Was wird diese Woche gelernt haben: Marko Arnautovic will denken

Das Runde muss ins Eckige, Magath besteigt den Hügel der Leiden & am Ende gewinnen immer die Deutschen. Soweit nichts Neues – oder doch? Was wir in dieser Woche gelernt haben...

Von Dennis Weinacht

Marko Arnautovic kann es nicht fassen
Bongarts
Berlin. Nicht immer haben Profi-Fußballer vor der Kamera ihre ganz großen Momente. Auch Marko Arnautovic von Werder Bremen hatte durchaus schon Interviews, bei denen der Zuschauer nicht so ganz wusste, ob er der Österreicher auch gedanklich, oder nur körperlich präsent ist. Das hat nun aber ein Ende, so der Angreifer gegenüber der Bild-Zeitung: „Ich denke jetzt zehnmal nach, bevor ich einmal rede. Früher habe ich einmal nachgedacht und zehnmal geredet. Das war eben neunmal zu viel.“ Marko Arnautovic will also in Zukunft nachdenken, bevor er redet. Ob er diesen löblichen Vorsatz auch umsetzen kann, werden die kommenden Wochen zeigen.

Linn rettet die Welt

Ob wirklich im Umfeld von Arne Friedrich in den vergangenen Tagen immer vor dem Reden und Schreiben nachgedacht wurde, darf indes aber stark bezweifelt werden. Denn gestern folgte der schwere Schock für die Fußballwelt: Arne Friedrich ist nicht schwul! Wir haben es endlich „Schwarz auf Weiß“. Es ist erwiesen. Seine Freundin Linn hat sich in einem offenen Brief an die Fans gerichtet und alle Spekulationen von der Hand gewiesen. Was war das für eine riesige Erleichterung, die da durch die Sportszene ging, als sich die Dame zu dieser Erklärung durchringen konnte.

Das Attest der Freundin

Friedrich ist damit also hochoffiziell nicht „erkrankt“. Wäre ansonsten auch ziemlich pfui und iiih gewesen. Zumindest kann man diesen Eindruck gewinnen, wenn man sich das Schreiben durchliest. Ob die 31-Jährige damit unbedingt zur Enttabuisierung des Themas Homosexualität beigetragen hat, darf aber bezweifelt werden. Immerhin hat sie aber etwas anderes geschafft: Die Medien hatten sich in den vergangenen Wochen kein bisschen an den Spekulationen um die sexuelle Orientierung von Arne Friedrich beteiligt. Lediglich in Internetforen war das für eine Gruppe Menschen offenbar relevant. Linn Rödenbeck und Arne Friedrich haben es nun geschafft, dass die Zeitungen und Onlineanbieter voll sind mit diesen Gerüchten. Aber wenigstens ist im Leben von Friedrich nun wieder alles rosa-rot. Ach nein, irgendwie ja doch nicht...

Arne Friedrich und seine heldenhafte Linn im Jahr 2003

Ziehen andere Frauen nach?

So kann man dann eben auch aus einer Mücke einen Elefanten machen. Und ganz nebenbei bemerkt: Homosexualität ist nichts schlimmes. Also bitte, bitte liebe Fußballergattinen: Jetzt nicht alle dem Mann eine Entschuldigung aufsetzen, in der seine sexuelle Orientierung erörtert wird. Wenn ein Kicker demnächst öffentlich zu seiner Homosexualität stehen sollte, werden wir das mit dem allergrößten Respekt verfolgen. Aber alleine eine vorhandene Homosexualität wäre nun wahrlich auch nicht gravierend. Also sollte das Thema nicht ausufern. Wir glauben es ganz aufrichtig: Arne Friedrich ist nicht schwul. Damit sollten dann nun aber auch die öffentlichen Stellungnahmen ein Ende haben...

Löw mit neuer Keeper-Alternative?


Was wir am Wochenende lernen werden...

Der 1. FC Kaiserslautern hat zuletzt drei Spiele in Serie gewonnen. Gegen den Hamburger SV gibt es nach dieser Serie wieder die erste Niederlage.


Der FC Bayern München spielt gerne zu Null und das wird auch wieder am Wochenende gelingen im Derby gegen den 1. FC Nürnberg. Manuel Neuer startet den nächsten Rekordversuch.

Der FC Arsenal hat in England bis dato die drittmeisten Gegentore. Der FC Chelsea hat die drittbeste Offensive. Beide Mannschaften treffen am Wochenende zum Stadtderby aufeinander. Das wird sicherlich spannend. Für die Truppe von Arsene Wenger gibt es aber wieder bis auf reichlich Gegentore nichts zu holen gegen die Blauen.

Sportlich ist in der vergangenen Woche aber auch so einiges passiert, wäre fast untergegangen. Zum Beispiel hat der 1. FC Köln definitiv kein Torwartproblem. Na, wer ist der neue Mann hinter Michael Rensing? Richtig, Stale Solbakken. Was war das für eine Szene am Rande des DFB-Pokalspiels gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Andreas Beck will einen Freistoß auf Chinedu Obasi schlagen, setzt diesen aber gefühlte drei Kilometer zu hoch an und das Leder geht über die Seitenauslinie. Aber da stand der Norweger und hechtete wie Oliver Kahn zu seinen besten Zeiten nach dem Leder. Damit fing er den Ball sicher und rollte sich anschließend gekonnt ab. Falls Manuel Neuer mal ausfallen sollte, dürfte Joachim Löw spätestens jetzt über eine Einbürgerung Solbakkens nachdenken. Nur für den Fall, dass Jens Lehmann sein Alter akzeptiert und seine Karriere beendet haben sollte...

Gladbach mit der alten Weisheit

Insgesamt bot der DFB-Pokal allerdings nicht so die ganz großen Erkenntnisse. Die alten Weisheiten dürfen wieder bedient werden, etwa bei Borussia Mönchengladbach: „Hinten steht die Null und vorne hilft der liebe Gott – oder eben das Elfmeterschießen.“ Abgesehen davon, dass der MSV Duisburg gegen Holstein Kiel ausgeschieden ist, gab es aber keine großen Sensationen in der zweiten Runde des Pokals. So gesehen hatte der Pokal in diesen Tagen nur bedingt seine eigenen Gesetze. Zumal ein Kantersieg der Bayern nun wahrlich nicht mehr als etwas Besonderes angesehen werden kann. Außer man ist Bayern-Fan oder Uli Hoeneß.

6:1

Bemühen wir noch kurz einen internationalen Blick, der aber in der Tat eher kurz gehalten werden sollte: Manchester United – Manchester City 1:6. Was wir daraus allerdings genau gelernt haben, weiß noch niemand...

Eure Meinung: Was habt Ihr in dieser Woche gelernt?


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