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Das Wochenende ist vorbei, doch Goal.com geht mit euch in die Verlängerung. Wer war ein Volltreffer, wer nur Vollpfosten – unsere bunte, aber ehrliche Rückschau sagt es euch!

Wien. Da hat Marco Arnautovic ja jetzt schon Spaß. Dienstag treffen sich Deutschland und Österreich zum WM-Qualifikationsspiel, jetzt erklärte er der Welt seine einfache Formel für einen Sieg gegen die erfolgreichen Nachbarn. Zwei Beine, Menschen, Schmerzen, Wunderkeeper Almer, ein Tor von ihm selbst. Fertig. Was unterdessen Joachim Löw bei seinem "Dortmunder System" vergessen hat, wird genauso geklärt. Willkommen beim Golden Goal!

Die EM ist tot, es lebe die WM!

Alles neu bei der deutschen Nationalmannschaft: In seiner neuen flotten, dunkelblauen Retrojacke saß Jogi Löw bei der Pressekonferenz vergangene Woche und erklärte, er wolle jetzt mehr wie Dortmund spielen. Frühes Gegenpressing, viel Bewegung gerade wenn der Ball mal weg ist, das alte Lied, dass man vom mittlerweile zweimaligen Meister und nun auch noch Pokalsiger kennt. Das ist durchaus sinnvoll. Vorher war Barcelona das Vorbild, aber die haben ja erstens diese Saison bei allem Respekt nicht sonderlich viel Erfolg gehabt und zweitens konnte Löw machen, was er wollte, er hatte einfach keinen Xavi auf dem Feld. „Ilkay, gel dir ma dei Haare hoch" - Nix. Und was sagen unsere Jungs von Real Madrid dazu? Kann man ja nicht machen.

Also schnappt sich Löw nun Ilkay G. und lässt ihn wie beim BVB spielen. Gut, Gündogan nun nicht, aber dafür Götze, Reus, Hummels und in der bloßen Theorie auch einen Schmelzer, der zunehmend zum Schmelly von Loch Ness" verkommt, wenn es um die Berufungen in den Nationalkader geht. Gesehen hat ihn noch nie jemand, aber es soll ihn geben, den Nationalspieler Marcel Schmelzer. Am Sonntag wurde nun grünes Licht für das Österreich-Spiel gegeben. Man glaubt's erst, wenn man ihn wirklich spielen sieht. Eine wichtige Komponente hat Löw in Retro allerdings vergessen: Dortmunds größtes Problem in beiden letzten Spielzeiten war was? Richtig, die Chancenverwertung.

   SPRUCHREIF - Zitat der Woche (I)

  „Wichtig war, dass wir uns keine Blöße geben. Mit dem 3:0 können wir gut leben."

Thomas Müller fasst zusammen, was alle denken.

GOLDENE WOCHE

Louis van Gaal setzt auf die Jugend und behält recht:  „Gegen Belgien habe ich der alten Garde vertraut und sie haben mich enttäuscht. Jetzt habe ich junge Spieler zur Vergügung und habe sie eingesetzt." Wer hat 2:0 gegen die Türkei gewonnen? Ja, die Niederlande mit dem Partybiest-Coach.

Auch die deutsche U21 feiert große Erfolge: Bis jetzt gewann die Elf von Rainer Adrion neun von neun EM-Qualispielen. Im zehnten Spiel gegen Bosnien werden nun Holtby, Beister, Rode und Jantschke bereits geschont.

Lionel Messi freut sich über die argentinischen Fans:  „Es ist ein tolles Gefühl. Es ist unglaublich, wenn die Fans uns so viel Aufmerksamkeit schenken." Am Ende gewann Argentinien 3:1 gegen Paraguay inklusive Traumtor des Barca-Stars.

MIESE WOCHE
Xavi, der gute alte Xavi hätte auch bei Milan landen können. Als er noch in der B-Mannschaft kickte, wurde ihm ein Vierjahres-vertrag angeboten. Xavi lehnte ab. Rückwirkend also: Miese Woche damals gewesen, Milan.

Im WM-Qualispiel Montenegro-Polen wurden direkt zu Beginn unter Anderem Knallkörper in den Fünfer von Polen-Keeper Tyton geschmissen, der zwar weiterspielte, aber stark benommen wirkte. Da fehlen einem die Worte.

Da hatte Katar die einmalige Chance, in einem Testspiel gegen Bayern München, die fast ohne Nationalspieler aber mit Javi Marti und Schweini ihre Gäste empfingen, zu spielen, und sie verloren trotzdem 1:0! Bayern setzte sich auch mit vielen Nachwuchsspielern und einem durcheinandergewürfelten Kader durch. Das Tor erzielte der 17-jährige Nikolai Jelisic. Weiter so!

Mussten sie sich ausgerechnet die vergebenen Chancen abgucken?

Das kann man sich richtig gut vorstellen, wie Klose, Müller & Co. zusammen gesessen haben und sich gedacht haben: „Wir lernen jetzt mal BVB und wollen es sogar noch besser machen." Und was haben sie sich angesehen? Einen Kagawa, der einen bemühten aber zum Scheitern verurteilten Kopfball versucht? Kuba, der es gegen Freiburg damals Frank Mill gleichtat? Den Lewandowski von 2011? Falls es so war, haben sie es definitiv in den ersten 20, 30 Minuten des Spiels gegen die Färöer besser gemacht und die großen Vorbilder übertroffen. Meine Herren, was ging da nicht alles daneben.

Aber Löw hatte ja noch den Großmeister auf dem Platz: Mario Götze bekam nach 12 Großchancen den Ball von Hummels, ließ wie zum Spaß fünf färingische Lehrer, Metzger und Hobbygärtner stehen und netzte fulminant zum 1:0 ein. „Achsooo! Das meinte der Trainer", muss es durch die Menge geraunt haben. Gesagt getan, in der zweiten Hälfte leitete Özil einen überfallartigen Konter ein, zwang Thomas Müller zu Großkreutz'schen Laufmaßnahmen und traf humorlos. Der zweite Treffer des Real-Stars geschah nach einem großartigen Pass von Marco Reus. Learning by Doing mag man nun im Nachhinein sagen. Götze, Neu-Dortmunder Reus oder Hummels nach einem Standard (ein ganz anderes Thema, dass den Rahmen sprengt) dürfen gegen Österreich gerne weitere Lehrbeispiele geben.

Arnautovic hat's raus!

Marco Arnautovic hat die Welt des Fußballs, den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage, das Große und Ganze, also praktisch die wahre Bedeutung der Zahl  „42" am Beispiel des kommenden Spiels gegen Deutschland in wenigen Worten erklärt: „Die Deutschen sind auch nur Menschen mit zwei Beinen. Man kann ihnen wehtun, wenn man einen Tick mehr läuft. Der Schlüssel zum Erfolg für uns ist: Ich mache ein Tor und unser Keeper Almer hält alles.“ (Bild) Robert Almer? Robert Almer? Ja, richtig, der zweite Keeper von Fortuna Düsseldorf, der nun vom jungen Giefer auf die Bank verwiesen wurde. Formulieren wir es so: Er konnte sich auch in der zweiten Liga nicht klar durchsetzen und seinen Platz zwischen den Pfosten zementieren.

Und dann wäre da die rhetorische Meisterleistung aus Beinen, Schmerzen und einem Tor. Wir sind begeistert, Marco Arnautovic, und freuen uns auf Flutlicht in Wien, Ihr Tor und die Schmerzen, die Sie mit Ihrer Laufbereitschaft der deutschen Nationalmannschaft zufügen wollen. Der Kreis schließt sich, wie der eine oder andere Leser an dieser Stelle bereits bemerkt haben könnte. Deutschland macht jetzt einen auf Dortmund. Gegen die hat Arnautovic 2012/13 schon gespielt und 10,26 km abgespult. Ein vergleichbarer Gegenüber wäre Marco Reus, der ebenfalls durchgespielt hat: 11,84 km. Man darf also gespannt sein, wie sehr Reus nun die Knie schlottern werden.

 

 SPRUCHREIF - Zitat der Woche (II)
   „Die Deutschen sind auch nur Menschen mit zwei Beinen.“

Marco Arnautovic hat nachgezählt.

Der Ronaldo der Woche

Und dann wäre da ja noch Cristiano Ronaldo. Die Welt hängt an seinen Lippen und Füßen, auch wenn er nicht Europas Fußballer des Jahres wurde. Diese Woche bestimmten seine Äußerungen über seine Gefühlswelt nicht nur die spanische Presse. Auch Goal.com und viele andere internationale Medien berichteten sich einen Wolf. Fakt ist, dass er seine Tore gegen Granada demonstrativ nicht bejubelt hat und danach verlauten ließ, dass er nicht gejubelt habe, weil er unglücklich sei und die Vereinsverantwortlichen schon genau wüssten, warum dies so sei. Soweit verstanden. Cris hat Knatsch mit Real und schon purzeln die Gerüchte. City soll diesen Sommer 200 Millionen Pfund für den Wunderkicker geboten haben.

Wollte er zurück nach Manchester, diesmal im blauen Trikot? Nein, das nun auch nicht. Solange Fergie Trainer bei United sei, wolle Ronaldo nicht zu City gehen. Das ist also eine Frage des Respekts gegenüber dem Mann, der ihn zum Weltstar machte - eine feine Geste. Aber wo ziept es dann? Seine Mitspieler haben auch keine Ahnung. Keiner hat ihn je als unglücklich empfunden, Casillas sagt, jeder habe sein Päckchen zu tragen. Höchstwahrscheinlich wird Ronaldo nicht den Demba Ba machen und sich aus seinem Vertrag rausstreiken. Höchstwahrscheinlich wird er eine schöne Gehaltserhöhung bekommen und spätestens beim nächsten Torfestival ganz instinktiv wieder die Arme hochreißen und leise "Siiiiii!" sagen. Höchstwahrscheinlich wird sich die Sache so einfach aufklären.


MIXED ZONE
Bulgarien hat das geschafft, was Deutschland während der Europameisterschaft diesen Sommer nicht gelang. Sie haben den Vize-Europmameistern aus Italien ein 2:2 im WM-Qualispiel am Freitag abgerungen. Prandelli fordert nun eine neue Mentalität, die Tuttosport titelte am nächsten Tag mit „Hässliches Italien". Können wir uns wirklich auf eine Krise gefasst machen? Marco Reus zur Hammergruppe D in der Champions League: „Natürlich ist die Gruppe mit Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam schwierig, aber ich sehe sie auch sehr positiv. Die Champions League ist da, um sich mit den Besten zu messen. Deswegen freue ich mich auf die Duelle." (Bild) Wir uns auch, doch die Erfahrung der letzten Saison fehlt ihm ganz offensichtlich.


Der Wechsel von Marco Reus zum BVB ist die wohl meistdiskutierteste Personalie in diesem Winter. Da Transfers wie Carlos Tevez immer noch auf sich warten lassen, werden derzeit alle Einzelheiten durchleuchtet. Bis Juni 2017 unterschrieb der 22-Jährige in Dortmund. Ein langfristiger Vertrag, doch er enthält angeblich einen kleinen Haken: Eine Ausstiegsklausel. 30 Millionen Euro soll diese betragen und wurde bisher weder bestätigt, noch dementiert. Eigentlich wollte man beim BVB nach dem notgedrungenen Verkauf von Nuri Sahin für lediglich zehn Millionen Euro zu Real Madrid keine Ausstiegsklauseln mehr implementieren. Doch um den Bayern ein Schnippchen zu schlagen scheint man gewillt gewesen zu sein, dieses Prinzip schnell über den Haufen zu werfen.
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