ELF Top-Transfers (8): Marcelo Moreno von Werder Bremen

Willkommen in der Bundesliga! Sie sind die neuen Hoffnungsträger ihrer Clubs. Bisweilen haben die Vereine dafür tief in die Tasche gegriffen. ELF, das neue Ranking auf Goal.com, hat die Top-Transfers genauer unter die Lupe genommen und elf Spieler ausgewählt, die für die Vereine und Bundesliga allgemein eine Bereicherung werden können. Gelistet wurden aber nur ausländische Transfers, bei denen Marcelo Moreno von Werder Bremen auf dem achten Rang liegt.

Moreno, Werder Bremen
Von Falko BLÖDING

Bremen. Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Schon im letzten Jahr wollte Werder Bremen Angreifer Marcelo Moreno verpflichten. Damals kickte der Bolivianer noch in der ersten brasilianischen Liga bei Cruzeiro Belo Horizonte. Mit der Empfehlung der gewonnen Torjägerkanone in der Copa Libertadores (Südamerikas Champions League) buhlten einige europäische Klubs, darunter eben auch Werder, um den quirligen Stürmer. Shachtjor Donezk, Endspielgegner der Bremer im UEFA-Cup, machte schließlich das Rennen. Moreno konnte sich in der Ukraine aber nicht durchsetzen und die Hanseaten unternahmen in diesem Jahr einen neuen (erfolgreichen) Versuch, ihn nach Deutschland zu lotsen. Für zwei Millionen € leiht Bremen ihn zunächst für ein Jahr aus, und hat danach eine Kaufoption in Höhe von acht Millionen €.

Erst für Brasilien, nun für Bolivien


Das Talent zum Fußballspielen bekam Marcelo Moreno praktisch in die Wiege gelegt. Sein Vater war der brasilianische Profispieler Mauro Martins. Als dieser zu Palmeiras wechselte, zog auch der damals zweijährige Marcelo aus seinem Geburtsland Bolivien nach Brasilien.

Da seine Mutter aus Bolivien stammt, besaß Marcelo Moreno sowohl die bolivianische, als auch die brasilianische Staatsbürgerschaft. So stürmte er für die U18 und die U20 Auswahl des Rekordweltmeisters. Trotz vier Treffern bei sechs Einsätzen entschied er sich schließlich, für das Heimatland seiner Mutter zu spielen. Für Boliviens A-Nationalelf lief er bis dato zwölf Mal auf, dabei gelangen ihm sieben Tore.

Kein typischer Stoßstürmer


Nach dem unglücklichen Jahr in Donezk nun also Werder. Martin Decaux von Goal.com Südamerika glaubt, dass dem 22-Jährigen in Deutschland der Durchbruch gelingen wird: „Er ist technisch stark und hat einen guten Abschluss. Allerdings ist er klein typischer Mittelstürmer. Oft weicht Moreno auf die Flügel aus und kann auch außerhalb des Strafraums für viel Unruhe sorgen. Mit Blick auf die Bundesliga muss man berücksichtigen, dass er mit seinen 22 Jahren noch ein junger Spieler ist, der sich verbessern wird. Die Konkurrenz in Deutschland ist stärker. Sollte Claudio Pizarro zurück nach Bremen kommen, traue ich den beiden zu, ein außergewöhnliches Sturmduo zu bilden.“

Ein ruhiger Zeitgenosse abseits des Rasens


Morenos richtiger Name lautet übrigens Marcelo Martins. Allerdings ist in Brasilien so üblich, den Nachname der Mutter zuerst zu nennen, so bürgerte sich „Marcelo Moreno“ ein. Bei seiner Ankunft in Bremen erklärte der beidfüßige Stürmer: „Ich bin dankbar, dass Bremen sich erneut um mich bemüht hat. Es gefällt mir hier sehr gut. Ich möchte mich so schnell wie möglich in das Team integrieren und mit Werder Titel holen.“ Moreno ist ein ruhiger, bodenständiger Typ. Eskapaden oder Kontroversen sind vom Südamerikaner nicht überliefert. Selbst als er bei Donezk lange zeit die Bank drückte, hörte man von ihm kein Wort der Kritik an Trainer Lucescu oder seinen Mitspielern.

Ärger mit einigen Argentiniern


Für Aufsehen sorgte er lediglich mit einem Interview nach dem WM-Qualifikationsspiel zwischen Bolivien und Argentinien im Frühjahr. Bolivien hatte die „Albiceleste“ in der Höhe von la Paz mit 6:1 abgewatscht und Moreno verriet, Argentiniens Spieler hätten während der Partie um Gnade gebettelt. Bolivien möge doch bitte nicht so viele Tore schießen. Diese Äußerungen kamen bei einigen argentinischen Spielern überhaupt nicht gut an.

Wechselhafte Vorbereitung


Die Vorbereitung mit Werder läuft für Moreno, der mit einer brasilianischen Medizinstudentin liiert ist, noch nicht rund. In einigen Spielen, wie beispielsweise beim Supercup-Sieg gegen Wolfsburg, hinterließ er einen guten Eindruck, in anderen Partien blieb er dagegen völlig blass. Gut möglich, dass er zum Saisonstart zunächst auf der Bank Platz nehmen muss. Die Mehrheit an der Weser rechnet aber fest damit, dass er früher oder später seinen Durchbruch schaffen wird. Mut dürfte den Werder-Verantwortlichen das Beispiel Elano machen: Der brasilianische Nationalspieler fand ebenfalls in Donezk nie zu seiner Form und wechselte nach eineinhalb Jahren zu Manchester City, wo er groß aufspielte.

Eure Meinung: Was traut Ihr Marcelo Moreno in der Bundesliga zu?


 
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