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Das Wochenende ist vorbei, doch Goal.com geht mit euch in die Verlängerung. Wer war ein Volltreffer, wer nur Vollpfosten – unsere bunte, aber ehrliche Rückschau sagt es euch!

Berlin. Montage sind doch eh schon der letzte Dreck, machen wir uns doch bitte nichts vor. Auch heute ist ein richtig fieser Montag. Man schließt sich mit den Kollegen kurz, alle klingen wie am Neujahrsmorgen, wirklich zufrieden ist keiner mit dem Ergebnis seines Vereins. Nur die Fortunaten haben immer noch Spaß am 4:0-Sieg von Fortuna Düsseldorf über Eintracht Frankfurt. Und der ganze Rest hat mehr Ränder als Augen und die unterlaufen, wie Kettcar jetzt anstimmen würden. Und dann gibt es noch die Sorte Redakteur, die das freie (!) Wochenende bei einer Familienfeier fristen mussten und das Spiel der Spiele verpasst haben.

Gigantchenduell - und nicht mehr

Da wäre beispielsweise die schwarz-gelbe Fraktion, die sich nicht einigen können, ob es nun ein gefühlter Sieg war oder nicht. Beim FC Bayern München 1:1 zu spielen ist doch was, oder? Nein? Waren es die fünf Bier die dieses Gefühl am späten Samstagabend aufkeimen ließen? Mal nüchtern im doppelten Sinne des Wortes betrachtet, war es kein gefühlter Sieg. Es war die Bestätigung, dass der BVB mit den Bayern mithalten kann. Das wussten wir aber vorher auch schon, nicht wahr? Fünfmal in Folge hat die Bestia Biene Maja die Münchner besiegt. Jetzt wurden sie erneut nicht geschlagen, obwohl der FCB als klarer Favorit in die Partie gegangen ist. Muss man deswegen von einem gefühlten Sieg sprechen? Kann es nicht einfach mal ein Unentschieden sein? Keiner war besser als der andere. Basta. Und wem dieser Punkt jetzt mehr nützt und wem weniger, das ist eine Frage, die die ganze Story doch nur unnötig am Leben hält. Es ist ein Punkt. Einer!

   SPRUCHREIF - Zitat der Woche (I)

 

„Ich weiß nicht, was der Junge noch alles machen muss, um international zu spielen. Ich muss das heute mal in aller Deutlichkeit sagen.“


Ganz deutlich machte Heynckes seinen Standpunkt bei der Knuddelrunde nach Spielende am Sky-Mikro. .

Nach dem Spiel hatten sich ja alle so dermaßen lieb, dass einem ja fast das Powerade wieder hochgekommen wäre. Da stehen Klopp und Heynckes nach Spielschluss und belobhudeln sich gegenseitig. Klopp sagt, wie zufrieden er mit beiden Teams gewesen sei. Don Jupp pflichtet ihm bei. Heynckes geht sogar noch einen Schritt weiter und beschwert sich öffentlich an prominenter Stelle im Pay-TV, dass Roman Weidenfeller ja mal sowas von in die Nationalmannschaft gehört. In your face, Jogi! Ich für meinen Teil glaube zumindest, dass es jetzt endgültig hackt. Das gehypteste Bundesliga-Spiel des Jahres erstickt am Überbau, den die Medien zu diesem Duell geschaffen haben, dem Zuschauer werden bis zur absoluten Schlussphase kaum gelungene Angriffe gegönnt, Toni Kroos und Mario Götze zeigen Erbarmen und netzen zwischendurch mal ein, und der Bayern-Trainer macht nach dem Spiel ein Dortmund-Fass auf? Das ist doch absurd. Roman Weidenfeller spielt eine fabelhafte Saison, ist auch in den internationalen Begegnungen ohne mit der Wimper zu zucken über sich hinausgewachsen, das will niemand bestreiten. Aber der Trainer der aktuellen Nummer eins im Tor des DFB-Teams muss sich danach nicht hinstellen und sagen, dass der Weidenfeller auch mal eine Chance verdient hat. Falscher Zeitpunkt, falscher Ort, falsche Aussage - das höchstwahrscheinlich nur nett gemeinte Lob für den Schlussmann verkam dadurch zur Absurdität.

Au Backe, Babbel!

Noch so ein Punkt dieses Montags. Da schießt der große Arnaute Babbel im Alleingang von der Trainerbank und was muffelt der Werder-Fan in der Redaktion? „War auf 'ner Familienfeier. Hab's nicht gesehen.“ ER HAT ES NICHT GESEHEN! Da flippste doch völlig aus. Wie gemein muss das denn sein? Man stelle sich vor, wie ein durchschnittlicher Fan dieses Spiel erlebt haben muss: Absolute Dominanz gegen den wilden Hühnerhaufen in Blau, der an Blutarmut noch vor der Halbzeit direkt auf dem Platz zu verrecken schien. Dann nach dem Seitenwechsel das unfassbare Comeback der Sinsheimer, denen in der Pause scheinbar mit körperlicher Gewalt gedroht wurde. Das 2:1 fällt und dann kommt Marko Arnautovic, meine Damen und Herren. Mit fantastischen Treffern besiegelt er höchstwahrscheinlich (Stand: Montag, 11:03 Uhr) das Aus des Babbel in Hoffenheim. Die Werder-Fans grüßen den abwesenden Tim Wiese mit Schmähgesängen: „Zweite Liga - Wiese ist dabei“, die Hoffenheim-Ultras (hört, hört!) haben zum Abschied nach der 12:12-Aktion einen Jahresvorrat Klopapier über das Hintertornetz geworfen, das noch den Rest des Spiels melancholisch im Wind weht. Was für ein Spiel!

Den muss der Maxi reinknallen!


Es gibt ja nicht allzu viele Spieler, denen man nach dem Spiel wirklich mal interessiert zuhört. Mixed Zone, TV-Interview, komme, was wolle. Einer dieser Spieler ist definitiv Rene Adler. Nett und eloquent, wenig Auswendiggelerntes a la Mesut Özil, aber wenn er einen Hals hat, macht es fast noch mehr Laune. Nach dem 1:1 beim VfL Wolfsburg sah er seinen Kollegen Maxi Beister in der Schuld, dass man nicht mit 2:0 in Führung gegangen war. Den muss der Maxi reinknallen ohne Wenn und Aber. In der 52. Minute stand Beister allein vorm Tor und bekam sich, den Ball und sein Vorhaben nicht in Einklang. Naldo rutschte dazwischen und blockte den Schuss. Das 1:0 hatte Beister bereits geschossen und seine Auswechslung wegen einer Oberschenkelzerrung stand auch schon fest. Man hätte vielleicht auch fragen können, warum der Ersatzmann Son keine einzige Szene zwischen der 53. und 92. Minute hatte.

Ganz was Neues, liebe SGE!


Freitagabend in Düsseldorf: Die Fortuna erwartet das Aufsteigerduell gegen die Eintracht aus Frankfurt. Und was passiert vorher? Die Polizei kündigt sichtbare Präsenz im Stadion an, die SGE bringt direkt 50 eigene Ordner mit, es werden doppelt so viele Beamte wie üblich eingesetzt und trotzdem wird am frühen Abend das Foyer des Düsseldorfer Opernhauses von SGE-Anhängern gestürmt. Bitte, was? Das Opernhaus liegt sehr schön zwischen Düsseldorfer Altstadt, Kö und Hofgarten direkt an einer der zentralen U-Bahnhöfe der City. Scheinbar Grund genug, mal kurz vorbei zu schauen und einen kurzen Schnack zu halten.
 SPRUCHREIF - Zitat der Woche (II)
   

Heute hat von der ersten Minute an einfach alles gepasst.



Stefan Reisinger strahlte nach dem 4:0-Sieg über beide Backen und schaffte es wie Kollege Balogun in unsere Elf des Tages.

Das Spiel selbst wurde wegen nicht weiter definierter Probleme bei den Verkehranbindungen später angepfiffen. Ob es nun an den 70 Festnahmen an besagter Heinrich-Heine-Allee lag, weil es zu Kollisionen mit der Polizei kam, die die Fans daran hindern wollte, in gewisse Züge einzusteigen, ist nicht überliefert. Als angefiffen wurde, war das Spiel eine eindeutige Angelegenheit. Die Eintracht wurde 4:0 geputzt, Matmour bekam zurecht nach 37 Minuten die Gelb-Rote, beim einen oder anderen Schiri hätte sich später auch Alex Meier nich beschweren dürfen, wenn sein Frust-Foul gegen Ken Ilsö mit einem weiteren Roten Kärtchen bedacht worden wäre. Sei es drum. Die Fortuna hat mit diesem Sieg in der Englischen Woche gegen den HSV, den BVB und die SGE sieben Punkte geholt. SIEBEN! Das ist mal ein Ausrufezeichen, das niemand den wackeren Düsseldorfern so zugetraut hätte.

Der Wechsel von Marco Reus zum BVB ist die wohl meistdiskutierteste Personalie in diesem Winter. Da Transfers wie Carlos Tevez immer noch auf sich warten lassen, werden derzeit alle Einzelheiten durchleuchtet. Bis Juni 2017 unterschrieb der 22-Jährige in Dortmund. Ein langfristiger Vertrag, doch er enthält angeblich einen kleinen Haken: Eine Ausstiegsklausel. 30 Millionen Euro soll diese betragen und wurde bisher weder bestätigt, noch dementiert. Eigentlich wollte man beim BVB nach dem notgedrungenen Verkauf von Nuri Sahin für lediglich zehn Millionen Euro zu Real Madrid keine Ausstiegsklauseln mehr implementieren. Doch um den Bayern ein Schnippchen zu schlagen scheint man gewillt gewesen zu sein, dieses Prinzip schnell über den Haufen zu werfen.
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