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Das Wochenende ist vorbei, doch Goal.com geht mit euch in die Verlängerung. Wer war ein Volltreffer, wer nur Vollpfosten – unsere bunte, aber ehrliche Rückschau sagt es euch!

Dortmund. Am Samstagabend wäre man ja gerne zu Lucien Favre gegangen und hätte ihm einen aufmunternden Klaps auf den Rücken gegeben. Da stand er, verglich die Reaktionsschnelligkeit seiner Spieler mit der von Senioren und sah ganz und gar bekümmert aus. „Keule, wird schon!“ Aber kann man ja nicht machen. Journalistische Distanz und so. Der Meister aus Dortmund verprügelte Borussia Mönchengladbach 5:0, der Schiri pfiff praktisch auf die Sekunde ab. Auf der blauen Seite des Reviers haben zu der Zeit ein paar Schalker auf der Couch gesessen und sich wahrscheinlich noch immer gefragt, wie ihnen diese absurde Vorstellung bei Aufsteiger Düsseldorf passieren konnte. Mit 0:2 in die Pause, mit 2:2 nach Hause gegangen. Konzentration verloren, keine Lust mehr gehabt, in Sicherheit gewähnt, man kann es nennen, wie man möchte, aber eines war es nicht: Unsportlich. Und da sind wir bei Cesc Fabregas angekommen. Was der sich geleistet hat, geht auf keine Kuhhaut.

And the Oscar goes to..


CESC FABREGAS! 2:1 lag Barca in der 72. Minute beim FC Sevilla hinten, als Cesc Fabregas eine Aktion brachte, die der neutrale Zuschauer noch immer nicht fassen kann. Schon in der 53. Minute hatte er für die Katalanen den Anschlusstreffer erzielt, eine gute Viertelstunde vor Ende bekam er sich dann mit Gary Medel in die Haare - nein - an die Wange, wenn überhaupt ein richtiger Kontakt da war. Medel soll von ihm provoziert worden sein, streckte seine Stirn vor und erwischte Fabregas irgendwo an der Seite, die Aktion sah eher nach Küsschen-rechts-Küsschen-links aus.

Kein Problem für Fabregas! Es brauchte genau eine Sekunde, die der menschliche Körper immer verharrt, bevor ein Befehl des Gehirns umgesetzt wird, und er hielt sich das Gesicht, als wäre jemand mit einem Bügeleisen drüber, knickte ein und fiel um. Wer jetzt mosert und sagt „Der Fabregas macht sowas nisch“, der solle bitte bei Video-Channels seiner Wahl „Shocking simulation by Cesc Fabregas“ oder dergleichen suchen. Da gibt es genügend erhellende Ansichten. Und wie es im Fußball dann so ist, schoss Fabregas in der 89. Minute den Ausgleich und David Villa erhöhte in der 93. zum 2:3-Auswärtssieg der Blaugrana.

   SPRUCHREIF - Zitat der Woche (I)

  Wenn Sie wollen, werde ich mit Ihnen das machen, was Medel mit mir gemacht hat und Sie können mir dann sagen, wie es war.

Fabregas aufgebracht gegenüber Journalisten nach dem Match.

GOLDENE WOCHE

Liverpool hat sich gefangen. Entschei- dend dazu beigetragen hat Nuri Sahin, der diese Woche in League Cup und Liga zusammen drei Tore für die Reds schoss.

Olympique Marseille ist geschlagen! Valenciennes schaffte gestern einen 4:1-Heimerfolg gegen den Spitzenreiter. Nun ist PSG auf drei Punkte an Olympique dran.

Hertha BSC (ja, wieder in der „Guten Woche“ angekommen) kann heute Abend mit einem Sieg in Duisburg auf Platz 2 der Tabelle klettern. Spätestens dann dürfte der unheimlich wackelige Start in die Saison vergessen sein.  Gegen die Zebras, die aktuell den letzten Tabellenplatz für sich beanspruchen, sind die Berliner absoluter Favorit.

MIESE WOCHE
Leon Andreasen ist ein richtiger, echter Pechvogel. Die Liga feierte sein bärenstarkes Comeback, nur damit er sich unter der Woche einen Kreuzbandriss zuzieht. Wir wünschen alles Gute und einen schnellen Heilungsprozess!

Auch für Fürth wird es langsam eng. Am Samstag wurden die Kleeblätter in Leverkusen 2:0 geschlagen. Büskens guckt schon länger nicht mehr so spaßig drein, wie noch letzte Saison, als man souverän in die erste Bundesliga aufstieg. Aktuell ist die SpVgg auf Platz 17 und hat mit Mühe und Not vier Punkte zusammenbekommen.

Feldherren entscheiden über Erfolg und Niederlage. Marcos Antonio vom Club entschied sich Samstag für die Niederlage, als er den Stuttgartern eines und beinahe zwei Tore vorlegte, die zum 0:2-Auswärts- erfolg der Schwaben führten. Sein Arbeitstag war nach 16 Minuten vorbei. Hecking erlöste den jungen Burschen und brachte Balitsch an seiner Stelle.

Da kannste jeden in Deutschland fragen, F95 ist einfach nicht zu schlagen. Olé, olé!

Scheinbar wirklich nicht! Bisher hält sich die Fortuna wacker, bleibt unbesiegt und scheut nicht davor zurück, auch haushohen Favoriten noch zwei Tore in der zweiten Hälfte einzuschenken. Schalke führte nach kurzer Zeit 0:2 am Rhein, hätte allerdings das dritte und vierte Tor auch schon mitnehmen sollen. Fortuna war wieder in dieser perplexen Starre, in der man die Mannschaft schon in der vergangenen Rückrunde ein ums andere Mal beobachten konnte, bis sie sich plötzlich in Halbzeit zwei erinnerten, warum sie überhaupt an diesem Abend Fußballschuhe angezogen hatten. Schalke muss zu diesem Zeitpunkt schon komplett eingelullert gewesen sein, weil sie Dani Schahin einfach so zwei Tore schießen ließen. Die Esprit Arena kochte eh über. Im ersten vollen Haus nach der Strafe für die abstruse Relegation war jede Sekunde pure Party. Und die Party geht weiter! Diese Woche geht es für Fümmenneunzig nach Mainz, die gestern Magaths Wölfe mit 0:2 schlugen.

Psssssst, WOB-Mob!

Man mag sich ja gar nicht mehr an all die Interviews über das feste Vorhaben, nächste Saison mit Wolfsburg europäisch zu spielen, erinnern. Emanuel Pogatetz, der zu dieser Saison vom EL-Teilnehmer Hannover nach Wolfsburg ging, um dann in der nächsten Spielzeit im hellen Grün die Königsklasse zu entern, könnte sich da etwas verzockt haben. Nach dem sechsten Spieltag steht WOB auf Platz 16, mit einem Torverhältnis von 2:10, genauso wie Augsburg, die weiter munter die rote Laterne halten und Greuther Fürth dazwischen. Angst um seinen Job habe er nicht, sagte Magath gestern bei Sky90, er habe ja schließlich Vertrag. Er mache sich Sorgen um den Fußball und um seine Mannschaft. Das ist aller Ehren wert. Es wäre auch viel zu früh, jetzt medial an Magaths Stuhl zu sägen. Diese Mannschaft ist zu gut besetzt, um wirklich in große Schwierigkeiten zu geraten. Gute Spiele gelingen ihnen, Dost und Olic werden auch wieder treffen. Stattdessen wird Ivica Olic von den Fans ausgepfiffen. Man wünscht dem WOB-Mob mal ein Fortbildungsseminar bei den hundstreuen Fans aus Düsseldorf.

Ein Schuss, ein Tor, die Bayern!


Wie heißt es in einer Chips-Werbung mit Basti Fantasti Schweinsteiger? „Piep, Kasse drei öffnet.“ Das sagten sich auch die Bayern nach langen 80 Minuten in Bremen, in denen keiner am 0:0 etwas ändern konnte. Aber dann kam Luiz Gustavo, der ein Törchen schoss, das in einer Reihe mit dem Treffer von van der Vaart unter der Woche gegen Hannover oder dem zweiten Tor von Reus gegen Gladbach am Samstag genannt werden muss. Danach schlug noch einmal der aktuell unumgängliche Mario Mandzukic zu. „Piep, Kasse drei schließt.“ Fertig war der kurze Werbefilm zum Thema Effizienz.

Dass nach dem Spiel Matthias Sammer vor die Kamera tritt und kurz zusammengefasst zugibt, dass er nicht bei jedem Spieler seines Teams vor dem Spiel die absolute Konzentration auf die bevorstehende Begegnung wahrgenommen hat und er nun schauen will, woran das liegt und wie man daran arbeiten kann, ist nicht zu bemängeln. Die Frage nach den Baustellen, die die Bayern immer wieder selbst aufmachen, ergibt sich hier nicht. Zweimal wurden sie nicht Meister, das darf ihnen nach „Mia san Mia“-Manier nicht noch einmal passieren. Deswegen wird jeder Spieler genauestens unter die Lupe genommen. Wer nicht mitzieht, wird zur Rede gestellt. Sie haben eben aktuell keine Lorbeeren, auf denen sie sich ausruhen können. Sie haben bisher nur einen guten Start in die Saison hingelegt.

 

 SPRUCHREIF - Zitat der Woche (II)
   „Bei einem 5:0 kann ich nicht ansprechen, das wir auch was gut gemacht haben.“

Max Eberl nach der Klatsche in Dortmund

Pinky und Brain neben Schneetarn in Sibirien

Pinky und Brain in der Dortmunder Offensive haben es den Gladbachern auch wirklich nicht leicht gemacht. Marco Reus und Mario Götze haben sich eingegroovt, das Resultat waren die ersten Spielzüge der beiden, die zeigen, dass sie sich in ihre neuen Rollen hinein gefunden haben. Darüber hinaus gab es zwei großartige Tore von Reus, eines von Subotic, Kuba und Gündogan. Stürmertore gab es keine, weil mit Julian Schieber eine Sturmspitze auf dem Feld stand, die so unauffällig war wie Schneetarn in Sibirien. Das ist bei dem Ergebnis aber nicht weiter wild. Auch den schwächeren Start sollte man vielleicht nicht so ernst nehmen, weil sich die Mannschaft im Nachhinein fing.

Bei Gladbach kann davon nicht die Rede sein. Man muss sich langsam ernsthaft fragen, wie lange die Neueinkäufe noch warten wollen, bis sie zünden. Beobachtet man einen Xhaka, der Subotic vorm 2:0 zugeteilt war und munter allen Spielern im Sechzehner zusah, wie sie hochstiegen, um die Flanke abzufangen oder reinzuköpfen, bekommt man wirklich unfreiwillig den Eindruck, es wäre eine Seniorentruppe am Werk. Die Borussia aus Mönchengladbach steht nun nach sechs Spieltagen auf Platz 13 mit 7:12 Toren. Das ist ein Hammer. Am Donnerstag kommt Fenerbahce zu Besuch, danach kommt die Eintracht, die sich als Aufsteiger zum Favoriten in diesem Match gemausert hat. Hoffentlich hat man nach diesen Spielen nicht wieder das Gefühl, man müsse Favre einen aufmunternden Klaps auf den Rücken geben.

MIXED ZONE
Boris Vukcevic liegt noch immer auf der Intensivstation eines Heidelberger Krankenhauses und kämpft mit dem Tod. Bei einem Unfall raste er frontal in einen LKW, die Ermittler gehen aktuell von einem Zuckerschock aus, den der Diabetiker kurz vorher bekommen haben könnte. In jedem Fall wünschen wir Boris Vukcevic alles erdenklich Gute und seiner Familie viel Kraft für diese schwere Zeit. 5:1 siegte Real Madrid gestern abend zu Hause gegen Deportivo la Coruna. Cristiano, der wieder ganz und gar glücklich ist, schoss hierbei drei Tore, Angel di Maria und Pepe besorgten den Rest. Nächste Woche steigt dann der Clasico. Beide Topteams gehen also mit Erfolgserlebnissen aus der Liga in die Partie und beide konnten in den jeweiligen Spielen einen Rückstand drehen.


Der Wechsel von Marco Reus zum BVB ist die wohl meistdiskutierteste Personalie in diesem Winter. Da Transfers wie Carlos Tevez immer noch auf sich warten lassen, werden derzeit alle Einzelheiten durchleuchtet. Bis Juni 2017 unterschrieb der 22-Jährige in Dortmund. Ein langfristiger Vertrag, doch er enthält angeblich einen kleinen Haken: Eine Ausstiegsklausel. 30 Millionen Euro soll diese betragen und wurde bisher weder bestätigt, noch dementiert. Eigentlich wollte man beim BVB nach dem notgedrungenen Verkauf von Nuri Sahin für lediglich zehn Millionen Euro zu Real Madrid keine Ausstiegsklauseln mehr implementieren. Doch um den Bayern ein Schnippchen zu schlagen scheint man gewillt gewesen zu sein, dieses Prinzip schnell über den Haufen zu werfen.
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