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Unsere Legionäre: Drei für zwölf - und sieben für die Defensive

Mit Alonso könnte der fehlende Baustein zur Verfügung stehen, um den 12-Tore-Wirbel aus CR7, Benzema und Bale abzusichern. Neben dem Basken wird auch Khedira zum Einsatz kommen.

Kolumne
Von Martin Ernst

Carlo Ancelotti findet einfach keine Ruhe. In 16 Saisonspielen mit Real Madrid hat der Italiener bereits 16 verschieden Startformationen probiert. Die zurückliegenden zehn Tage dürften dem Real-Coach aber zwei wichtige Erkenntnisse geliefert haben: Das Triumvirat im Sturm gehört wohl zu den torgefährlichsten Europas. Und: Mit Xabi Alonso könnte endlich der Mann zurückgekehrt sein, der die auseinanderklaffenden Mannschaftsteile zusammenhält.

                      Xabi Alonso 2012/13 
"Mit der Defensive bin ich nicht zufrieden, aber wir machen viele Tore", fasste Ancelotti dieser
Tage Reals Zweispalt zusammen. Zwar wackelt Real defensiv auch weiterhin - und hat mehr Gegentore kassiert als Getafe oder Villareal - dafür ist im Sturm der Knoten geplatzt: CR7, Gareth Bale und Karim Benzema waren in den letzten drei Begegnungen gegen Sevilla, Rayo und Juve exklusiv für die Torproduktion zuständig und haben 12 mal getroffen. Von der Abwehrarbeit wurde das Trio kurzerhand befreit.

Minuten gespielt                            3794
Pässe                                               3064
Passquote                               
82,5 %
Pässe pro Spiel                                 
68
Tackles pro Spiel                             
2,7
Balleroberungen                  423 (12,1)
Ballverluste                         383 (11,0)
Sieben für die Defensive

"Die Aufgaben von Bale und Ronaldo erlauben es uns nicht immer, mit allen zu verteidigen. Umso wichtiger ist es, mit den übrigen sieben gut zu stehen. Wir brauchen eine gute Organisation", sagte Ancelotti in der Sendung Al primer Toque. Und weiter: "Zuletzt hatten wir Probleme, weil die drei Mittelfeldspieler nicht immer alles abdecken konnten. Es ist kein Qualitätsproblem, sondern eine Frage der Organisation."

Mit Xabi Alonso, der letzte Saison zusammen mit Khedira die Doppel-Sechs bildete, könnten ihm nun die fehlenden Führungsqualitäten zur Verfügung stehen. Gegen Rayo stand der 31-Jährige erstmals seit dem verlorenen Pokal-Finale gegen Atletico wieder in der Startelf, flankiert von Modric und DiMaria. Nach seiner Auswechslung fing sich Real wie schon gegen Sevilla innerhalb weniger Minuten bei einer Drei-Tore-Führung noch zwei Gegentore ein. "Bei 3:0 zu denken, dass das Spiel vorbei ist, ist ein Fehler. Es ist kein Zufall, dass das zweimal hintereinander geschah", ärgerte sich Ancelotti über den Mangel an Konzentration.

Alonsos Partner für das defensive Mittelfeld

Modric
Khedira
Illarra
2013/14
Minuten gespielt
997 1083
602
Pässe (ang.)
742 (658) 632 (545) 503 (444)
Passquote
   88,7 %
   86,2 %    88,8 %
Pässe pro Spiel 53 48,7 60
Tackles pro Spiel 1,8 1,1 2,9
Balleroberungen (p.S.) 59 (4,7) 54 (4,4) 51 (5,1)
Ballverluste (p.S.)
57 (4,0)
57 (4,4)
48 (4,8)

Naheliegend ist, dass der Italiener auch in näherer Zukunft auf die anschließende Formation vom vierten CL-Gruppenspieltag in Turin setzt, bei der Alonso mit Modric und Khedira links und rechts neben ihm auf den Achter-Positionen spielte. Neben der Absicherung der Flügel sollen beide den offensiven Außenverteidigern bei Gelegenheit den Rücken freihalten oder sich bei Angriffen mit nach vorne einschalten (im Hinspiel gegen Juventus war Khedira der Spieler mit den meisten Torschüssen).

Real bleibt konterstark

Mit der neuen Dreifaltigkeit im Sturm wird Real wohl auch weiterhin im 4-3-3 spielen, eine Formation, die in der Regel für viel Ballbesitz steht. Der Paradigmenwechsel zu mehr Ballkontrolle, Pass- und Spielkultur greift bisher allerdings nur bedingt: Ronaldos Ausgleich gegen Juve nach einem Fehler von Caceres war bezeichnend dafür, dass die Königlichen Tore nach wie vor am besten nach Ballgewinn und dann mit viel Tempo und individueller Klasse schießen.

Viel zu oft noch klafft ein Loch zwischen der über 200 Millionen Euro schweren Offensive und dem Mittelfeld um Alsonso, Khedira und Co. Dieses zu schließen, wird zu den Hauptaufgaben des baskischen Routiniers zählen. Gegen Real Sociedad allerdings könnte ihm Khedira an der Seite fehlen: Wegene eines erlittenen Schlags steht der Ex-Stuttgarter noch auf der Kippe.

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