 6.400 Zuschauern schwebten nun 1.200 Tonnen formvollendeter Stahl. Gigantisch wie das Gewicht der Tribüne, waren am Ende auch die Kosten: Ging man zu Beginn der Baumaßnahmen noch von 22 Millionen Mark aus, so verdoppelte sich der Preis bis zur Fertigstellung der Tribüne auf 45 Millionen, was immer wieder zu heftigen Debatten im Karlsruher Rathaus führte.
Legendäre Abende im Europapokal
Die Fans des KSC, die in ihrer Nordkurve zu Hause sind, gehören nach mittlerweile sechs Abstiegen aus dem Fußball-Oberhaus und dem zwischenzeitlichen Absturz in die Regionalliga, zu den leidgeprüftesten, aber auch treuesten Fans in Deutschland. Neben den Tiefen des Fußballs erlebten sie in ihrem Stadion Mitte der 90er Jahre einige Sternstunden der ganz besonderen Art:

Angetrieben von einer tollen Kulisse holte der KSC 1993 gegen den favorisierten FC Valencia eine 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel auf und fertigte die Spanier schließlich mit 7:0 ab. Stürmer Edgar Schmitt wurde dank seiner vier Tore zum „Euro-Eddy“ und der Karlsruher Anhang spricht noch heute vom „Jahrhundertspiel“.
„Die Stimmung im Stadion war gigantisch und man wäre am liebsten gar nicht in die Kabine gegangen“, erinnert sich der damalige Mittelfeldspieler und heutige KSC-Vizepräsident Rainer Schütterle an die Atmosphäre im weiten Rund. In der gleichen Saison besiegte Karlsruhe daheim auch noch Girondins Bordeaux (mit dem damals aufstrebenden Zinedine Zidane) mit 3:0 und schickte 1996 den AS Rom ebenfalls mit 3:0 zurück in die Heimat.
Das Badnerlied als Einstimmung
Zu den heißesten Partien im Wildpark auf nationaler Ebene zählen noch immer die Gastspiele der Nachbarn VfB Stuttgart, 1. FC Kaiserslautern und Darmstadt 98. Gänsehautstimmung kommt vor den Spielen auf, wenn das „Badnerlied“ angestimmt wird.
Doch nicht nur dem Karlsruher SC diente der Wildpark als Austragungsort seiner Heimspiele, auch die deutsche Nationalmannschaft feierte hier Erfolge. Alle sechs Länderspiele in Karlsruhe gewann die DFB-Elf. Der vorerst letzte Auftritt Deutschlands endete 1993 mit einem 5:0 gegen Uruguay.
Weiterer Umbau fraglich
Anfang 2006 enthüllten der KSC und die Stadt Karlsruhe Pläne, nach denen das Wildparkstadion in ein reines Fußballstadion für 35.000 bis 40.000 Zuschauer ausgebaut werden sollte. Schon im Sommer musste der Klub jedoch eingestehen, sich finanziell nicht an dem rund 60 Millionen € teuren Projekt beteiligen zu können. Aufgrund der ungeklärten Finanzierung war der anvisierte Baubeginn im Sommer 2007 nicht zu realisieren. Ob es überhaupt noch zum Umbau kommt, steht derzeit in den Sternen. Die letzten Gutachten empfehlen der Stadt einen kompletten Neubau, statt eines Umbaus. Dies wäre das Ende des Wildparkstadions, wie wir es kennen.
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