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Wie jede Woche hier der Blick auf die Insel und die deutschen Profis, die ihre Brötchen in England verdienen. Heute: Ist Lewis Holtbys Spurs-Traum ausgeträumt?

KOLUMNE
Von John C. Brandi

London.
Von Beginn an war Lewis Holtby seit seiner Ankunft bei Tottenham Hotspur voller Begeisterung für sein neues Arbeitsumfeld Premier League. Der Halb-Engländer erfüllte sich mit dem Wechsel auf die Insel einen Kindheitstraum und strahlte bei jedem Interview in den kommenden Monaten vor Glück, nun endlich in der berühmtesten Spielklasse der Welt zu kicken.

EXPERTENMEINUNG AUS ENGLAND
"Lewis Holtby hat sich unter Villas-Boas in dieser Saison immer mehr zu einem Spieler der ersten Elf entwickelt. Beim bitteren 0:6 gegen City wurde er zur Halbzeit ausgewechselt und entschuldigte sich für seine Leistung, aber kam mit seinem grandiosen Siegtreffer gegen Fulham und einer starker Leistung gegen Sunderland zurück.

Seit der Entlassung von Villas-Boas hatte Holtby nur zwei Einsätze: Gegen West Ham kam er von der Bank, gegen West Brom spielte er eine Stunde. Die Spurs haben ihren Stil unter Sherwood verändert: Zwei anstatt ein Stürmer, was die Positionen im Mittelfeld reduzierte, wo ohnehin viele Optionen bestehen.

Es ist zu diesem frühen Zeitpunkt schwer zu sagen, ob Sherwood Holtby behalten will, aber seine mangelnde Physis gegenüber Sandro, Dembele, Capoue oder Paulinho könnte gegen ihn sprechen." Jamie Dunn, Goal UK
Das ist nun knapp ein Jahr her, und längst nicht alle Träume des gebürtigen Erkelenzers haben sich seither erfüllt. Nicht, dass er in London durchgehend enttäuscht hätte, aber nach wie vor tut Holtby sich schwer damit, regelmäßig in der Stammelf der Spurs zu stehen.

Die Situation hat sich seit dem Trainerwechsel vom erklärten Holtby-Freund Villas-Boas zu Tim Sherwood eher verschlechtert. Schon vorher war der Ex-Schalker nicht immer von Beginn an dabei, in den letzten drei Partien in Pokal und Liga gehörte er nicht einmal mehr zum Kader.

Auch wenn er lange betont hatte, dass ein vorzeitiger Abschied von den Spurs nicht infrage komme: Zuletzt mehrten sich die Gerüchte, dass eine Bundesliga-Rückkehr nicht ausgeschlossen sei, wie Goal exklusiv vermeldete - namentlich zu Schalke 04, deren Sportdirektor Heldt die Rückkehr des Linksfußes bereits vorbereiten soll. Zudem stimmte bei einer Goal-Umfrage die überwältigende Mehrheit für einen Wechsel Holtbys zurück nach Deutschland.

"Möchte mich festbeißen"

Holtby kommentierte das kurz vor Jahreswechsel in der Bild am Sonntag so: "Im Moment ist es für mich sportlich ein ständiges Auf und Ab. Trotz der großen Konkurrenz und meiner relativ wenigen Spiele habe ich aber auch in dieser Saison schon neun Assists und drei Tore erzielt. Das ist eine gute Quote. Dennoch möchte ich öfter in der Startelf stehen, mich festbeißen und ungern immer wieder zurück auf die aufgewärmte Bank."

Ob der Frust über zu wenig Spielpraxis ihn im Winter forttreibt? Zu einer Leihe bewegt? Fest steht: Ein vorzeitiger Abschied aus London würde dem 23-Jährigen sicher wie eine persönliche Niederlage vorkommen, wäre an sich letzte Option. Die verkorkste Vorbereitung aufgrund einer Knieverletzung während der U21-EM spielte sicher eine Rolle, dazu kamen der schwache Start Tottenhams und die Turbulenzen nach dem Abschied Gareth Bales, schließlich die Trainerentlassung.

38 Spiele und drei Tore für die erste Elf der Spurs in allen Wettbewerben: Das ist sicher nicht die Bilanz, mit der sich der ehemalige "Bruchweg-Boy" aus England verabschieden will. Die Karten bei den Spurs werden derzeit neu gemischt, bisher anscheinend eher zu seinen Ungunsten. In einem Spurs-Trainingsspielchen wusste er zuletzt zusammen mit Transferflop Lamela rundweg zu überzeugen, doch um sich an der White Hart Lane dauerhaft durchzusetzten, wird das vermutlich nicht reichen.

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