thumbnail Hallo,

Ganz so blöde hätte sich der BVB nicht abnudeln lassen müssen. Auch nach zwei Nächten bin ich noch nicht zu einem abschließenden Urteil gekommen. Lasst uns zusammen drauf schauen.

Berlin. Es gibt Themen, die traut man sich in einer beherzten Kolumne am Montag schon gar nicht mehr aufzugreifen. Tim Wiese beispielsweise, da lässt man lieber gleich die Finger von, weil dem Spieler augenscheinlich ziemlich übel mitgespielt wird. Oder der FC Schalke 04. Was bietet hingegen richtig viel? Der lustlose Doublesieger Borussia Dortmund, der zwar noch nicht in „Not“ geraten ist, wie es der ein oder andere Kollege der schreibenden Zunft nach der Niederlage gegen den Hamburger SV bezeichnete, aber nachschauen darf man ja mal. Die volle Breite der Merkwürdigkeiten lässt sich nicht in einer Kolumne besprechen. Ich picke mir zwei, drei Themen raus, die ich nur anreiße, weil ich nicht in jedem Fall schon das Grübeln beendet habe. Selbst in Bezug auf Rafael van der Vaartnicht - auch wenn meine Meinung hier vorerst fest scheint.

Hummels rennt raus

Es ist sicherlich nicht die Schuld von Mats Hummels, dass Borussia Dortmund am Samstag gegen den HSV verlor und damit der einen oder anderen geschundenen hanseatischen Seele das beste Wochenende seit... dem Sieg gegen den BVB in der Hinrunde gegeben hat. Aber es war eine absolut bezeichnende Szene. Son bekommt im Mittelfeld den Ball, wer stürzt sich weit ab in den Zweikampf mit dem Däumling? Der Koloss von Brackel. Schwupps, schon war Son weg. Natürlich wurde durch den Einsatz von Sven Bender als Außenverteidiger das gesamte Konstrukt der Mannschaft durcheinander gebracht. Aber bitte, wo war Kehl, der im Zweifelsfall das taktische Foul begeht und Son stoppt? Dann hätte sich Hummels direkt nach hinten orientieren können und die Lücke schließen können, in die der Flügelflitzer hinein stach, abzog und traf.

Überraschung, Überraschung

Festhalten, Leute! Hier kommt eine Top-Insider-Information, die Matthäus und sein Lewandowski-Geflüster in Paris um Längen schlägt: Nuri Sahin stand Samstag auf dem Platz. Seid Ihr platt, oder? Sahin hat eines dieser Spiele gezeigt, wegen der er in Liverpool nicht Fuß fassen konnte. Er hatte kaum Zugriff, konnte das offensive Mittelfeld eben nicht so grandios mit Bällen versorgen, wie es Gündogan tut. Nach der erbärmlichen und über alle Maßen unsportlichen Aktion von van der Vaart (nicht jetzt schon aufregen, der Absatz dazu folgt) grätschte sich Sahin mit aller Wut 15 Minuten über den Platz, dabei fiel er noch am meisten auf. Dieses Spiel hat bestätigt, was der Goal.com-Kommentar zur Verpflichtung forderte: Gebt ihm Zeit! Er ist ein großartiger Spieler, der es in jedem Verein schaffen könnte, wenn er jetzt seine Verletzung aus dem Kopf bekommt und sich an einen regelmäßigen Spielrhythmus gewöhnen kann.

Was erlauben van der Vaart?

Lewandowski hätte sich sicherlich nicht zu diesem „Ich guck schnell weg, dann kann ich durchziehen“-Foul hinreißen lassen dürfen. Wie er nach 27 Minuten derart frustriert sein konnte, dass er Skjelbreds Skelett testete, kann wahrscheinlich nur er beantworten. Sei's drum. Aber was Rafael van der Vaart dann abzog, ist in Kombination mit seinem Interview danach unerhört. Wie konnte vdV in zwei Sekunden puterrot werden und auf Gräfe zustürmen, um danach zu Protokoll zu geben, dass er sah, das Gräfe nicht sofort Rot geben wollte. Das ist manipulativ und unsportlich. Auf dem Platz passiert das ständig – keine Frage. Aber kaum ein Spieler besitzt danach die Frechheit, zuzugeben, dass er nur den Schiri beeinflussen wollte. Well done, van der Vaart!

… und was erlauben der ganze Rest?

Diese Geschichte kann man in anderer Form auch über mindestens zwei Borussen schreiben. Sebastian Kehl hätte auch dringendst darauf hingewiesen werden sollen, dass er den plärrenden vdV nicht einfach wegchecken darf. Klarer Fall eigentlich. Und Marco Reus hätte sich diesem Treiben nicht anschließen dürfen und in der Folge beim kleinsten Windhauch fliegen und Verwarnungen fordern dürfen. Macht man nicht, macht man alles nicht. Für mich persönlich ist das Maß aber dann voll, wenn man sich danach hinstellt und die volle Breite der funktionierenden Manipulation den Medien erklärt.

Das sind meine Gedankensplitter zum Thema. Gerade im Fall van der Vaart würde ich gerne Gegenargumente hören, also nutzt die Kommentarfunktion oder schreibt mir direkt.

 

EURE MEINUNG: Van der Vaart - Schonungslos ehrlich oder unfassbar dreist?

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