thumbnail Hallo,

Das Runde muss ins Eckige, Magath besteigt den Hügel der Leiden & am Ende gewinnen immer die Deutschen. Soweit nichts Neues – oder doch? Was wir in dieser Woche gelernt haben...

Paris. Anders als so oft in den letzten Jahren kommen die größten Transferknaller in diesem Sommer aus Frankreich. Paris Saint-Germain gibt seinen neu-gewonnenen Reichtum mit beiden Händen aus und lockt mit den Geldscheinen sogar große Namen wie Zlatan Ibrahimovic in die Stadt der Liebe. In der Bundesliga ist inzwischen Borussia Mönchengladbach der Transferkrösus. Das hatten wir auch nicht oft.

Ibra-Kadabra zaubert nun in Paris die Millionen aus dem Hut

Zlatan Ibrahimovic ist der Ablöse-König. Durch den Wechsel vom AC Mailand zu Paris Saint-Germain summieren sich die Transfergelder für den inzwischen 30-Jährigen auf 168 Millionen Euro. Die Italiener freuen sich über gehörige Gehaltseinsparungen von zwölf Millionen Euro jährlich, die in Paris noch einmal um zwei Millionen getoppt werden. Dies brachte die Regierung auf die Barrikaden, die dieses Gehalt „unanständig“ finden. Indes ist „Ibra“ nur der größte Transferknaller in der Offensive von PSG, die auch Thiago Silva für gerade mal 42 Millionen Euro verpflichteten. Und Ibrahimovic? Der bedankte sich bei Milan, ihm nach der verschenkten Zeit in Barcelona ihm das „Lachen“ wiedergegeben zu haben. Nun aber wolle er dabei sein, wenn sich in Paris die nächste Größe im Sport erhebt. The Dark Knight Rises? Viele Sympathien außerhalb der Stadt hat PSG jedenfalls nicht.

Mönchengladbach stemmt Königstransfer

Wochenlang dauerte der Poker zwischen Twente Enschede und Borussia Mönchengladbach, am Ende gab der niederländische Erstligist klein bei. Der 21-jährige Luuk de Jong wechselt für zwölf Millionen Euro zum Bundesligisten und ist demnach Rekordeinkauf der Fohlen. Sportdirektor Max Eberl musste sich gewaltig strecken, um die Verhandlungen mit Twente doch noch erfolgreich abzuschließen, die zwischendurch gar 20 Millionen Euro forderten. De Jong hatte sich schon länger für die Borussia entschieden und drängte auf eine schnelle Einigung, die dann doch etwas auf sich warten ließ. Am Ende ging es aber gut und der Stürmer kann am Freitag mit dem Rest der Mannschaft ins Trainingslager fahren. Für die Fans bleibt zu hoffen, dass sich die Millionen auch lohnen. Es kann ein neuer Huntelaar werden – oder aber auch ein neuer Berg.


Was wir am Wochenende lernen werden...
Der FC Bayern München hat einen Transfer von Javi Martinez aufgrund der geforderten Ablöse aufgegeben, aber vielleicht kommt ja doch noch einer und Sportdirektor Matthias Sammer überrascht zum ersten Mal die Außenwelt mit seinem Transfergespür.

In England wartete man nur auf den Moment, wenn Manchester City den Transfer von Robin van Persie vermeldet - jedoch wollen die Gunners den Niederländer halten. Es bleibt abzuwarten, wie die Sache ausgeht. Immerhin würde ein Verkauf auch neues Geld zum Investieren mit sich bringen - und vielleicht eine Kettenreaktion auslösen.

Am Wochenende beginnt in Russland der Spielbetrieb in der 1. Liga. Auch wieder mit dabei ist Kevin Kuranyi, der als erster Deutscher eine russische Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen wird. In Russland bekommt der 30-Jährige inzwischen die Wertschätzung, die ihm einst auf Schalke verwehrt geblieben war.

Ruhige Saison beim HSV? Von wegen!

„Lügner“ – so betitelte in dieser Woche der Hamburger Verteidiger Slobodan Rajkovic seinen Trainer Thorsten Fink. „Ich wurde noch nie so oft und so lange angelogen“, lauten die Vorwürfe. Was war passiert? Im Streit zwischen Rajkovic und Angreifer Son war Mitspieler Arslan dazwischen gegangen und hatte sich eine blutige Wunde eingefangen. Nach der Schlägerei wurde Rajkovic sofort von Fink suspendiert. Für den Spieler sei dies aber nur die Spitze des Eisbergs und nur die eine Seite der Medaille, denn er habe darüber erst über die Zeitung erfahren.

So habe sich auch der Trainer schon einige Fehltritte geleistet, als er einst Muhamed Besic am Hals gepackt haben soll. „Der Trainer meinte zu mir, dass er eben der Trainer sei und ja auch nicht geschlagen habe“, so Rajkovic. Wer schuldig ist und wer nicht ist inzwischen sowieso unwichtig, was bleibt ist ein großer Imageschaden für den HSV, der eigentlich nur Ruhe haben wollte nach einer schwierigen Saison. Einfach wird auch die neue nicht.

Die FIFA 2012 - inzwischen nur noch auf der Playstation ertragbar

Wenn eine Organisation in dieser Woche für schlechte Schlagzeilen gesorgt hat, dann ist es die FIFA. Selbst Dopinggeschichten von der Tour de France schafften es kaum auf die ersten Seiten der Gazetten, da Sepp Blatter von seinem Thron aus jegliche Geschütze in Richtung der Kritiker ausrichtete. Der Schweizer regiert über eine Organisation, die nach einer mehrheitlichen Meinung von Korruption durchzogen ist und wofür es auch zahlreiche Beweise gibt. Nur Blatter selbst interessiert das nur wenig. Pampig, lässig und aufreizend uninteressiert blockte er die bohrenden Fragen der Journalisten ab. Mit seiner Anschuldigung gegen Deutschland aufgrund der WM-Vergabe 2006 machte er sich keine Freunde, sodass er arg zurückrudern musste. Innerhalb der FIFA ist er aber immer noch der große Reformer, doch würde es nach den Regeln außerhalb dieses Mikrokosmos gehen, wäre er wohl schon längst Geschichte.

Hals- und Beinbruch in Wolfsburg

Felix Magath hat sich in dieser Transferperiode noch relativ zurückgehalten, doch die Kreditkarte des VfL Wolfsburg glüht weiterhin. So verpflichtete er nach einigem Chaos den brasilianischen Verteidiger Naldo von Werder Bremen. Dabei war Naldo zwischendurch medienwirksam aufgrund seiner verletzungsbedingten Vorgeschichte durch den Medizincheck geflogen. Letzten Endes unterschrieb der Verteidiger für vier Jahre und wird in dieser Zeit wohl auch ordentlich verdienen. Läuft alles gut, bekommt Wolfsburg einen erfahrenen Abwehrchef, im schlechten Fall könnte es so laufen wie vor zwei Jahren, als Naldo aufgrund eines Knochenödems die gesamte Saison 2010/11 verpasste. Inwiefern die Verpflichtung Sinn macht, wird man Magath fragen können: Naldo ist einer von acht Innenverteidigern im Kader.

 

EURE MEINUNG: Was habt Ihr in dieser Woche gelernt?
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !
Manchmal brechen im Fußball auch die letzten Instanzen. Der SC Freiburg versuchte monatelang seinen Topstürmer in den eigenen Reihen zu halten. Lange Zeit erfolgreich. Doch nun war die Verlockung des Geldes für beide Seiten einfach zu groß: Papiss Demba Cissé ging für rund zwölf Millionen Euro zu Newcastle United in die Premier League. Dort darf er sich unter anderem auf Demba Ba freuen, der seinen Abschied aus der Bundesliga jedoch gänzlich anders gestaltete als der 26-jährige Senegalese. Während Ba rebellierte, zog es Cissé vor, bis zum letzten Moment Leistung zu bringen für die sympathischen Breisgauer. 2009 holte Sportdirektor Dirk Duffner den Stürmer aus der zweiten französischen Liga und erntete damit viel Kritik. Denn Cissé kostete 1,5 Millionen Euro. Etwas mehr als Marco Reus, der ebenfalls in diesem Winter seinen Wechsel bekanntgab. Beide sind sie zu Rekordverkäufen ihrer Klubs geworden. „Wir sind nun mal keine Milliardäre und müssen damit leben, dass wir ab und zu eine Spieler verkaufen müssen“, zog Trainer Christian Streich ein nüchternes Fazit.

Dazugehörig