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Das Runde muss ins Eckige, Magath besteigt den Hügel der Leiden & am Ende gewinnen immer die Deutschen. Soweit nichts Neues – oder doch? Was wir in dieser Woche gelernt haben...

London. Mit Robin van Persie und Javier Martinez sind noch zwei heiße Eisen auf dem Transfermarkt. Während sich der eine zu einem Wechsel zu Manchester United entschlossen hat, steht der andere vor einem Transfer zum FC Bayern München. Unterdessen richtete sich der Bundestrainer mit einer Wutrede á la Giovanni Trapattoni an die Medienwelt.

Gunners verlieren erneut an Munition

Arsenal verliert wieder einmal einen seiner Stars – nach Thierry Henry ist der Abgang von Robin van Persie vielleicht sogar der Schwerste. Am Mittwochabend kündigte Manchester United an, dass man eine Einigung mit den „Gunners“ erzielt habe. Ein schwerer Schlag für die Ambitionen der Londoner, die aber schon mit einem Wechsel des niederländischen Stürmers rechnen mussten, nachdem dieser sich früh darauf festgelegt hatte, seinen Vertrag (bis 2013) nicht verlängern zu wollen. Wieder einmal muss Arsenal und Trainer Arsene Wenger also sehenden Auges einen wichtigen Spieler zu einem direkten Konkurrenten ziehen lassen. Dabei hatte van Persie seine Verletzungsprobleme endlich überwunden und sich zum Torschützenkönig der Premier League (30 Tore) aufgeschwungen. Der 29-Jährige kostet rund 30 Millionen Euro.

Martinez und die Bayern

Viele Irrungen und Wirrungen im Transfer von Javier Martinez. Der Mann von Athletic Bilbao wird weiterhin vom FC Bayern München gejagt und wie es unter der Woche zu hören war, hätten sich die beiden Vereine gar geeinigt. Demnach solle der deutsche Rekordmeister die vollen 40 Millionen Euro Ablöse bezahlen, doch zehn Millionen Euro davon gebe der Spieler selbst durch einen Gehaltsverzicht dazu. Ob das so stimmt? Der Berater des 23-Jährigen dementierte prompt und verneinte gar Gespräche mit den Bayern, denn Bilbao sei nicht gesprächsbereit. Uli Hoeneß aber stellte kurz darauf klar, dass der FCB bereit sei, die geforderten 40 Millionen Euro auf den Tisch zu legen. Bei den Bayern wäre der Spanier Rekordtransfer und sicherlich eine Bereicherung für die Bundesliga. Klar ist: Es wäre der erste richtig große Coup vom neuen Sportdirektor Matthias Sammer an der Säbener Straße.


Was wir am Wochenende lernen werden...
Der FC Bayern München ist mit 15 Titeln bislang Rekordsieger im DFB-Pokal. Auf Rang zwei folgt Werder Bremen mit sechs Titeln. In allzu naher Zukunft wird sich an dieser Konstellation also nichts ändern. Auch Jahn Regensburg wird den neuen Bayern keinen Stoplerstein bieten können.

Der 1. FC Köln und Hertha BSC sind überaus durchwachsen in die Zweitligasaison gestartet. Die Aufbruchstimmung ist zunächst jedenfalls verflogen. Ein Dämpfer im Pokal wäre nun das Letzte was die beiden großen Klubs brauchen. Und wenn man vom Teufel spricht...

Am Wochenende beginnt in Spanien die neue Saison. Während in Zeiten der Finanzkrise die Steuerschulden der Klubs diskutiert werden, muss Real Madrid gleich zum Auftakt gegen den FC Valencia ran. Eine echte Härteprüfung und gleich ein Wegweiser für die neue Spielzeit. Titelverteidigung oder Aufholjagd von Beginn an?

Joachim Trapattoni

25 Minuten lang redete, ja, polterte Joachim Löw auf der Pressekonferenz vor dem Freundschaftsspiel gegen Argentinien gegen die Medien und verteidigte den Auftritt seiner Mannschaft bei der EM 2012. Ein großer Streitpunkt war das Mitsingen der Hymne bzw. dass es einige Spieler eben nicht tun. Auch dass es seiner Elf an Persönlichkeiten mangele, die auch mal den Mund aufmachen, wollte er so nicht stehen lassen. Die Kritik nach der ersten Niederlage nach 15 Siegen in Folge sei ungerechtfertigt, so der Tenor des Bundestrainers.

Es ähnelte in Zügen der berühmten Wutrede von Giovanni Trapattoni, doch Löw ist eben doch im Wesen ein anderer. Das Temperament wirkte eher aufgesetzt und bei den seriösen Kritiken war das Singen der Hymne sowieso nie wirklich einer der Gründe des Scheiterns. Die waren viel komplexer. Löw hat mit der WM 2014 sein nächstes großes Turnier vor Augen und will weniger Rücksicht nehmen. Es sollte ein Zeichen sein.

Kiew „erschüttert“ Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach geht das Abenteuer Champions-League-Qualifikation an. Doch die „Fohlen“ haben mit Dynamo Kiew den vermeintlich schwersten Gegner aus dem Topf zugelost bekommen. Der 13-malige Meister aus der Ukraine wurde in der vergangenen Saison Zweiter. „Ich bin erschüttert“, sagte Gladbachs Vize-Präsident Rainer Bonhof nach der Auslosung und fügte an: „Das wird eine Herausforderung für unsere Spieler.“ Die Borussen hatten sich eigentlich Athen oder Kopenhagen als Gegner gewünscht, doch es kam anders. Die Playoff-Spiele werden die erste große Herausforderung für die Mannschaft von Lucien Favre und umso wichtiger wäre ein Erfolg am Wochenende im DFB-Pokal bei Alemannia Aachen. Dort hofft man auf das Lösen der Ladehemmung von Topeinkauf Luuk de Jong. Der blieb bislang nämlich in allen Testspielen ohne Tor.

Schnitzel bringen die heile Welt in Bremen aus dem Lot

„Kontrovers diskutiert“ wurde laut Werder Bremens Manager Klaus Allofs der Deal mit dem neuen Trikotsponsor Wiesenhof innerhalb des Vereins. Denn der Geflügel-Produzent stand und steht im Verdacht der Massentierhaltung und wurde daher von einigen Mitgliedern der Norddeutschen nicht besonders gut betrachtet. Mit Vereinsaustritten wurde gedroht. Schon jetzt hat der Konzern und vor allem Werder mehr mediale Aufmerksamkeit, als ihnen lieb sein könnte. In einer Internet-Umfrage des Weser Kuriers haben sich 75 Prozent der teilnehmenden Bremer Fans gegen Wiesenhof als Sponsor ausgesprochen. Der Protest ist auf manchen Seiten groß. Es wird Zeit, dass der Ball endlich rollt.

 

EURE MEINUNG: Was habt Ihr in dieser Woche gelernt?
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Manchmal brechen im Fußball auch die letzten Instanzen. Der SC Freiburg versuchte monatelang seinen Topstürmer in den eigenen Reihen zu halten. Lange Zeit erfolgreich. Doch nun war die Verlockung des Geldes für beide Seiten einfach zu groß: Papiss Demba Cissé ging für rund zwölf Millionen Euro zu Newcastle United in die Premier League. Dort darf er sich unter anderem auf Demba Ba freuen, der seinen Abschied aus der Bundesliga jedoch gänzlich anders gestaltete als der 26-jährige Senegalese. Während Ba rebellierte, zog es Cissé vor, bis zum letzten Moment Leistung zu bringen für die sympathischen Breisgauer. 2009 holte Sportdirektor Dirk Duffner den Stürmer aus der zweiten französischen Liga und erntete damit viel Kritik. Denn Cissé kostete 1,5 Millionen Euro. Etwas mehr als Marco Reus, der ebenfalls in diesem Winter seinen Wechsel bekanntgab. Beide sind sie zu Rekordverkäufen ihrer Klubs geworden. „Wir sind nun mal keine Milliardäre und müssen damit leben, dass wir ab und zu eine Spieler verkaufen müssen“, zog Trainer Christian Streich ein nüchternes Fazit.

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