Was wir in dieser Woche gelernt haben: Barrios und Tevez bleiben Sauerbier, nur Skibbe hat mehr Probleme

Das Runde muss ins Eckige, Magath besteigt den Hügel der Leiden & am Ende gewinnen immer die Deutschen. Soweit nichts Neues – oder doch? Was wir in dieser Woche gelernt haben...

Von Christoph Vogel

Lucas Barrios bleibt beim BVB
Getty Images

Dortmund. Viele Erwartungen wurden an die Transferperiode in diesem Winter gesteckt, letzten Endes blieb die Realität jedoch in weiten Teilen hinter diesen zurück. Lucas Barrios und Carlos Tevez waren zwei Kandidaten, die den Verein verlassen wollten und für die es genug Interessenten gab. Wieso die Wechsel platzten, weiß der Himmel. Immerhin könnten sie so am Saisonende doch noch mit ihren Teams die Meisterschaft feiern.

Als Titelkandidat braucht es einen Stinkstiefel

Man konnte die Tinte unter dem Vertrag schon sehen. Erahnen. Riechen. Es war knapp. Aber am Ende bleibt Lucas Barrios beim BVB. Der FC Fulham wollte ihn, doch der Paraguayer wird eine weitere Halbserie auf der Ersatzbank des deutschen Meisters schmoren müssen. Beide Parteien konnten sich nicht auf einen Wechsel einigen und Jürgen Klopp darf sich weiterhin auf den vielleicht exquisitesten Edelstürmer der Liga freuen. Glücklich schätze sich der, der einen Barrios auf die Bank setzen kann. Dabei würde der bei den aktuellen Temperaturen sicherlich die doppelte Strecke auf dem Platz rennen, um als Südamerikaner nicht Eiszapfen an den Stollen zu bekommen. Ähnlich geht es Carlos Tevez, den angeblich alle haben wollten, aber am Ende doch keiner wollte. Kein Wunder, ist es doch mit der Verbundenheit des Argentiniers zu seinem Arbeitgeber nicht weit her. Der Stinkstiefel der Premier League darf weiter zusehen, wie sein Klub ohne ihn vielleicht die erste Meisterschaft seit der Saison 1967/68 feiert.

In jedem Monsterkader ist noch ein Platz für einen Helmes

Wie gnädig ist doch Felix Magath. Der Allmächtige beim VfL Wolfsburg zeigte Güte und lässt Patrick Helmes nun doch bei den Wölfen mittrainieren. Der Stürmer, der schon länger aussortiert ist und keine Rolle mehr in den weitreichenden Planungen von Magath spielt, darf sich „fortan auf professionellem Niveau fithalten“. Der Wechsel des 27-Jährigen zur Eintracht aus Frankfurt, die mit Idrissou und Friend Erfahrung mit aussortierten Stürmern besitzen, scheiterte am Geld. Davon gab der VfL hingegen in dieser Saison schon genügend aus, nämlich rund 50 Millionen für 20 Spieler. So platzt der Kader des Erstligisten mit 37 Akteuren, während Helmes sein Dasein auf der Tribüne fristen muss. Dabei will er doch nur spielen.

Was wir am Wochenende lernen werden...
Paris Saint-Germain schlug im Winter wieder zu und holte mit Alex (Chelsea) und Thiago Motta (Inter) zwei Schwergewichte. So wird der nächste Sieg gegen Aufsteiger Evian ein Klacks. Immerhin kennt Trainer Carlo Ancelotti beider Spieler noch allzu gut.

Franck Ribery sorgt sich um die Qualität im Kader des FC Bayern. Neuzugänge gab es im Winter nicht, weswegen die alten Akteure das Ruder nach dem schwachen Start in die Rückrunde herumreißen müssen. In Hamburg gelingt das nicht ganz, denn beim 1:1 darf sich diesmal Holger Badstuber über einen Aussetzer freuen.

Hoffenheim gegen Augsburg. Dieses Topduell des 20. Spieltags der Bundesliga versprüht reines Feuer für den neutralen Fan. Die Partie wird den Erwartungen gerecht und findet mit dem 0:0 nach 90 Minuten (keine Nachspielzeit, wofür auch?) seinen Platz in jeder Sportschau.

Totaler Fehlstart in Berlin

Michael Skibbe wirkt nach außen hin nicht unbedingt wie ein Lautsprecher. Ähnlich wie sein Vorgänger Markus Babbel scheint er aber im Umgang mit der Mannschaft auch mal einen rauen Ton anschlagen zu können. Jedenfalls gibt es schon jetzt nach zwei Niederlagen in Folge den ersten Stress in der Hauptstadt! In der Kabine soll Skibbe beim 1:2 gegen den Hamburger SV ein Verbal-Scharmützel mit Christian Lell gehabt haben. „Sei froh, dass du die fünfte Gelbe Karte gesehen hast. Du hättest sowieso nicht mehr gespielt!“ Lell, fußballerisch mit Luft nach oben, aber sicher kein Leisetreter, gab dem Fußballlehrer Kontra. Der Rest der Mannschaft hielt es da eher mit dem Verteidiger als dem Trainer. Das Ende vom Lied ist, dass die Medien Wind von der Sache bekommen haben und Skibbe schon nach wenigen Wochen die ersten Kratzer an seiner Autorität einstecken musste. Ein guter Start auf seiner neuen Arbeitsstelle sieht sicherlich komplett anders aus.

United mit Torwartproblemen und Torwart mit Problemen

Manchester United hat ein Torwartproblem. Dies ist nicht neu, denn schon seit Saisonbeginn fragt sich Sir Alex Ferguson, wie er die Erbfrage von Edwin van der Saar bestreiten soll. Die Fans der „Red Devils fragen sich dagegen eher, was er da in diesem spanischen Keeper David de Gea gesehen hatte, dass ihn 20 Millionen Euro schwer machte und einen Vertrag bis 2016 einbrachte. Denn nach vielen Patzern und Unsicherheiten ist der 21-Jährige immer noch nicht angekommen und sitzt nur noch auf der Bank. In 14 Ligaspielen kassierte er 17 Gegentore und blieb nur viermal zu Null. Aber auch der Däne Anders Lindegaard hat nicht die Qualität, die ein Keeper von United vorweisen sollte. Zudem fällt er vorerst verletzt aus. Ausgerechnet jetzt folgen mit den Spielen gegen Chelsea und Liverpool zwei Top-Matches, bei denen De Gea wieder in den Kasten rückt. Man spricht schon davon, dass Sir Alex auf den Spanier zurückgreifen „muss“. Denn auch im jüngsten FA-Cup-Spiel gegen Liverpool sah er alles andere als gut aus.

Was habt ihr in dieser Woche gelernt?




 
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