Vorschau Bundesliga: VfL Wolfsburg – VfB Stuttgart

Zwei Teams, die ins internationale Geschäft wollen, treffen am Samstag (Anstoß: 15.30 Uhr) in Wolfsburg aufeinander. Dann nämlich gastiert der VfB Stuttgart bei den „Wölfen“. Während es bei einem Verein aber ganz gut läuft, muss der andere immer wieder gegen den Begriff der „Krise“ kämpfen. Sollten die Schwaben auch bei den Niedersachsen verlieren, so könnten einige Diskussionen weiteren Stoff erhalten. Allen voran die Diskussion um den Trainer Armin Veh!

Bundesliga: VfL Wolfsburg - Hamburger SV, Torjubel nach dem 3:0 durch Grafite (firo)
Von Dennis WEINACHT

Wolfsburg/Stuttgart. Es war der 18. Februar 2001: Nach einer Niederlage gegen Hertha BSC Berlin (0:1) wird Ralf Ragnick als Trainer des VfB Stuttgart beurlaubt. Am 22. Spieltag ist für ihn in dieser Saison das Ende erreicht. Der 17. Tabellenplatz steht zu Buche, der VfB steht vor dem Abstieg. Felix Magath übernimmt das Ruder, soll den Verein vor dem Abstieg retten. Am Ende der Saison ist das Ziel dann tatsächlich erreicht. Drei Punkte retten am Ende die Schwaben, schicken stattdessen Unterhaching in die Zweite Liga. In der Saison darauf hat der VfB unter Magath mit dem Abstieg nichts zu tun. Ein Meilenstein! In weiteren tollen Spielzeiten führt der Übungsleiter die Schwaben sogar bis hin zur Vize-Meisterschaft, ehe er sich in Richtung München verabschiedet. Über Umwege landete er schließlich beim Abstiegskandidaten VfL Wolfsburg, den er bisher ebenfalls ins internationale Geschäft führen konnte. Der markante Unterschied bei beiden Stationen: In Stuttgart musste er wegen Geldnot auf junge Spieler setzen, in der VW-Stadt kann von mangelndem finanziellen Potenzial wahrlich keine Rede sein.


VfB in der Krise?


Jahre nach der Übernahme Magaths in Stuttgart haben sich die Vorzeichen aber gedreht. Mittlerweile zählen die „Wölfe Anwärtern auf Champions League und UEFA-Cup, der VfB spielt eine untergeordnete Rolle. Die Tabelle aber besagt, dass beide Mannschaften derzeit nur im Mittelfeld der Liga stehen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Während die Niedersachsen schlichtweg zu unkonstant auftreten, nie wirklich eine Serie starten konnten, schlitterte der VfB zuletzt geradewegs in eine Mini-Krise. Vier Spiele sind zuletzt verstrichen ohne eigenen „Dreier“. Eine Trainerdiskussion gibt es zwar noch nicht, aber Manager Horst Heldt betonte unter der Woche: „Natürlich muss sich auch der Trainerstab an den Erfolgen messen lassen.“ Bleiben diese allzu lange aus, dürften die Mechanismen bekannt und klar geregelt sein!


Stuttgart vor Sperren?


Nun aber zählt erstmal das Spiel in Wolfsburg. Dort müssen die Verantwortlichen womöglich ohne Pardo und Osorio auskommen. Diese kehrten erst am Freitag aus der Nationalmannschaft zurück. Sofern Khedira und Boulahrouz wieder fit sind, wären sie wohl die ersten Anwärter auf Plätze in der Startelf. Brisant für die Gäste: Mit Jens Lehmann, Arthur Boka und Mario Gomez gehen drei Spieler in die Partie, bereits vier Gelbe Karten hinnehmen mussten – Sperren drohen!


Das hat Felix Magath nicht zu befürchten! Er wird wohl seinerseits wieder mit dem Team zu einem 4-4-2 – System mit offensiver Ausrichtung zurückkehren. Fraglich ist dabei allerdings noch der Einsatz von Dejagah. Dieser leidet an einer Sprunggelenksverletzung und würde im Notfall durch Hasebe ersetzt werde


Magath unterschätzt VfB nicht


Ausgerechnet diese beiden spielten den letzten Treffer des VfL gegen den VfB in der letzten Saison heraus. Am Ende der Partie stand es 4:0 für die Niedersachsen. Der VfB chancenlos? In der Vergangenheit war dies eher selten der Fall. Denn von den letzten 14 direkten Duellen gewannen die Schwaben neun Spiele. Nur zweimal ging Wolfsburg als Sieger vom Platz. Die Qualität der Stuttgarter ist auch für Magath nach wie vor und trotz der Tiefschläge zuletzt unbestritten: „Ich hatte den VfB weiter vorne erwartet, weil die Meisterschaft ja gerade erst eineinhalb Jahre zurückliegt und die Mannschaft im Wesentlichen zusammengeblieben ist. Aber Stuttgart ist natürlich nicht die einzige Mannschaft, bei der es in dieser Saison noch nicht rund läuft.“ 


Und auch wenn er über seinen Ex-Verein nicht weiter reden will, so fordert er doch: „Wir müssen punkten, um oben dranzubleiben und auch um zu unterstreichen, wie ambitioniert wir sind.“ Die Niederlage zuletzt gegen Hoffenheim (2:3) war im Kampf um die Spitze ein herber Rückschlag. Ausgerechnet gegen den Gegner, der von Ralf Ragnick trainiert wird. Dem Mann also, für den Felix Magath noch am 24. Februar 2001 das Ruder in Stuttgart übernommen hatte...


Eure Meinung: VfB oder VfL – Wer setzt sich durch?


 
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