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Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien und das wird alles von den Medien hochsterilisiert - soweit Business as usual. Was wir in dieser Woche gelernt haben...

Bremen. Wie sagte Oliver Kahn einst so schön und treffend, nachdem man beim FC Bayern München am 01. November 2003 gegen Schalke zwei Eier geschenkt bekommen hatte? „Eier, wir brauchen Eier!“ Und exakt diese Hühnerprodukte hatte Aaron Hunt von Werder Bremen gegen den Hamburger SV im Nordderby.

Schieß einfach zwei Elfmeter, wenn du einen verballerst

In der 41. Minuten beim Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV foulte Hamburgs Bruma Bremens Elia. Aaron Hunt trat kurz vor der Halbzeit beim Stand von 0:0 an und machte den Robben - er verschoss das Ding. Pomadig, überheblich, zu lasch. Der Elfer war exakt so geschossen, wie man einen Strafstoß niemals schießen soll. Ein Versemmler fürs Lehrbuch quasi. Doch in der 51. Minute war es wieder soweit: Aogo vergaß sein Bein mitzunehmen, ließ die Extremität stehen und Sportkamerad Petersen im Dress der Bremer lag - Elfer. Und wer jetzt glaubte, der gute Aaron Hunt würde sich verstecken, der irrte gewaltig. Er zeigte das, was der Titan Oliver Kahn 2003 forderte. Eier. Ball geschnappt, auf den Punkt gelegt, angelaufen und krawumm, da zappelte die Pille im Hamburger Netz - 1:0 für Werder. War es selbstbewusst, dreist, frech oder naiv? Das juckt heute niemanden mehr, denn mit der Kaltschnäuzigkeit und den Eiern brachte Hunt seine Grün-Weißen auf die Siegesstraße. So wollen wir als Zuschauer das doch sehen.

Es müllert wieder - denn Totgesagte leben länger und besser!

Was wurde nicht alles über Thomas Müller vom FC Bayern München gesagt und geschrieben. Strohfeuer. Zu satt. Er kanns nicht mehr. Er ist gehemmt. Er wirkt lustlos. Doch wie immer im Fußball-Leben: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. So jedenfalls sagte es seinerzeit König Otto, der alte Rehhakles. Und Herr Müller gab die Antworten auf dem Platz. Drei Tore in zwei Spielen lassen sich sehen. Wie auch Gustavo fällige Antworten auf dem Platz gab - und das direkt aus gut 30 Metern. Krawumm. Natürlich müssen wir uns fragen, was da bei den Bayern geht. Ganz einfach: Nicht Red Bull verleiht Flügel, sondern Shaqiri und Martinez auf der Bank der Bayern machen Beine - und verleihen eben auch ein wenig Flügel. Die Bayern sollten es auch einmal mit einer Power-Brause versuchen. Nur bei der Farbwahl könnte es Probleme geben, denn das Rot-Weiße haben sich die Jungs aus Atlanta ja leider gesichert. Macht nichts, denn wer sich Martinez als Rollator für faule Spieler leisten kann, der kann auch Coca-Cola kaufen.


Was wir noch gelernt haben...
„Was interessiert mich
mein Geschwätz von
gestern?" - das könnte
man Markus Babbel leicht entgegenhalten. Erst den Bundestrainer Löw mal schnell kritisiert, wie er mit Wiese umgeht, um dann selbst Andreas Beck öffentlich zu demontieren. Schön und konsequent geht aber mal ganz anders, mein lieber Herr Babbel.

Ein Bundestrainer ist nicht Mister Spock und muss darum nicht logisch sein. In der letzten Saison räumten die Dortmunder ab, was abzuräumen war. Doch während der Euro 2012 waren sie unterrepräsentiert. In der aktuellen Saison rocken es die Bayern in der Liga und nun schlägt er, der Bundes-Löw, beim BVB zu, was das Personal angeht. Logisch ist das nicht. Aber andererseits, wie sagte schon der Bundes-Berti - „Wenn ich übers Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker: Nicht mal schwimmen kann er."

 

Düsseldorfer Wundertüte?

Wunder gibt es immer wieder. Ich meine, das wäre einmal ein Lied gewesen. Damals, als es noch keine CDs gab, sondern Plattenspieler und Kassettenrekorder. Und da wir ja heute den Tag der mehr oder minder lustigen Fußballzitate haben, versuche ich es hier einmal mit Richard Golz, der ehemaligen Keeper vom HSV: „Ich habe nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt.“ Lustig, aber passt hier, denn eigentlich hatte kaum
jemand an der Chancenlosigkeit der Fortuna aus der
Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens gezweifelt - und sie sehen sich zum Saisonauftakt getäuscht. Denn wenn die Fortuna so weiter vor den Ball tritt, dann ist sie alles, nur ganz sicher nicht chancenlos, was den Klassenerhalt
angeht.

Sicher, es noch recht früh für abschließende Prognosen, aber wenn man den „Experten“ hätte glauben können, stand Düsseldorf schon fast als Rekordjäger von Tasmania Berlin fest. Doch nach zwei Spielen sehen wir einen Sieg und ein Unentscheiden - immerhin gegen den Erzrivalen aus Mönchengladbach. Das ist weit mehr, als Pessimisten und Kritiker den Rheinländern zugetraut hatten.

Rule of three

Was das ist? Nun, eigentlich ist es eine lustige Regel was Männer und Frauen angeht. Sagt ein Mann auf die Frage nach einer bestimmten Stückzahl „Drei“, kann man davon ausgehen, es waren eher weniger. Also in etwa Null. Sagt jedoch eine Frau „Drei“ auf eine ähnlich gelagerte Frage, gehe man einfach davon aus, es handelte sich um wesentlich mehr. Aber unsere „Rule of three“ bezieht sich auf Torjäger, die in der Kritik oder im Fokus stehen. Und mit eben dieser Zahl „Drei“ lässt man Kritiker verstummen. So zu sehen an Falcao, an Robin van Persie und an Pazzini. Mit Lust und Freude haben sich die drei Knipser den Frust von der Seele geballert und dem Gegner mal eben drei Stück eingeschenkt. Wenn Fußball doch nur immer so schrecklich einfach wäre.

Wird die Nationalelf zur Erholungszone ... für Mesut Özil?

Schon Lukas Podolski war zu seinen Bayern-Zeiten immer froh, wenn er zur Nationalmannschaft durfte. Da konnte er spielen, da erfuhr er Wertschätzung. So könnte es auch für Mesut Özil sein, sollte sein Coach Jose Mourinho tatsächlich nur mit Luka Modric planen. Dann bleiben Özil vorerst nur die Einsätze bei der Nationalelf, um sich Bestätigung zu holen und auf internationaler Bühne zu zeigen, weshalb ihn Real Madrid verpflichtet hat. Lothar Matthäus würde Özil in der Situation raten: „Du darfst jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken!“ Hoffen wir, dass irgendwer Özil den guten Tipp gibt. Den mit dem Sand.

 

EURE MEINUNG: Was habt Ihr in dieser Woche gelernt?
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Manchmal brechen im Fußball auch die letzten Instanzen. Der SC Freiburg versuchte monatelang seinen Topstürmer in den eigenen Reihen zu halten. Lange Zeit erfolgreich. Doch nun war die Verlockung des Geldes für beide Seiten einfach zu groß: Papiss Demba Cissé ging für rund zwölf Millionen Euro zu Newcastle United in die Premier League. Dort darf er sich unter anderem auf Demba Ba freuen, der seinen Abschied aus der Bundesliga jedoch gänzlich anders gestaltete als der 26-jährige Senegalese. Während Ba rebellierte, zog es Cissé vor, bis zum letzten Moment Leistung zu bringen für die sympathischen Breisgauer. 2009 holte Sportdirektor Dirk Duffner den Stürmer aus der zweiten französischen Liga und erntete damit viel Kritik. Denn Cissé kostete 1,5 Millionen Euro. Etwas mehr als Marco Reus, der ebenfalls in diesem Winter seinen Wechsel bekanntgab. Beide sind sie zu Rekordverkäufen ihrer Klubs geworden. „Wir sind nun mal keine Milliardäre und müssen damit leben, dass wir ab und zu eine Spieler verkaufen müssen“, zog Trainer Christian Streich ein nüchternes Fazit.

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