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Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien und das wird alles von den Medien hochsterilisiert - soweit Business as usual. Was wir in dieser Woche gelernt haben...

Stuttgart. Wie sagt doch der Slogan von Baden-Württemberg mit der Landeshauptstadt Stutgart so schön und treffend: „Wir können alles - außer Hochdeutsch.“ Das sollte der VfB Stuttgart aufgreifen und für sich umstricken: „Wir können alles - außer Hinrunde!“ Fünf Spiele, zwei Punkte, kein Sieg, drei Niederlagen. So nüchtern liest sich die Bilanz der Landeshauptstädter aus dem Ländle. 

Noch nicht gegen die Übergegner gespielt

Gut, so ganz stimmt das natürlich nicht, denn die Niederlage gegen Ligaprimus Bayern war sicherlich eingeplant. Aber gegen Wolfsburg, Hoffenheim, Düsseldorf und auch Werder hatte man sich in Stuttgart sicherlich mehr ausgerechnet, als magere zwei Punkte. Das sah in der letzten Saison noch anders aus. Da hatte man nach fünf Spielen bereits zwei Siege und ein Unentschieden auf dem Konto - und das gegen gute Gegner wie Schalke, Hannover und Gladbach. Aber die fehlen aktuell eben noch in der Verlosung. Aber vielleicht wird es ja am Wochenende was, denn da muss der VfB zu den Clubberern aus Nürnberg, die gegen Hannover den fußballerischen Offenbarungseid abgelegt haben. Ob aber Per Nilsson wieder zum Einsatz kommt, um reichlich Geschenke zu verteilen und sich die Goal.com-Note 0.0 - was einer glatten Sechs in Schulnoten entspricht - abholt, darf bezweifelt werden. 

 

Huszti wird doch nicht etwa? - Nein! Huszti und der rote Lerneffekt!

Strafen sollen möglichst einen positiven Effekt haben. Juristisch spricht man davon, dass mit einer Strafe die Tat gesühnt werden, der Täter resozialisiert und von der Begehung weiterer Taten abgehalten werden soll. So gesehen hat Schiedsrichter Deniz Aytekin bei Szabolcs Huszti alles richtig gemacht. Der Ungar in Reihen von Hannover zeigte gegen Nürnberg ein grandioses Spiel, stand kurz vor der Höchstnote. Tolle Tore vorbereitet, Tor selbst gemacht, Spieler der Partie gewesen und - Achtung jetzt! - das Trikot dabei stets fein angelassen. Auch der Zaun wurde von Kletterpartien verschont. Kurz und gut: Huszti hat sich als vorbildlicher Spieler präsentiert. Damit hat Aytekin mit dem Griff zum Karton das geschafft, was lange Trainerpredigten mit Engelszungen oftmals nicht vermögen und wo selbst mannschaftsinterne Strafenkataloge ins Leere greifen. Herr Aytekin: Weitermachen!

Was wir noch gelernt haben...
Und nochmals zu den Elfern: Es macht immer mehr den Eindruck, als hätten wir was das angeht ein böses Problem. Elfer-Krise! Das Hosenflattern des Schützen vom Punkt. Bis Sonntag wurden in der Liga drei Schüsse vom Punkt verballert. Plus vier auf europäischer Ebene. In der Liga waren nur fünf von acht Elfern drin. 62,5 % - das ist grottig. In der letzten Saison gabs da eine Quote von fast 87 % - 66 von 76 Elfern zappelten im Netz! Und was heißt das? Wie in der Jugend sollte der Elfer wieder fix auf dem Trainingsprogramm stehen. Erst wer das Ei versenkt, darf ins Entmündungsbecken. Das können dann lange Tage für die Zeugwarte werden...

Süper Lig Geschmunzel: Ja, auch in der Türkei wird Fußball gespielt. Und da wurde nun die Liste veröffentlicht, wer denn gehaltstechnisch der teuerste Spieler der Liga ist. Ricardo Quaresma von Besiktas Istanbul. Das ist so weit ja nun nicht besonders. Oder doch? Natürlich ist das besonders, denn dieser Quaresma, der im Jahr fast vier Millionen Euro netto (!!) abgreift, hat bisher nicht eine Minute gespielt und nicht mit der ersten Mannschaft trainiert. Ja, ein Spieler bei einem finanziell gebeutelten Verein, der ein Vermögen verdient, kommt auf die Stille Treppe. Das dürfte einmalig in Europa sein. Obwohl, ich kenne die Türkei als meine zweite Heimat recht gut. Mit fast vier Millionen machst du dir dort ein echt gutes Leben. Fürs Nichtstun ist das großer Sport. Am Bosporus sitzen, eine Latte trinken, aufs Wasser schauen und auf dem Konto tanzt der Bär - was will man eigentlich mehr? Q7 - go for it! 
Nuri kann wieder Tore!

Ich war schon drauf und dran, nicht zuletzt wegen der Fähigkeit, Deutsch und Türkisch zu beherrschen, ein Buch zu verfassen: Die Leiden des jungen Nuri S. - in Spanien und auf der Insel abgesoffen! Und gerade da, als das Eingangskapitel quasi steht, macht er zwei Tore und rockt das Spiel von Liverpool. Verdammt, und ich hatte mich schon seelisch auf einen Bestseller sowie eine anschließende Verfilmung gefreut. Ich sah mein Bankkonto prall gefüllt - und er macht die Hütten, um damit meine Pläne zunichte zu machen.




Nein, ganz im Ernst - und ich hoffe, der gleichnamige Redaktionskollege fühlt sich nun nicht veralbert - ich gönne es Nuri Sahin, dass er sich offensichtlich auf der Insel eingelebt hat. Nach seiner Zeit bei Real Madrid, in der man ihm die süßen Früchte stets nur vor die Nase gehängt hat und er sie nicht naschen durfte, tut es ihm sicherlich gut, mal wieder ein Spiel dominieren zu dürfen. Vielleicht - und hoffentlich - kann er gegen Norwich wieder zuschlagen, denn dass er spielt, dürfte basierend auf der Sperre von Shelvey und seiner Vorstellung gegen West Brom Fakt sein. Da nochmals eine geniale Partie und ich werde das erste Kapitel meines Buches vom Rechner entfernen. Versprochen. Wenn nicht....





Podolski und die guten Englisch-Kenntnisse - ich war baff!




Was hat er uns mit stilistischen Highlights versorgt, der kölsche Prinz Lukas. Unvergessliche Sätze wie „So ist Fußball. Manchmal gewinnt der Bessere“, „Jetzt müssen wir die Köpfe hochkrempeln. Und die Ärmel natürlich auch“, „Rein das Ding, fertig und ab nach Hause“, „Ich denke nicht vorm Tor- das mach ich nie!“, „Doppelpass alleine? Vergiss es!“, „Polnisch, deutsch, mit den Händen. Hauptsache, der Pass kommt und der Ball ist im Tor“, „Es geht nicht um System-Fußball oder einen anderen Scheißdreck“ und und und hat er uns geschenkt. Neben teilweise tollen Spielen und erstklassigen Toren. Oder „Lukas’ WM-Tagebuch" via 1Live, aber das lassen wir hier einfach weg. Klagetechnisch. Und das macht er nun auf Englisch? Ja? Wirklich? Ich mags kaum glauben, denn Luks ist nur Lukas, wenn das auch sprachlich scheppert.

Aber für ihn gilt wie für Nuri: Er scheint angekommen zu sein. Nach seiner Leidenszeit beim FC Bayern und danach dem sportlichen GAU beim FC Köln wird er nun von Trainer Wenger als Virtuose gefeiert. Der Mann der tödlichen Tore. Er genießt das Vertrauen des Elsässers, macht die Hütten, knipst und scheint zufrieden. Da darf man eher nicht traurig sein, wenn eben die denkwürdigen Sprüche oder Stilblüten in Serie ausbleiben. Obwohl, ein klein wenig schade ist es schon. Finde ich.

EURE MEINUNG: Was hat ihr in dieser Woche gelernt?
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