thumbnail Hallo,

Das Wochenende ist vorbei, doch Goal.com geht mit euch in die Verlängerung. Wer war ein Volltreffer, wer nur Vollpfosten – unsere bunte, aber ehrliche Rückschau sagt es euch!

Endlich wieder Bundesliga! Man kann diese ganzen Nebenschauplätze ja schon gar nicht mehr ertragen. Rummenigge sagt dies, die Medien antworten jenes. Unser eins sitzt da und freut sich einfach wie ein Kind auf den rollenden Ball, damit die Nichtigkeiten wieder verstummen. Und schließlich ist danach ja auch noch eine Menge los, nicht wahr? Rudi Völler zum Beispiel hat mal wieder einen rausgelassen. Muppet Show" war gestern - heute ist Fäkalsprache angesagt. Und müssen wir nun um Thorsten Fink bangen? Geht uns der Münchner Glamour im hohen Norden bald verloren? Öffentliche Parolen der Sportchefs und der Vorstände klingen bis zum Tag der Entlassung leider eh immer gleich. Markus Babbel? Ja, gleicher Fall. Willkommen beim Golden Goal!

Reif, dieser "Klugscheißer"!

„Wissen Sie was“, sprach Rudi Völler Worte für die Ewigkeit, „was der Reif sagt, geht mir völlig am Arsch vorbei. Das können sie ruhig schreiben.“ Der Express hat es geschrieben. Ich jetzt auch. Am HmmHmm geht ihm das vorbei, wenn Reif gegen Leverkusen austeilt. Die Werkself verlor 3:0 in Dortmund, der Meister spielte das erste Mal diese Saison wieder so meisterlich, wie man es von Meistern erwartet. Dankbarer Gegner war eben an dieser Stelle Leverkusen. Da kann man schon einmal ausflippen, Herr Völler. Es reichte ihm allerdings noch nicht, als er auf Reifs Kommentare angesprochen wurde. Die Pointe fehlte, die Kirsche auf der Sahne dieses wunderbaren Buchstabenbechers mit Reif und A und rsch: „Dieser Klugscheißer.“ Pamm-Pamm!

„Wir sind von der ersten Minute an völlig passiv aufgetreten - und das ist das, was uns richtig wurmt“, so formulierte es der etwas besonnenere Trainer von Bayer, Sascha Lewandowski. Sami Hyypiä stand wahrscheinlich gerade da, starrte und sah so böse aus, wie er nur konnte, wofür ihn ja schließlich noch heute jegliche Liverpool-Fans verehren. Marcel Reif wurde selbst noch vorm Stadion darauf angesprochen. Ihn ließ die ganze Geschichte - wenig überraschend - ziemlich kalt: „Es ist ein freies Land. Da darf jeder sagen, was er will.“ Und wer jetzt den Dreh zur Experten-Schelte von Rummenigge wähnt, der irrt. Ganz so plump funktioniert das hier auch nicht.

   SPRUCHREIF - Zitat der Woche (I)

  „Das werden die Leverkusener ja wohl mal hinbekommen.“

Marcel Reif über den Ball, der von Bayer ins Aus gespielt werden sollte..

GOLDENE WOCHE

Piotr Trochowski traf gegen Real zum 1:0-Sieg für Sevilla. Eine hoch geschossene Ecke nahm er direkt und knallte den Ball ins Netz. Dafür belohnte er sich und seine Mannschaft mit drei Punkten.

„Geh deinen Weg" lautete der Slogan des Aktionstages. „Jeder ist willkommen", erklärte Angela Merkel das Programm. Eine wunderbare Sache, für die alle Sponsoren auf die Trikotwerbung verzichteten und Platz auf der Brust für den Ruf nach Toleranz und Integration machten. 

Szabolcs Huszti. Muss noch mehr gesagt werden? Ja: Leon Andreasen! Diesen beiden Rückkehrern im Dress von Hannover 96 zusehen zu können, ist eine wahre Freude.  Beide kamen im Nordderby gegen Bremen zum Torerfolg, auch wenn sich Huszti die leider (!) gerechtfertigte Gelb-Rote abholte.

MIESE WOCHE
Der VfB Stuttgart kam auch gegen die „Macht am Rhein" aus Düssel- dorf nicht zum Tor- erfolg. Der Aufsteiger stand kompakt, Cacau konnte seine beiden großen Chancen nicht nutzen. 0:0 zu Hause gegen die Fortuna, Hoogland fällt mit doppeltem Bänderriss im Sprunggelenk erst einmal wieder raus. Mieses Ding!

„Drei Gegentore – das ist einfach zu viel", schimpfte Luuk de Jong im Express. 2:3 gewann Nürnberg in Gladbach. Was machen die Fohlen nun? Drei Spiele, drei Punkte, natürlich geht es schlimmer, aber ein Traumstart ist das sicherlich auch nicht. B04, HSV, BVB sind die nächsten Gegner. Punkte abgreifen, Gladbach!

Wenn dann aber das Vertrauen nicht mehr da ist, trifft man die falschen Entscheidungen“, resümierte Rafael van der Vaart nach dem Spiel des HSV in Frankfurt (dapd). Kein gelungener Einstandbb für den Niederländer bei seiner Rückkehr zum Herzensverein

Thema Hoffenheim - Spart euch die Spucke!

Ach, Hoffenheim. Wo fangen wir an und wo hören wir auf? Zunächst sei einmal gesagt, dass dieses leere Hoppenheim-Bashing einfach ein bisschen durch ist. Es bietet sich gerade so viel auf dem Platz an, dass man als typischer Fußballfan nicht die immer gleiche Schablone mit den alten Reimen auf gekaufte Tradition und Söldnertum ansetzen und die Sprüche an die Wand sprühen muss, sobald die TSG ein Tor (oder fünf) kassiert. Man kann fragen, wo die Abwehr war, wenn Guede oder Kruse treffen. Welchen Sport Rudy im Kopf hat, wenn er den Ball nicht richtig annimmt und eben jenem Karim Guede unfreiwillig vorlegt. Oder Wiese, der Bruchpilot!

Das sollte, aktuell zumindest, besprochen werden. Der wackelnde Markus Babbel selbst versucht es, wenn er im Inerview mit Sky sagt, dass die "gestandenen Spieler jetzt gefragt sind." Nächstes Wochenende geht es gegen Hannover, die im Nordderby eindrucksvoll bewiesen haben, wie gut sie aktuell drauf sind. Wenn es mit der TSG so weiter geht, scheint es egal, wie man zu dem Konzept um Hopp und Hoffenheim steht, weil sie so oder so niemanden mehr hinterm Ofen hervorlocken.

I Fink it could be over soon , HSV!

Da saß Thorsten Fink nun auf der Tribüne und musste dabei zusehen, wie seine Hamburger absolut gewillt waren, in der zweiten Hälfte gegen Frankfurt noch einmal das Spiel zu drehen und dann doch scheiterten. Mancienne hatte er in der 32. Minute schon runtergenommen, als Coach Fink noch auf der Bank sitzen durfte. Dann kam die Rote gegen Jiracek, Fink musste eine Etage höher. Was machen wir nun mit dem HSV? Hat Rafael van der Vaart gleich funktioniert? Ja. Haben sie sich gute Chance rausgespielt? Ja. Rudnev und Son haben nur zu Beginn die dicken Dinger liegen lassen, locker hätten sie zumindest mit zwei Toren führen können. Im Bestfall hat der Kampf der zweiten Halbzeit bewirkt, dass die Mannschaft nun wach ist. Im schlechtesten Fall werden die individuellen Fehler bleiben und die Mannschaft, die in den nächsten Spielen auf Dortmund, Gladbach und Hannover trifft, in die Schreckensschraube der letzten Saison geraten, als sich das Team trotz Qualität wie gelähmt nicht mehr hochhangeln konnte. Wie sich das Blatt für den Dino wendet, wird zu beobachten sein.


TV-Experte mit Maulkorb - Von mir aus!


Man stelle sich nun einmal vor, dass man Trainer beim FC Bayern und TV-Experte sei. Und dass man ein bisschen so aussehe wie Mehmet Scholl.  Angeknubbelte Hemden und Schnack mit Beckmann & Co., einen sicheren Platz im Stadion bei den größten Spielen und das Wissen darum, dass man etwas erreicht hat im Fußball, da man hier und heute noch um die eigene Einschätzung rund um unser aller liebsten Sport gebeten wird. Und man äußert seine Meinung auch zu Spielern des FC Bayern. Dann kommt Karl-Heinz Rummenigge und erzählt einem, dass man jetzt aber mal gehörig aufpassen müsse, was man da sage, und verbietet einem die Schnütt, wie es im Rheinischen heißt.

Dies hat sich nun ereignet und wir gehen hier nur auf den ersten Rundumschlag Rummenigges ein, weil das Vorwort eines Fanmagazins wie im zweiten Fall eben nur für bestimmte Leute geschrieben wird. Bei denen kann es bleiben. Stört mich nicht. Und eine derart gerissene Werbeaktion für ein Magazin muss zwar gewürdigt werden, aber ausgelutscht werden muss sie nicht. Katrin Müller-Hohenstein war schon so nett, das Cover im Aktuellen Sportstudio in die Kamera zu halten. Javi Martinez ist drauf. Sehr stylish.
 
 SPRUCHREIF - Zitat der Woche (II)
   Basta. Man muss sich irgendwann entscheiden.

Karl-Heinz Rummenigge in der SportBild.

Die Gesellschaft war wieder gespalten in Pro und Kontra. Die einen konnten Rummenigges Argumente nachvollziehen. Vertrag beim FC Bayern und solche Kommentare zur Leistung von beispielsweise Thomas Müller oder während der EM zu Mario Gomez gehen eben nicht. Das motiviert vereinsintern nicht. Entweder Bayern oder Fernsehen. Und dann gab es eben noch die andere Seite, die aufschrie, wieso ein Angestellter eines Vereins nicht auch kritisieren dürfe. Dass es gestattet sein muss, seine Gedanken frei äußern zu dürfen. „Anderswo würde Kritik vermutlich zur Selbstreflexion führen, in München ist sie verboten", schreibt Tim Röhn in seinem empfehlenswerten Goal.com-Kommentar zu Rummenigges Aussagen.


Ich persönlich kann diese Argumentationen nachvollziehen. Aber ich habe einfach keine Lust mehr, mich mit dem Hin und Her seit dem inzwischen sprichwörtlichen Wundliegen auseinander zu setzen. Wenn sich Scholl entscheiden soll, alles klar. Dem Chef gefällt der Nebenverdienst nicht. Dann bitte, Mehmet, entscheiden Sie sich für Bayern oder ihre freie Meinung. Sie sind erwachsen. Was die Bayern nur irgendwie zu vergessen scheinen, ist das Wichtigste überhaupt: Sie spielen aktuell großartigen Fußball, die Transfers sind grotesk gut eingeschlagen und die Punkte klingeln im Säckle! Es wäre ein großer Gewinn für die Allgemeinheit, wenn sich alle Beteiligten ein Stück weit beruhigen und auf das Wesentliche konzentrieren. Den Fußball.

MIXED ZONE
Cristiano Ronaldo hat seinen Trainer Lügen gestraft. Mourinho hatte vorm Spiel gegen Sevilla noch gesagt, dass wenn Ronaldo so spiele, wie er spiele, er auch traurig sein könne. Ihm sei das egal. Und schon gab es eine Pleite in Sevilla. 35.000 Zuschauer sahen Trochowski und dem Rest beim 1:0-Erfolg gegen den Favoriten zu. Wird jetzt doch nochmal ein Wörtchen mit Cris gewechselt? Ganz und gar verdutzt war Marco Reus, als er nach dem Sieg gegen Bayer bei Sky gefragt wurde, ob es ihm gefallen hätte, zunächst auf der Bank zu sitzen. Zwei lange Sekunden starrten sich Fragender und Befragter an, ehe Reus mit dem Kopf schüttelte und sagte: „Die Frage weißte selber." Danach kam das Übliche: Viele Spiele vor der Brust, auch mal 'ne Pause nehmen, starker Kader.


Der Wechsel von Marco Reus zum BVB ist die wohl meistdiskutierteste Personalie in diesem Winter. Da Transfers wie Carlos Tevez immer noch auf sich warten lassen, werden derzeit alle Einzelheiten durchleuchtet. Bis Juni 2017 unterschrieb der 22-Jährige in Dortmund. Ein langfristiger Vertrag, doch er enthält angeblich einen kleinen Haken: Eine Ausstiegsklausel. 30 Millionen Euro soll diese betragen und wurde bisher weder bestätigt, noch dementiert. Eigentlich wollte man beim BVB nach dem notgedrungenen Verkauf von Nuri Sahin für lediglich zehn Millionen Euro zu Real Madrid keine Ausstiegsklauseln mehr implementieren. Doch um den Bayern ein Schnippchen zu schlagen scheint man gewillt gewesen zu sein, dieses Prinzip schnell über den Haufen zu werfen.
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