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Golden Goal: Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft!

Das Wochenende ist vorbei, doch Goal.com geht mit euch in die Verlängerung. Wer war ein Volltreffer, wer nur Vollpfosten – unsere bunte, aber ehrliche Rückschau sagt es euch!

München. Ein Schuss, ein Tor - die Bayern. Die Bayern! Die Meisterschaft ist vergeben! Der FC Bayern München ist diese Saison nicht zu stoppen. Auch wenn die Spieler brav runterrattern, dass es noch viele Spiele und damit eine Menge Punkte sind, die noch unters Volk geschmissen werden, machen wir uns nichts vor. Das Ding ist durch. Der Rekordmeister ist in sensationeller Form, kann es sich leisten, allein mit zwei Spielern aktuell 73 Millionen Euro auf der Bank sitzen zu lassen, und putzt jeden, der sich ihnen in den Weg stellt. Bis auf Leverkusen. Die Konkurrenten auf den Titel haben an diesem Spieltag gezeigt, warum sie nicht Meister werden wollen, sollen, können. Gehen wir mal der Reihe nach durch. Willkommen beim Golden Goal!

Ein Wochenende, das alles offenbart hat


Borussia Dortmund empfing am Samstag den VfB Stuttgart. Wir alle erinnern uns an das sagenhafte 4:4 der letzten Saison, auch dieses Mal war es ein packendes, aufreibendes... ach, bitte. Es war kaum mitanzusehen, wie der amtierende Meister es nicht schaffte, das Runde ins Eckige zu bringen. Ulreich wuchs hie und da wieder über sich hinaus, auch Stuttgarts Offensive kam zu Aufsehen erregenden Chancen. Am Ende blieb es beim 0:0. Was lehrte dieses Spiel? Diese Schwatz-Gelben werden diese Saison nicht Meister. In einem Spiel zeigte sich die komplette Problematik: Da schießt niemand ein Tor! So simpel, so einfach, so wahr.

Chancenverwertung ist ja seit inzwischen zwei Jahren das liebste Wort der Sportschreiberlinge in Bezug auf Borussia Dortmund. Nur dieses Mal kommen insgesamt so wenig Chancen bei dem von Verletzungen geplagten Team heraus, dass man die paar ruhig mal nutzen sollte. Und wenn vorne nix mehr geht, kommt Schieber von der Bank. Eine Hundertprozentige und zwei Kopfballchancen hat er in Windeseile vergeben. Auch nach fast einem halben Jahr ist Schieber noch ganz weit weg vom spielerischen Niveau seiner Kollegen, auch wenn er gegen Aalen unter der Woche ein Abstaubertor schießen konnte.

Und wie simpel ist es bitte, den geordneten Spielaufbau zu verunsichern? Martin Harnik und/oder Ibisevic stellen Hummels zu und fertig ist die Kiste. Wilde Zweikämpfe im Zentrum sind die Folge - bis einer weint. Oder wie im Fall Kehl die Nase gebrochen hat. Mats Hummels hatte zudem die größte Chance in der ersten Hälfte! Der Koloss von Brackel muss nach vorne rennen! Fassen wir also zusammen: Der Kader ist zu dünn besetzt, weil aktuell niemand Kuba richtig ersetzen kann und Schieber als Joker nicht funktioniert. Das Spiel der Dortmunder wurde nach zwei großen Saisons durchschaut, die Tormaschine Lewandowski macht die Dinger trotz harter Arbeit aktuell nicht.

   SPRUCHREIF - Zitat der Woche (I)

  „Wir sind zu gut für diese Welt."

Heldt erklärt die liegen gelassenen Chancen gegen Hoffe (dapd).

GOLDENE WOCHE

Robin van Persie, meine Damen und Herren! Zum ersten Mal spielte der Oranje-Stürmer mit ManUnited gegen seine ehemaligen Kollegen vom FC Arsenal und es brauchte keine zwei Minuten, bis er traf.

Bleiben wir auf der Insel: Steven Gerrard bestritt am Sonntag sein 600. Spiel für den FC Liverpool. Der Skipper ist seit 1989 beim Verein, ist durch seine mehr als hundert Tore bereits ein Centurion und konnte nun im 600. Auftritt ein 1:1 zu Hause gegen Newcastle erkämpfen.

Crissy Ronaldo. Er könne auch mit Messi spielen, sagte der Star von Real Madrid. Da schlagen sich 13-Jährige auf der ganzen Welt täglich mitder Frage herum, ob Barca oder Real cooler sei, wer nun der größere Kicker sei und er will sich verbrüdern? Ich überreiche ihm meinen Teil am Friedensnobelpreis.

MIESE WOCHE
Ach, Mensch, Simon Rolfes. Da stand er genau 75 Sekunden auf dem Platz, räumt Bodzek mehr mit dem Popo als mit dem Fuß ab, sieht (umstrit- tenes) Rot und darf wieder duschen gehen. Das war die zweitschnellste Rote in der BuLi-Geschichte. Chapeau!

Ohne Miro geht es nicht! Lazio Rom ging am Sonntag ohne Miro Klose bei Catania Calcio unter. 4:0 wurden sie geschlagen. Vier zu Null. Muss man sich mal vorstellen. So ist der Oldie aus Deutschland die reine Lebensversicherung der Römer.

Dynamo Dresden hat es dieser Tage nicht leicht. Zunächst mischen einige Fans (dreistellig) Hannover auf, jetzt werden sie vielleicht aus dem Pokal ausgeschlossen, dann verlieren sie am Wochenende auch noch zu Hause im Ost-Derby gegen Union Berlin. Die Stimmung war gut, der Einlass entspannt, die Gästefans fühlten sich sehr wohl. Immerhin.

Schalke zieht sich geordnet zurück

Schalke hatte sich vergangene Woche ebenfalls als Titelanwärter vorgestellt. Clemens Tönnies sprach davon, dass er gerne die Meisterschale zum Grab seines Bruders tragen würde. Eine feine und rührende Geste, die leider von seiner Mannschaft am Wochenende als Utopie entlarvt wurde. Man muss hier nicht auf kindische Gesänge der Rivalen zurückgreifen. Es reicht schon vollkommen aus, zu sagen, dass die TSG 1899 Hoffenheim den Favoriten Schalke 04 mit 3:2 schlug. Natürlich war Königsblau in allen Belangen vollkommen überlegen, aber gegen die Konter von Hoffenheim war kein Kraut gewachsen. Tim Wiese brachte die namhafte Schalke-Offensive dann noch mit glänzenden Paraden um den Verstand. 

Und dann wäre da das altbekannte Phänomen, dass man nach hinten aufmacht, um sich ab der 80. Minute beim Stand von 2:2 den Sieg zu holen. Da hatte Schalke aber ohne Grifo und Schipplock gewettet. In der 92. Minute konterten sie ein weiteres Mal wie schon in der 13. und Unnerstall musste zum letzten Mal an diesem Nachmittag hinter sich greifen.

Einen rabenschwarzen Tag, wie die Schalker vor ein paar Wochen in Düsseldorf erlebten, hat jede Mannschaft mal drin. Aber danach muss man sich fangen. Der nächste Ausrutscher darf nicht wenige Spieltage später wieder passieren, wenn man sich im Titelrennen mit den Bayern sieht. Dann hilft es auch nicht viel, im Nachhinein auf Deniz Aytekin rumzuhacken. Wenn jemand glaubt, dass der zwischenzeitliche Führungstreffer der TSG zum 2:1 per Elfmeter nicht gerechtfertigt war, ist das sein gutes Recht. Dieser Treffer fiel allerdings 25 Minuten vor Schluss. Huntelaar, Afellay, Farfan, später Marica sollten dazu in der Lage sein, gegen Hoffenheim ein 2:1 zu drehen.

Wenn dies nicht gelingt, wie am Samstag geschehen, ist es natürlich kein Beinbruch. Aber man sollte sich klarmachen, dass die bisweilen aufblitzende Schwäche und fehlende Konstanz von Königsblau den zaghaft angemeldeten Titelwunsch ad absurdum führt. Schalke hat selbstverständlich de Möglichkeit, mit diesem fantastischen Kader ganz oben mitzuspielen und sich die Qualifikation für die Champions League direkt zu schnappen, aber für die Meisterschaft selbst dürfte es nicht reichen.

Die Bayern sind nicht zu schlagen!


Vom Nord-Süd-Gipfel wurde gesprochen, die Zunge sollte mit dem Schnalzen gar nicht mehr aufhören. Am Ende war es keine große Überraschung, dass die Bayern in Hamburg nicht groß Daumencatchen spielen wollten. Zur Pause führten sie 1:0, in der zweiten Halbzeit erhöhten sie auf 3:0. Sie ließen nichts anbrennen und den HSV erst gar nicht ins Spiel kommen. Thorsten Fink setzte den Retter, Rafa van der Vaart, als eine Art Sturmspitze ein. Piep, piep, kleiner Satellit - weit weg von seinen Kollegen hielt er sich lange Zeit allein in der Hälfte der Bayern auf. Maxi Beister kam zu einem Startelfeinsatz und wurde noch in der ersten Halbzeit vom Rand aus angebrüllt.

Beister wurde auf dem linken Flügel aufgehalten, fiel, hielt sich das Bein und hatte offensichtlich Schmerzen. Der Ball war natürlich weg, weil sich ein Spieler auch wehtun kann, wenn nicht Foul gepfiffen wird. Was macht Thorsten Fink? Er brüllt über die Außenmikros gut hörbar zu ihm rüber, dass er aufstehen solle und den Ball zurückholen solle. Keine Rücksicht auf Verluste. Du hast vielleicht ein Band angerissen, das Sprunggelenk gestaucht? Hol dir den Ball, Maxi! Später erlegen wir uns ein Schwein und reißen uns die schönsten Stücke Schinken raus. Man verzeihe mir die Überspitzung.
 
 SPRUCHREIF - Zitat der Woche (II)
   „Das ist ein Pressing, das es so in der Bundesliga noch nicht gegeben hat.“

Paule Breitner liegt fast richtig.

Für Bayern war der Rest dann relativ einfach. Selbst Adler konnte dann auch nicht mehr viel an der ganzen Geschichte ändern. Zum Traumtor von Thomas Müller sagte er anerkennend, dass nicht viele in der Bundesliga den so machen würden. Müller schießt momentan aber nicht nur Traumtore, er schießt auch noch unheimlich viele. Überhaupt muss man sagen, dass sich gerade eine Startelf in München gefunden hat, die, wie schon lange nicht mehr, perfekt eingestellt ist. Franck Ribery hat sich mit seiner Rolle als Flügelspieler und Assistgarant angefreundet, Mario Mandzukic, ständig an der Schwelle zum Offensivfoul, verschafft sich vom ersten Moment an Respekt bei der Abwehr und Luiz Gustavo hat man nun schon seit Ewigkeiten nicht mehr derart konstant spielen sehen.

Paul Breitner sprach am Sonntag im Doppelpass von einem Gegenpressing (da ist es wieder, dieses Unwort), das in dieser Form in der Bundesliga noch nicht gesehen wurde. Gut, soweit würde man nun nicht gehen. Schließlich haben in den letzten Spielzeiten auch gewisse Hannoveraner und gewisse Dortmunder durchaus ähnliche Qualitäten gezeigt, aber sei es drum! Bayern macht seine Sache wirklich gut! Mit Elan, der nötigen Spur Aggressivität und Willen jagen sie die andere Mannschaft schon in der gegnerischen Hälfte. Punkte ließen sie nur gegen Bayer Leverkusen liegen, ansonsten haben sie noch kein Spiel verloren. Das ist eine Konsequenz, die den Bayern national diese Saison den Titel bringen wird.

MIXED ZONE
Der Hunt hat zugeschlagen: Werder Bremen schlug am Sonntagabend den FSV Mainz 2:1 durch zwei Tore von Aaron Hunt. Thomas Tuchel fand das nur halb so komisch wie Bremer Fans und sagte nach dem Spiel erbost:„Das Ergebnis passt nicht. Das Ergebnis ist ein Witz." (Sky) Mehr ein Anti-Witz, den keiner rallt. Tuchels Elf hatte die besseren Chancen und mehr davon. Aber getroffen hat Hunt. Aber bitte mit Sahne! Jupp Heynckes war ganz und gar beseelt von der Vorstellung seiner Bayern beim Hamburger SV: „Das war allererste Sahne!" (Sky) - und weil ein 3:0-Sieg beim HSV nicht reicht, musste der Twitteraccount des FC Bayern seine Follower am nächsten Tag selbstredend noch mit einem Moin, Moin begrüßen. Was wären die Bayern ohne Frotzeleien?


Der Wechsel von Marco Reus zum BVB ist die wohl meistdiskutierteste Personalie in diesem Winter. Da Transfers wie Carlos Tevez immer noch auf sich warten lassen, werden derzeit alle Einzelheiten durchleuchtet. Bis Juni 2017 unterschrieb der 22-Jährige in Dortmund. Ein langfristiger Vertrag, doch er enthält angeblich einen kleinen Haken: Eine Ausstiegsklausel. 30 Millionen Euro soll diese betragen und wurde bisher weder bestätigt, noch dementiert. Eigentlich wollte man beim BVB nach dem notgedrungenen Verkauf von Nuri Sahin für lediglich zehn Millionen Euro zu Real Madrid keine Ausstiegsklauseln mehr implementieren. Doch um den Bayern ein Schnippchen zu schlagen scheint man gewillt gewesen zu sein, dieses Prinzip schnell über den Haufen zu werfen.
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