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Unsere Legionäre: Adios Özil! Que dirá Khedira?

Özils Wechsel hat für mächtig Rauschen im Blätterwald gesorgt. Was nicht passte, war die sportliche Konstellation: Ancelotti hat sich für Isco und Di Maria entschieden.

Kolumne
Von Martin Ernst

Brauchte Real die Millionen für Bale? Wollte man den Spurs eins auswischen? Hat Özils Vater und Berater die Vereinsführung mit seinen Forderungen schlicht und einfach entnervt? Oder war es der Gehalts-Rekord, mit dem Arsene Wenger lockte? An Gründen über den Wechsel von Mesut Özil hat es in den vergangenen sieben Tagen wahrlich nicht gefehlt. Was aber nicht passte, war die sportliche Konstellation. Für den Augenblick!

Sportlich hatten Isco und Di Maria die Nase vorne - für den Moment

Zu kurz kam in der öffentlichen Wahrnehmung, dass Coach Carlo Ancelotti sich für Isco und Di Maria entschieden hat – und gegen Özil. Letzten Sonntag applaudierte das Bernabeu dem zuvor schon weggeredeten Argentinier für seinen Einsatz auf Rechts. „Man schätzt hier harte Arbeit“, so Ancelotti anschließend. Nur eine Woche davor gab es für Özil an selber Stelle einen Rüffel wegen mangelnder Defensivarbeit. Der Italiener setzt auf ein Spiel durch die Mitte, erwartet von den Außen (zumindest den rechten) aber defensive Disziplin!

Für Isco, der für Özil zentral auflief, gab es am Sonntag hingegen den Blankoscheck: „Er muss nicht nach hinten arbeiten, seine Qualität liegt im Zentrum. Auf dem Flügel ist die Verteidigung wichtiger, aber dort brauchen wir ihn nicht.“ In der Mitte Isco, auf dem Flügel - bisher eben Özils Ausweich-Position - Di Maria: Sportlich hatten beide gerade die Nase vorne. Ob diese Momentaufnahme Anlass genug ist, das sonnige Madrid gegen das verregnete London einzutauschen, sei an dieser Stelle dahingestellt.

Que dirá Khedira? (Was wird Kheidra sagen?)

Wie schnell man aber vom Wechselkandidat zur Stammkraft werden kann, zeigt das Beispiel Khedira, den Alonsos Verletzung wieder so sehr ins Spiel bringt, dass Real eine angeblich 40 Millionen schwere Offerte Manchester Uniteds ausschlug. Der Mittelfeldmann tat am Dienstag übrigens das einzig richtige, als er erklärte, Özils Abschied aufrichtig zu bedauern – und das Thema dann abschloss: „Alles weitere kann nur Mesut beantworten.“

Zurück zum Sportlichen also: Fast schon unbemerkt hat der Schwabe am Sonntag gegen Bilbao nach einer Verletzung wieder die Bühne Bernabeu betreten, zwar im Schatten des glänzend aufgelegten Modric, aber deswegen nicht weniger wichtig. Khedira hielt dem überragenden Matchwinner den Rücken frei, unauffällig, diszipliniert, arbeitsam. Der letzte Teutone bei den Madrilenen eben...



Joachim Löw wird's gefreut haben. Vor allem, dass Khedira seine Arbeitsauffassung mit in die Länderspiele gegen Österreich nehmen will und an das erinnerte, "was uns stark gemacht hat, das aggressive und kompakte Verteidigen.“ Nach neun Gegentreffern in den letzten vier Spielen ein angemessener Appell, dass gegen Österreich mal wieder die Null steht. Anders als zuletzt in La Liga wird man Özil und Khedira am Freitag dann wieder zusammen spielen sehen.

Und sonst? Marin und Ebert angeschlagen, Trochowski zurück

Andreas Ivanschitz - er sei als deutschsprachiger Profi hier erwähnt - traf für Levante siegbringend in der letzten Minute, war gegen ein in der Endphase drückend überlegenes Rayo Schlussstein eines Konters über links. Sergio Pinto und Christian Lell hingegen standen nicht im Kader. Das gleiche galt aus Verletzungsgründen für Patrick Ebert, dessen Valladolid den ersten Saisonsieg feiern konnte. Auch Markus Steinhöfer, ein Mann aus der Jugend des FC Bayern, kam bei seinem neuen Klub Betis noch nicht zum Einsatz. Apropos Sevilla...

Marko Marin fiel am Wochenende wegen einer Muskelverletzung kurzfristig aus. Der FC Sevilla fuhr gegen das von Bernd Schuster trainierte Malaga ohne ihn seinen zweiten Punkt ein. Für den „Blonden Engel“, der das schwere Erbe Manuel Pellegrinis antrat, war es übrigens der erste Liga-Zähler mit den Andalusiern. Mit Marin könnte bald wieder Piotr Trochowski auf Torejagd gehen: Der frühere HSVler konnte bei einem Test am Mittwoch gegen Cordoba seine Rückkehr feiern und 70 Minuten spielen.

EURE MEINUNG: Wie wichtig ist Khedira diese Saison für Real?

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