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Der wöchentliche Blick auf die deutschen Insel-Profis: Heute geht es um Fulhams Rechtsverteidiger, dessen nachträgliche Sperre Neuland bedeutet.

KOLUMNE
Von John C. Brandi

London.
"Fußball ist immer ein Auf und Ab" – mit diesem Binsen-Zitat brachte Sascha Riether es auf den Punkt, und das, bevor es auch für ihn persönlich abwärts ging. Fulhams mauer Start in der Premier League war eigentlich das Thema des Interviews mit dem Stadionmagazin der Cottagers, doch das war vor der Partie gegen Manchester United.

Hier vergaß sich Riether kurz und trat Uniteds Jungstar Adnan Januzaj unbeobachtet vom Schiri aufs Bein - wie einst Herthas Mike Franz gegen Marco Reus. Neuerdings kann aber auch in der Premier League so etwas auf der Basis des Videobeweises nachträglich bestraft werden. Was prompt geschah: Drei Spiele Sperre waren das Ergebnis, nachdem bereits das Spiel mit 1:3 verloren gegangen war.

Riethers Twitter-Account liest sich nun wie ein persönlicher Kreuzgang: Entschuldigung an Januzaj ("Es tut mir leid, Adnan!"), Entschuldigung an die Fans und Teamkollegen, Versicherung, dass er in der Zwischenzeit hart arbeiten wolle, um fit und bereit zurückzukehren.

"Der Frust hat mich übermannt"

Hart arbeiten – das nimmt man Riether sofort ab, ist es doch das, wofür der Rechtsverteidiger steht: Nimmermüdes Beackern der Seitenlinie –  auf und ab, auch hier. Doch dem fairen Sportsmann mit Wolfsburg-Vergangenheit glaubt man auch, dass die Pferde schlicht mit ihm durchgegangen sein mögen, was den Tritt natürlich in keinster Weise rechtfertigt.

Doch die miese Phase mit Fulham zuletzt hat sicher auch Riether nicht kaltgelassen, die Nerven liegen blank im Westen Londons, wo man von zehn Spielen zuletzt sechs verlor und nur knapp über der Abstiegszone dümpelt. Riethers "Sorry" an Januzaj war dann auch gefolgt vom Bekenntnis: "Ich kann nur sagen, dass der Frust mich übermannt hat."

Das ist derzeit das Stichwort beim Londoner Klub: "Ich weiß, dass die Fans frustriert sind. Wir Spieler sind es auch. Wenn wir ein Spiel verlieren, tragen wir das lange mit uns herum", so Riether im bereits erwähnten Interview. Der 30-jährige war breitbeinig und mit entschlossenem Blick auf dem Cover des Stadionmagazins zu sehen gewesen, nun kennt ihn immerhin ganz England, wenn auch nicht durch die Art Schlagzeilen, die Riether recht gewesen wären.

Doch nach jedem Abschwung geht es auch wieder aufwärts, und dass Riether nun zu einem Raubein der Premier League mutiert, ist eher unwahrscheinlich. Vorerst bleibt ihm jedoch nur übrig, von außen die Daumen zu drücken, denn der nächste Gegner hat es in sich: Es geht nach Anfield zum FC Liverpool.

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