thumbnail Hallo,

Man lernt einfach nie aus. Wenn man glaubt, alles schon gesehen zu haben, beißt Luis Suarez beherzt in den Arm des Gegners und Uli hat die Kohle an die Seite geschafft.

Liverpool. Bei der hoch emotionalen Rückkehr von Rafa Benitez nach Anfield sprach am Ende niemand mehr vom Applaus für den Spanier an alter Wirkungsstätte oder die Tatsache, dass der FC Liverpool zweimal einen Rückstand gegen den FC Chelsea aufholen konnte. Es war einmal mehr Luis Suarez, der einen entweder hysterisch lachend oder vollkommen entsetzt zurückließ, als er in der zweiten Hälfte Branislav Ivanovic in den Unterarm biss. Ebenso schockiert hatten viele auf die Selbstanzeige von Uli Hoeneß reagiert, der in den Jahren 2000 bis 2009 ein Konto mit unversteuerten Geldern in der Schweiz geführt haben will.

Aber first things first. Falls der geneigte Leser es nicht gesehen hat, hier noch einmal ein schönes Bild vom Mirror, und ein Bewegtbild, bei dem der Ansatz des Bisses direkt zu Beginn rechts im Bild gut zu erkennen ist. Auch heute morgen kann man nur sprachlos sein. Ich empfehle einfach die Google Bilder-Suche mit den Schlagworten Suarez und Bite, man fasst es einfach nicht. Was muss bei einem Fußballer falsch laufen, der nach einer Standardsituation keine bessere Idee hat, als den Unterarm seines Gegenspielers mit beiden Händen zu packen und seine eh schon mächtigen Zähne in dessen Arm zu schlagen? Ich weiß es nicht.

Suarez machte LFC zum Tollhaus

Eher muss ja gefragt werden, was es braucht, um einen hochtalentierten Spieler zu einem Wiederholungsbeißer zu machen? Richtig, bei Ajax fand er einen Platzverweis mal derart dämlich, dass er kurzerhand seine Zähne in die Schulter des Gegners schlug. Direkt hinter dem Gebissenen stand der Schiri. Eine absurde Situation, in der scheinbar alle Beteiligten derart perplex waren, dass eine Schlägerei ausblieb. Wie auch immer, Luis Suarez hat jeglichen Kredit verspielt, den ihm seine drölfzig Trillionen Tore pro Saison für LFC zugestanden haben. Er ist der ehemalige Schwalbenkönig der Liga (Gareth Bale hat die Führung im Rennen übernommen), niemand darf den Eklat um die rassisitische Beleidigung gegenüber Patrice Evra vergessen und jetzt beißt er wieder.

Lieber Luis Suarez, mir persönlich liegt wahnsinnig viel am Liverpool Football Club, bitte nimm Deine Fußballschuhe und beiße woanders Gegenspieler. Im Alleingang LFC zum Irrenhaus gemacht - das hat noch keiner geschafft.



FC Bayern, Geld in Zürich, Du wirst niemals untergeh'n

Auweia, auweia, Herr Hoeneß, jetzt geht es rund. Einer der Vorzeigewirtschafter - oft genug auch selbst ernannt - hat gemuschelt. Gemuschelt, geschummelt und geflunkert. Nach einem Bericht des Focus hat Uli in den Jahren 2000 bis 2009 ein stattliches Vermögen in der Schweiz unversteuert liegen gehabt. Ursprüngliche Meldungen nannten eine Summe von 500 Millionen, inzwischen sind die Süddeutsche und die taz mit anderen oder niedrigeren Zahlen um die Ecke gekommen. Wie auch immer - es folgte die Selbstanzeige über seinen Steuerberater und nun befindet sich Herr Hoeneß in einem laufenden Verfahren. Boom!

Ich muss ehrlich zugeben, dass mich als Fußballfan die Angelegenheit im ersten Moment nicht so sehr interessiert hat, dass ich sofort wie viele andere auf die Barrikaden gegangen bin. Dafür war am Samstagmorgen noch zu wenig Information im Umlauf, um vorschnell ein Urteil zu fällen. Offenbar hat die ganze Sache wirklich gar nichts mit dem FCB zu tun, es handelt sich allein um sein Privatvermögen. So nahm ich mir die Zeit, die Diskussionen der Bayern-Fans in den sozialen Netzwerken zu beobachten und selbst unvoreingenommen an den Diskurs heranzugehen.

Der Uli ist ein Guter vs What the flying F°ck

Schnell taten sich zwei Lager auf: Einerseits sei das Uli Hoeneß, das dürfe man nicht vergessen. Er habe derart viel für seinen Verein getan, dass man ein privates Vergehen nicht auf seinen Job beziehen dürfe, den er immer ausnahmslos hervorragend gemacht habe. Andererseits habe er in der Ausübung seines Jobs grundsätzlich darauf hingewiesen, dass er persönlich für ein sauberes Wirtschaften stehe, Festgeldkonto, Moralapostel - dieser Leuchtturm im grauen Dunst der Miswirtschaft anderer sei nun erloschen. Uli Hoeneß sei nun ein Verbrecher, da man die Selbstanzeige nun einmal als Schuldgeständnis werten müsse.

Manch ein Fan ließ sich noch zu Vergleichen hinreißen, welches andere Verbrechen schwerwiegender gewesen sei. Da betritt man derart dünnes Eis, dass man lieber den Account für ein paar Tage ruhen lassen sollte, nicht wahr? So oder so scheint es ein Schocker zu sein, so oder so scheint es unendschuldbar zu sein. Hier treffen sich auf irgendeiner Ebene Luis Suarez und Uli Hoeneß, die beide mit einem Mal an diesem Wochenende in vollkommen neuem Licht gesehen wurden und lange brauchen werden, um diese Rufschädigung wieder auszubügeln. Wir bleiben gespannt, wie die FA im Fall Suarez und die Staatsanwaltschaft im Fall Hoeneß entscheiden wird.

Folge Laura Reinkens auf

EURE MEINUNG: Wie betrachtet Ihr die Vergehen der beiden?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig