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Das Runde muss ins Eckige, Magath besteigt den Hügel der Leiden & am Ende gewinnen immer die Deutschen. Soweit nichts Neues – oder doch? Was wir in dieser Woche gelernt haben...

Dortmund. Der FC Bayern München schwankt in der Rückrunde zwischen grenzenloser Heiterkeit und existentiellen Fragwürdigkeiten. Eine ganze Saison spitzte sich am Mittwoch auf diesen einen Moment zu, als Arjen Robben zum Elfmeter in der 85. Minute antrat - und verschoss! Borussia Dortmund damit designierter Meister? Der FC Schalke 04 zittert.

Alle auf einen? Robben im Kreuzfeuer

Arjen Robben hat dem FC Bayern München schon etliche Punkte im Alleingang eingebracht – im wahrsten Sinne des Wortes. Doch seit dem Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund hat sein Ruf ein wenig gelitten. Zunächst hob er beim Gegentreffer durch Robert Lewandowski das Abseits auf, daraufhin verschoss er spektakulär den selbst herausgeholten Elfmeter. Der Niederländer war die tragische Figur an jenem Abend und wurde dann auch noch von BVB-Verteidiger Neven Subotic wüst beschimpft. Eine Schwalbe wollte der Serbe gesehen haben und auch Roman Weidenfeller gab sich nach Abpfiff nicht gerade gutmütig mit Robben. Franz Beckenbauer fragte sich, wieso Jupp Heynckes den Flügelspieler überhaupt zum Elfmeter habe antreten haben lassen, da der Gefoulte doch niemals selbst schießen sollte. Abgesehen davon, dass diese ungeschriebene Regel keine Gültigkeit besitzt, müssten sich die Bayern eher fragen, wieso sie in den fast 80 Minuten vor dem Gegentreffer nichts gerissen haben und nicht selbst dafür gesorgt haben, dass ein Elfmeter über Jubel oder Trauer entscheiden musste. Bei sechs Punkten Rückstand ist zwar vieles, aber noch nicht alles verloren. Und schon morgen werden die Bayern wieder den Blick nach oben richten und die Jagd neu eröffnen. Mit Arjen Robben.

Solbakkens Kosmos

Der 1. FC Köln ist schon ein eigener Mikrokosmos. Was, wer und wie die Entscheidungen am Geißbockheim trifft ist teilweise verworren und mit normalem Fußballverstand nicht immer einleuchtend erklärbar. So durfte Stale Solbakken nach einer weiteren Bankrotterklärung seiner Spieler in Mainz die Koffer packen und Frank Schaefer übernimmt. Der Mann, der vor 18 Monaten bereits ans Ruder durfte, dann aber entmachtet wurde, weil man ihn den Aufgaben nicht gewachsen sah. Zu lieb? Zu weich? Fast 30 Jahre arbeitet Schaefer nun schon für den FC, nun soll er ausgerechnet vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach die Wende zum Guten einläuten. Dabei soll er innerhalb der Mannschaft gar nicht mal einen guten Stand besitzen. Wie die Medien berichten, sollen sich einige Spieler sogar für Volker Finke als Übergangslösung ausgesprochen haben. Dies wäre die Krönung aus mehreren Monaten Machtkampf gewesen. Wobei sie den Kampf statt in den Gremien in Köln lieber auf dem Rasen sehen würden.


Was wir am Wochenende lernen werden...
Seit vier Spielen ist Borussia Mönchengladbach zu Hause ohne Sieg. Nun kommt mit dem 1. FC Köln der ideale Aufbaugegner in den Borussia-Park. Da bringt nämlich auch die Entlassung von Trainer Stale Solbakken nichts.

Alle freuen sie sich auf Schalke beim BVB, aber können sie tatsächlich bei den Knappen den Titel feiern? Nein, so weit ist es dann doch noch nicht, denn S04 ist extra-motiviert und liefert sich ein Scheibenschießen mit den Gästen.

Cristiano Ronaldo fehlt nur noch ein Tor zu seiner persönlichen Bestmarke. Nach seinem Dreierpack gegen Atletico Madrid hat er nunmehr 52 Saisontore auf seinem Konto. Schon in der letzten Saison traf er 53 mal in 54 Einsätzen. Einfach Wahnsinn! Zugegeben: Lionel Messi hat bereits 60 Saisontore...

Super-GAU: Meisterfeier in Gelsenkirchen

Eigentlich geht es für den FC Schalke 04 in dieser Saison um nichts mehr, ginge es nicht am Wochenende gegen Borussia Dortmund! Das Ruhrpott-Derby ist wie in jeder Saison das Highlight für einen jeden Fan der Klubs. Während der BVB mit Schwung aus dem Bayern-Spiel antreten kann, gab es für die Knappen beim 1:4 in Nürnberg eine herbe Abreibung. Nun befürchten einige Fans gar, dass die Borussia bei einem Sieg auf Schalke die Meisterfeier in Gelsenkirchen abhalten könnte. So steht das 140. Revierderby unter der höchsten Sicherheitsstufe der Ordnungshüter.

„Ein Derbysieg ist für manche Menschen wichtiger als Titel“, weiß der ehemalige Dortmunder Christoph Metzelder aus eigener Erfahrung. Das Spiel gegen Nürnberg sollen die Spieler aus den Köpfen bekommen, um am Samstag ein gutes Ergebnis zu erzielen. Die letzten Wochen mit Dauerbelastung aus Europa League und Bundesliga könnten im Endspurt ihre Spuren hinterlassen haben, sodass Schalke mit einem Sieg im Derby den Hebel zur richtigen Zeit wieder umlegen möchte.

VfB nach Europa? Bruno macht es möglich

Beim VfB Stuttgart fängt man langsam an zu träumen. Normalerweise sind die Teams von Bruno Labbadia daran gewöhnt, im zweiten Jahr unter dem Trainer einzubrechen, doch die Schwaben haben sich nach einem eher schwachen Saisonstart gefangen und treiben neuen Höheflügen entgegen. Bis zum Pokal-Viertelfinale gegen den FC Bayern lief es nicht wirklich rund. Erst als der VfB auch dort verlor, ging es aufwärts. „Ich habe unseren Spielern gesagt, dass ich die eine oder andere Schwäche akzeptiere, aber nicht die Mutlosigkeit“, sagte Labbadia in einem Interview mit den Stuttgarter Nachrichten. Gesagt, getan. Vier Spieltage vor Schluss könnte Stuttgart mit einem Sieg gegen Bremen den Einzug ins internationale Geschäft wohl klarmachen. Weitere Ausrutscher von Gladbach ließen den VfB gar darauf hoffen, noch in Reichweite der Königsklasse zu kommen. Das wäre dann wirklich wie im Traum.

Alessandro Del Piero: Ein Leben für Juve

Alessandro Del Piero ist nicht erst seit heute das Aushängeschild und die Identifikationsfigur von Juventus Turin. Während das Personal bei der „alten Dame“ in den vergangenen Jahren häufiger wechselte als der Verein das Trikot, blieb der Kapitän seiner großen Liebe treu. Nun steht Juve vor dem nächsten Meistertitel und Del Piero ist immer noch für die wichtigen Tore da. Im Spitzenspiel gegen Lazio Rom wurde der 37-Jährige eingewechselt und erzielte noch den so wichtigen 2:1-Siegtreffer. Es war sein 288. Tor im 700. Spiel für Juventus. „Schöner hätte ich dieses Jubiläum nicht feiern können“, sagte der Matchwinner nach der Partie. Der Rekordtorjäger der Bianconeri hofft, in den verbleibenden sechs Spielen den nervenaufreibenden Kampf um die Meisterschaft mit Milan für sich entscheiden zu können. Am Ende will Del Piero den Titel in die Höhe stemmen „und ich hoffe, dass ich dann sagen kann: Mein Tor heute hat die Meisterschaft mit entschieden.“

Was habt ihr in dieser Woche gelernt?


Manchmal brechen im Fußball auch die letzten Instanzen. Der SC Freiburg versuchte monatelang seinen Topstürmer in den eigenen Reihen zu halten. Lange Zeit erfolgreich. Doch nun war die Verlockung des Geldes für beide Seiten einfach zu groß: Papiss Demba Cissé ging für rund zwölf Millionen Euro zu Newcastle United in die Premier League. Dort darf er sich unter anderem auf Demba Ba freuen, der seinen Abschied aus der Bundesliga jedoch gänzlich anders gestaltete als der 26-jährige Senegalese. Während Ba rebellierte, zog es Cissé vor, bis zum letzten Moment Leistung zu bringen für die sympathischen Breisgauer. 2009 holte Sportdirektor Dirk Duffner den Stürmer aus der zweiten französischen Liga und erntete damit viel Kritik. Denn Cissé kostete 1,5 Millionen Euro. Etwas mehr als Marco Reus, der ebenfalls in diesem Winter seinen Wechsel bekanntgab. Beide sind sie zu Rekordverkäufen ihrer Klubs geworden. „Wir sind nun mal keine Milliardäre und müssen damit leben, dass wir ab und zu eine Spieler verkaufen müssen“, zog Trainer Christian Streich ein nüchternes Fazit.

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