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Nach holprigem Start befindet sich der FC Malaga unter Bernd Schuster im Aufwind - und könnte mit einem Sieg gegen Osasuna erstmals in höhere Tabellenregionen klettern.

KOLUMNE
Von Martin Ernst

Malaga
. Der FC Malaga hat seit diesem Sommer den zweiten großen Exodus hinter sich: Der Champions-League-Viertelfinalist musste nicht nur den Abgang von Trainer Manuel Pellegrini verkraften. Mit Martin Demichelis, Isco, Joaquin, Iturra oder Jeremy Toulalan hat neben jeder Menge Substanz auch Routine den Verein verlassen. Schon im Jahr davor waren Leistungsträger wie Cazorla oder Monreal von Bord gegangen.

Die Roßkur ist Teil des seit eineinhalb Jahren verfolgten Sparkurses, der den Andalusiern im Sommer 37 Millionen in die Kassen spülte, von denen aber nur 3,5 Millionen für Verstärkungen ausgegeben wurde. Die neue Einkaufspolitik ähnelt der des letzten Jahres, ist nur noch eine Preisklasse tiefer angesiedelt: Ältere Stars halten und mit jungen oder noch unbekannten, günstigen Spielern ergänzen.

Schuster: Moderieren zwischen Alt und Neu

„Es wird ein billigeres Malaga, aber ebenso vielversprechend“, prophezeite die Tageszeitung El Pais Ende August, als Bernd Schuster gerade zwei Monate im Amt war. Rund sechs Wochen später spricht tatsächlich einiges dafür, dass Pellegrinis Nachfolger die Reste der alten Mannschaft erfolgreich ergänzt und zu einer neuen Einheit geformt hat.

Geblieben sind alte Kempen wie Keeper Caballero, Abwehrrecke Weligton oder Eliseu, mit moderaten Bezügen. Neu sind Jungspieler und Eigengewächse wie Flavio Ferreira, Chen, Dardar oder Olinga, aber auch Akteure im besten Alter wie Innenverteidiger Marcos Angeleri oder Sechser Fernando Tissone.

Und Schuster hat sich bisher als ein ähnlich guter Moderator zwischen Alt und Jung erwiesen wie sein Vorgänger. Zu Saisonbeginn, als erste Strukturen erkennbar waren, aber die Ergebnisse ausblieben, nahm der Schwabe früh den Druck von der Mannschaft und beruhigte das Umfeld: „Die Niederlage ärgert mich nicht, denn ich habe aus den ersten drei Spielen ohnehin Null Punkte eingeplant“, sagte er nach der Auftaktpleite in Valencia.

In ruhigeren Gewässern: Malaga seit fünf Spielen ungeschlagen

Einer ist es dann doch noch geworden. Im Derby gegen Sevilla gab es zwei Spiele später den ersten Zähler, es folgten souveräne Siege gegen die Tabellenschlusslichter aus Almeria und von Rayo Vallecano, dazu ein 2:2 in San Sebastian gegen CL-Teilnehmer Real Sociedad. Mittlerweile ist Malaga seit fünf Spielen ungeschlagen. Und neben einer guten Grundordnung ist bei den Andalusiern auch ein klarer, auf Ballbesitz ausgelegter Spielplan erkennbar.

Am Freitag kommt mit Osasuna der Tabellenletzte ins Estadio Rosaleda, der dritte Saisonsieg wäre gleichbedeutend mit einem Europa-Rang. Doch Schuster bleibt vorsichtig, ahnt, dass es gegen einen mit dem Rücken zur Wand stehenden Gegner ein Geduldspiel für das 'junge' Team wird, wie schon gegen Almeria.

„Osasunas Statistik sind nur Zahlen, die dir wenig nutzen können. Es wird schwer gegen einen solchen Gegner, der dann auf wenige schnelle Konter setzt, das wissen wir“, sagte er im Vorfeld. Der Schwabe will mit Roque Santa Cruz auf einen erfahrenen Bundesliga-Hasen setzen, der Lufthoheit garantieren soll und neben Neuzugang El Hamdaoui zu den besten Torschützen zählt.

„Unwahrscheinlich dass beide starten, Roque hat momentan gute Karten“, so Schuster in der Marca. Vielleicht sieht man in Zukunft eine Variante mit beiden Stürmern oder auch mit Bartlomiej Pawalowski, der beim 2:2 gegen Valladolid mit einem Traumtor auf sich aufmerksam machte. Es wäre ein Angriff als Sinnbild Malagas: Alt und Neu.

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