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Das Runde muss ins Eckige, Magath besteigt den Hügel der Leiden & am Ende gewinnen immer die Deutschen. Soweit nichts Neues – oder doch? Was wir in dieser Woche gelernt haben...

Köln. Sein Vertrag beim 1. FC Köln läuft eigentlich noch bis 2013, doch alles sieht so aus, als ob Lukas Podolski schon im Sommer den Abflug macht. Ist es Enttäuschung? Frustration? Resignation? Sucht Euch was aus! Die Länderspiele erinnerten uns daran, dass schon bald die Europameisterschaft ansteht und es echte Favoriten vielleicht gar nicht gibt.

Prinz Podolski verlässt sein Königreich

Dass der 1. FC Köln und Lukas Podolski schon etwas länger nicht mehr ganz im Reinen miteinander sind, ist seit Wochen bekannt. Einst versprach man dem Prinzen der Domstadt ein Konzept, dass den FC innerhalb von ein paar Jahren in die Nähe der internationalen Plätze bringen sollten. Aber die Leute, die dies Podolski versprachen, sind zum größten Teil schon gar nicht mehr im Verein. Die Prophezeiung trat erst recht nicht ein, denn Köln dümpelt immer noch zwischen Mittelmaß und Abstiegsängsten umher. Obwohl Podolski mit 15 Toren seine vielleicht beste Bundesligasaison spielt, werden beide Parteien am Ende der Saison wohl getrennte Wege gehen. Was sich lange andeutete, wurde in dieser Woche konkreter: Der FC Arsenal soll den Zuschlag erhalten haben, nur noch um die Höhe der Ablösesumme gehe es. Die fünf Millionen Euro jährlich vom FC würde er damit ausschlagen. Es wäre sowieso vielleicht nur ein weiteres leeres Versprechen des Karnevalklubs gewesen.

EM-Sieg der Deutschen doch noch nicht sicher?

Viele sehen die DFB-Elf als einen Mitfavoriten auf den EM-Titel im Sommer. Die Deutschen sind eine Turniermannschaft und sahen bisher eigentlich immer gut aus in der Endrunde. Erst nach der gelungenen Qualifikation gilt die Mannschaft von Joachim Löw als ein heißer Anwärter auf den Titel. Doch was war das denn am Mittwoch im Testspiel gegen Frankreich? Zunächst gerieten die DFB-Kicker in Rückstand, dann vergaben sie auch noch etliche Chancen zum Ausgleich. Nach der Pause wurde die „Equipe Tricolore“ dann stärker und setzt gleich noch eins drauf. Ausgerechnet der zuletzt so formschwache Cacau sorgte in der Nachspielzeit immerhin noch für den 1:2-Ehrentreffer im Spiel gegen den Weltmeister von 1998. Sicherlich war es nicht die beste Elf von Löw, aber auch so konnte man erkennen, dass der EM-Titel (oder zumindest das Finale) kein Kinderspiel, sondern vielmehr ein Hürdenlauf gibt. Auch die bei der WM 2010 skandalösen Franzosen scheinen in guter Tagesform eine Chance zu haben. Da heißt es nur üben, üben und üben.


Was wir am Wochenende lernen werden...
Fußballkönig Raul steht beim FC Schalke vor einer aufregenden Entscheidung. Die Knappen haben ihm nun ein Angebot zur Verlängerung zukommen lassen, aber auch ein Klub aus China will den Spanier mit Geldscheinen locken. Am Samstag gegen Freiburg macht sich der Spanier noch beliebter bei den Fans mit einem Doppelpack.

Erstmals bekam Felix Magath beim VfL Wolfsburg Kritik der Fans zu hören. Vorher galt er immer noch als unantastbar in der Autostadt, doch sein Denkmal bröckelt. Kredit aus der Meistersaison ist kaum mehr vorhanden und das Unentschieden in Kaiserslautern verbessert die Lage nicht wirklich.

Beim FC Bayern München glaubte man schon, die Krise mit dem Heimsieg gegen Schalke beendet zu haben, aber die Pleite bei Bayer Leverkusen holt sie nüchtern wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Meisterschaft rückt noch weiter in Ferne.

Fredi Bobic mag keine Waffeln

Waffeln sind etwas Feines. Besonders in der kalten Jahreszeit sind sie eine willkommene Abwechslung. Ganz und gar nicht „süß“ sondern eher „sauer“ war Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic, der ein weiteres Kapitel im ewigen Streit zwischen Vereinen und Verbänden aufschlug. „Die haben doch einen an der Waffel“, schimpfte Bobic auf den serbischen Verband. Was war passiert? Bei einem Turnier der Serben war Zdravko Kuzmanovic beim 2:0 gegen Armenien und beim 0:0 gegen Zypern 170 Minuten zum Einsatz gekommen.

Bobic war sichtlich erbost über das Turnier, dass seiner Meinung nach „Schwachsinn“ sei, insbesondere im engen Terminkalender der Klubs. Der Verband sahne „nur die Kohle ab“, so der Sportdirektor. Einmal in Rage, bot Bobic auch an, dem serbischen Verband ein wenig Übersetzungshilfe an: „Ich hoffe, das kommt in den serbischen Medien an. Die können gerne bei mir anrufen, und ich kann sie dann gerne in ihrer Muttersprache beschimpfen“. Eine nette Geste von Herrn Bobic in Richtung Völkerverständigung.

Ihr könnt nach Hause gehen...

Fernando Torres, Eljero Elia, Mario Balotelli, Rio Ferdinand oder Yoann Gourcuff – was haben diese Herren wohl alle gemeinsam? Nein, das wohl in Millionenhöhe gefüllte Bankkonto ist nicht gemeint, sondern die Tatsache, dass sie alle nicht für die Freundschaftsspiele ihrer Mannschaften unter der Woche nominiert wurden. Damit ist die EM für die Genannten in Gefahr geraten. Dabei würde man natürlich gerne einen Torres in Bestform, die Dribblings eines Elias oder die einfache Anwesenheit von Balotelli sehen. Die Zuschauer hätten einfach weniger zu gucken und wir Journalisten weniger zu schreiben. Daher ein Appell an die Nationaltrainer: Nehmt sie doch mit!

CR7 bekommt seinen Oscar

And the Oscar goes to… Cristiano Ronaldo! Tatsächlich, der Portugiese bekam in dieser Woche eine ganz besondere Auszeichnung. Allerdings wird der Superstar von Real Madrid nicht wirklich stolz darauf sein (auch wenn sie noch etwas mehr Aufmerksamkeit einbringt). Bei der Rangliste des amerikanischen Webportals Bleacher Report ging es nämlich um Schauspieler, Schwalbenkönige und Freiluftkünstler. Die Spieler wurden „prämiert“, die besonders oft und pfiffig versuchen, Freistöße und sonstige Fouls mit schauspielerischer Leistung erringen wollen. Auch hier gab es wieder das Duell des „Classico“, denn mit Sergio Busquets landet ein Spieler vom FC Barcelona nur knapp hinter Ronaldo. Auch die Bundesliga darf sich freuen, denn den letzten Platz auf dem Treppchen belegt Arjen Robben vom FC Bayern München. Damit dürften sich auch die hohen Eintrittspreise in manchen Stadion erklären, immerhin bekommt man Sport und Theater gleichzeitig geboten.

Was habt ihr in dieser Woche gelernt?


Manchmal brechen im Fußball auch die letzten Instanzen. Der SC Freiburg versuchte monatelang seinen Topstürmer in den eigenen Reihen zu halten. Lange Zeit erfolgreich. Doch nun war die Verlockung des Geldes für beide Seiten einfach zu groß: Papiss Demba Cissé ging für rund zwölf Millionen Euro zu Newcastle United in die Premier League. Dort darf er sich unter anderem auf Demba Ba freuen, der seinen Abschied aus der Bundesliga jedoch gänzlich anders gestaltete als der 26-jährige Senegalese. Während Ba rebellierte, zog es Cissé vor, bis zum letzten Moment Leistung zu bringen für die sympathischen Breisgauer. 2009 holte Sportdirektor Dirk Duffner den Stürmer aus der zweiten französischen Liga und erntete damit viel Kritik. Denn Cissé kostete 1,5 Millionen Euro. Etwas mehr als Marco Reus, der ebenfalls in diesem Winter seinen Wechsel bekanntgab. Beide sind sie zu Rekordverkäufen ihrer Klubs geworden. „Wir sind nun mal keine Milliardäre und müssen damit leben, dass wir ab und zu eine Spieler verkaufen müssen“, zog Trainer Christian Streich ein nüchternes Fazit.

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