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Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien und das wird alles von den Medien hochsterilisiert - soweit Business as usual. Was wir in dieser Woche gelernt haben...

Mailand. Dankeschön! Danke für die Frist, die irgendwann einmal für eine Transferperiode gesetzt wurde. Ab heute halbieren sich endlich die Gerüchte, Lügen und Versprechungen in Sachen möglicher Spielerwechsel. Ganz groß mit dabei ist jetzt schon seit Monaten der Deutschland-Eliminator Mario Balotelli. Zur Freude der Mailänder Fans konnte das Enfant terrible nun doch zum AC gelotst werden.

Aber was war das denn bitte für eine Durststrecke voller absichtlich falsch verbreiteter Statements seitens der Verantwortlichen? Medien berichten gerne über Persönlichkeiten wie Balotelli, weil er ihnen auch immer wieder Stoff liefert. Doch wenn selbst die Medienvertreter nach seiner Wechsel-Bekanntgabe jubelnd aufblicken, dann ist das ein Zeichen. Sarkastisch könnte man sagen: Jetzt kann man sich endlich wieder auf seine Skandale konzentrieren.

Allein bei Goal.com tauchte in den letzten 31 Tagen der Name Balotelli in 26 Artikeln auf. Nicht selten wurden die Berichte skeptisch kommentiert und es wurde von Usern hinterfragt, warum so oft Balotelli thematisiert wird. Die Antwort: Na, weil so viele sie lesen und kommentieren.

Eine kurze Zusammenfassung:

31. Dezember 2012: „Balotelli-Berater: Er wird bei Manchester City bleiben“

8. Januar 2013: „Berlusconi will den City-Star nicht: „Balotelli ist ein fauler Apfel“

20. Januar 2013: „Milans Galliani: City will 37 Millionen Euro für Balotelli“

23. Januar 2013: „Milans Chancen steigen: Manchester City senkt den Preis für Mario Balotelli“

24. Januar 2013: „Berlusconi: Weder Balotelli noch Kaka kommen zu Milan“

25. Januar: „Roberto Mancini: Mario Balotelli bleibt bei Manchester City“

28. Januar 2013: „Mario Balotelli: Berater Raiola legt letztes Angebot vor“

31. Januar 2013: „Berlusconi: Habe Balotelli gekauft, weil er die Deutschen zum Weinen gebracht hat“

31. Januar 2013: „Bestätigt: Mario Balotelli bis 2017 beim AC Mailand“

Stefan Raab würde an dieser Stelle fragen: Was war denn da los meine Damen und Herren?? Natürlich, im Normalfall sollte der Preis hochgepokert werden. Aber in diesem Fall blieb Milan, wenn überhaupt, immer bei seinen 20 Millionen Euro. Hinzu kommt, dass mal Mancini, mal Berlusconi gegen einen Wechsel waren. Und jetzt sind alle glücklich? Jetzt ist Balotelli der Heilsbringer? Aus rein sportlicher Sicht sollte man sich fragen wieso Milan nicht mehr Geld ausgibt, um die seltsame Situation in der Defensive mit größeren Namen zu beenden. Da muss ein Constant auf LV umgeschult werden, ein Mesbah muss verliehen werden, Acerbi wird sogar verkauft. Richten müssen es jetzt die beiden Oldies Zaccardo und Mexes sowie die unbeständigen Bonera und Zapata. Und was macht Milan? Gibt 20 Millionen Euro für einen Stürmer aus obwohl El Shaarawy die Torjägerliste der Serie A anführt. Meiner Meinung nach weiß man in Mailand einfach nicht was man will, oder aber die Verantwortlichen verlieren schon nach kurzem Umbruch die Geduld.

Dumm ist Balotellis Wechsel trotzdem nicht: Milan ist die wohl erfolgreichste Schule für Schwererziehbare. Immerhin haben es die „Rossoneri“ immer wieder geschafft Bad Boys wie Cassano, Ibrahimovic oder Boateng zu Teamplayern auszubilden oder ihnen das Benehmen wenigstens etwas näher zu bringen. Ob das aber der soziale Wille der Mailänder ist, der Balotelli nach Milan holte? Das darf bezweifelt werden.

Beckham mag Pariser

David Beckham ist jetzt ein Pariser. Und nach seinen irgendwie zweideutig klingenden Aussagen auf der Pressekonferenz freuen wir Scherzkekse unter den Journalisten uns richtig auf seine Rückkehr nach Europa. Eine kurze Zusammenfassung gefällig? Auf der Pressekonferenz bewies „Becks“, dass er hin und wieder mal zu spät kommt. Anschließend gab er auch gleich zu, dass er nicht der schnellste sei – dafür aber fit. Seine Französisch-Kenntnisse müsse er erst wieder aufpolieren. Dem Klub habe er sich angeschlossen weil, weil er dort etwas großes wachsen sieht. Und auch wenn er nur für kurze Zeit mit an Bord ist, so möchte er zu 150 Prozent Gas geben. Klingt ganz nach einem Quickie – im sportlichen Sinne natürlich.


Ein Schnäppchen, das „Knäppchen“

In Tottenham lacht man sich unterdessen ins Fäustchen. Da mischen die Spurs seit Monaten in zig Gerüchteküchen mit, bekommen fast nichts und machen am Ende doch noch ihr „Schnäppchen des Jahrhunderts“ klar. Holtby wechselte für umgerechnet knapp 1,7 Millionen Euro auf die Insel. Und nein, die Rede ist nicht von Joshua Holtby aus Gladbachs U17, sondern von seinem älteren Bruder Lewis. Der Lewis Holtby, der quasi alle Jugendnationalteams durchlaufen hat, mit Schalke im Achtelfinale der Champions League steht, in dieser Bundesliga-Saison schon elf Torbeteiligungen verbuchte und einen Marktwert von rund elf Millionen Euro besitzt.

Doch irgendwie hat irgendwer in Gelsenkirchen gepennt und sich nicht rechtzeitig mit der Personalie Holtby beschäftigt, denn dass er abwanderungswillig ist, wusste man spätestens seit seiner Aussage, irgendwann in der Premier League spielen zu wollen. Nun kann Schalke also auf drei Leihen bauen. Afellay kehrt höchstwahrscheinlich zurück zu Barca, Raffael spielte zuletzt in Kiew weit unter Durchschnitt und auch Michel Bastos ist eine Überraschungstüte. Wenn man bedenkt, dass Raffael und Bastos zusammen trotz Leihe knapp drei Millionen kosten, also deutlich mehr als durch Holtby eingenommen wurde, dann kann man nur sagen: Dumm gelaufen, Glück auf.

Was wir am Wochenende lernen werden ...
De Lattenknaller kütt

Borussia Dortmund kann sich im Sonntagsspiel gegen Bayer Leverkusen in Ruhe zurücklehnen.

So lange Andre Schürrle auf das Tor des deutschen Meisters zuläuft besteht immer auch die Chance, dass die Schüsse des Nationalspielers das Aluminium treffen.

Bislang gelang ihm das Kunststück schon sechsmal - allein in dieser Saison.

Hazard auf Jagd

Newcastle United, Wigan und Manchester United, bringt Eure Balljungen in Sicherheit!

Chelseas belgischer Sportsfreund Eden Hazard wird noch für drei Spiele gesperrt sein.

Was er bloß mit seiner freien Zeit in den Stadien anfangen wird?
Wer nicht zahlt, verliert den Besitz

Besonders auffällig in der laufenden Transferperiode ist Galatasaray Istanbul. Nach der Verpflichtung von Wesley Snejider gab der türkische Tabelenführer unter der Woche auch die Verpflichtung von Superstar Didier Drogba bekannt. Doch nun meldete sich sein bisheriger Verein Shanghai Shenhua und vermeldete, dass der Wechsel noch nicht beschlossen sein. Laut dem chinesischen Klub sei Drogbas Vertrag nie aufgelöst worden. Der türkische Berater des Ivorers klärte anschließend die Öffentlichkeit darüber auf, dass es Drogba erlaubt wäre, den Verein zu verlassen sobald er für einen Monat keine Zahlung erhalten hat. In dessen Fall aber wartet der Star des laufenden Afrika Cups aber schon seit drei Monaten auf sein Geld. Für mich so oder so ein Grund nicht mehr für Shangai kicken zu wollen. Aber ob Galatasaray da die richtige Adresse ist?



Immerhin machte der türkische Verein vor Jahren einen ähnlichen Fehler, als ein gewisser Franck Ribery drei Monate lang nicht bezahlt wurde und der Franzose so legal zu Olympique Marseille wechseln konnte. Man darf für Drogba und Galatasaray hoffen, dass erstens der Klub mittlerweile weiß, wie er mit Geld umzugehen hat und zweitens der Spieler wieder ertgeschätzt wird. Sollte der Transfer klappen würde es mich für die türkische Liga freuen, die, wie ich finde, noch zu oft von den Fußball-Anhängern Europas unterschätzt und ignoriert wird.

Regeln regeln - das Hobby der Gelangweilten

Kommen wir zu zwei Persönlichkeiten, die über die Jahre leider Pluspunkte bei mir einbüßen mussten. Angesprochen fühlen dürfen sich die Herren Arsene Wenger und Michel Platini. Vor allem der UEFA-Präsident glänzte zuletzt immer wieder mit seltsamen über unnötigen bis schwachsinnigen Ideen. Neben der Abschaffung der Europa League und der Aufstockung der Champions League auf 64 Teams oder einer EM in 13 verschiedenen Ländern hat er sich vor lauter Langeweile mit der Wintertransferperiode befasst.

Diese sei so nicht akzeptabel, da es unrecht wäre, wenn ein Spieler in der Hinrunde bei Team A und in der Rückrunde bei Team B spiele. Heulsuse Arsene Wenger steigt – wohlbemerkt nachdem er M'Vila und David Villa nicht zu Arsenal holen konnte – mit ein ins Gruselkabinett der bekloppten Ideen. Wen bitte hat das bislang gestört? Bestenfalls eine Begrenzung möglicher Transfers auf vielleicht drei Jungs könnte ich noch nachvollziehen, aber meiner Meinung nach gibt es im eurpäischen Fußball gefühlte 100 wichtigere Themen.



In Deutschland wurde mal wieder etwas beschlossen. Der DFB hat seine Schiedsrichter angewiesen in Zukunft Torjubel, Auswechslungen oder Verletzungsunterbrechungen genauer nachspielen zu lassen. Lutz Michael Fröhlich zu Sport-Bild: „Es soll genau differenziert werden, wie schnell Aktionen ablaufen. Das gilt auch für Torjubel. Geht alles zügig, gibt es keinen Grund, lange nachzuspielen.“ Klingt für mich als dürfte nach dem Verbot sein Trikot auszuziehen der Spieler nun nur noch in Sekunden-Eile Freude über das Tor abfeiern. Bravo! Aber ganz unsinnig ist die Regel nun auch nicht. Goal.com-User Gavin Brinkmann postete ein gutes Beispiel: Als Schalke und Hannover die Rückrunde eröffneten fielen in der zweiten Halbzeit acht Tore.

Es folgten fünf Auswechslungen und vier Gelbe Karten. Nachgespielt wurden nur zwei Minuten. In der Premier League wird sogar im Schnitt doppel so lange nachgespielt. Ich frage mich, wieso die Bundesliga-Schiedsrichter keine Stoppuhr mit sich tragen bzw. sie verwenden dürfen. Fällt ein Tor, drückste den Knopf und fertig. Der Spieler kann jubeln und anschließend geht’s weiter. Funktioniert in anderen Sportarten hervorragend. Nein, nicht im Fußball. Hier muss geredet und eingeschätzt werden, obwohl in keinem anderen Sport im Land an jeder Minute soviel Geld hängt. Für mich unverständlich, aber genau wie wir müssen auch die Herren im DFB Woche für Woche dazu lernen.

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