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In Deutschland sehen einige den Flügelstürmer inzwischen als überschätzt an, doch Schürrle glaubt fest an seine Chance – und an den Durchbruch.

KOLUMNE
Von John C. Brandi

London.
Als der Wechsel von Andre Schürrle zum FC Chelsea fix war, gratulierten viele mit hämischem Unterton in Richtung Bayer Leverkusen: Einen eigensinnigen Spieler, der immer weniger gebracht habe zuletzt, für viel Geld losgeworden, den jüngeren und torgefährlichen Son günstiger aus Hamburg geholt – alles richtig gemacht!

Marin 2.0? "Fühle mich stark genug"

Aber hat man sich an der Stamford Bridge wirklich wieder von einem deutschen Nationalspieler blenden lassen, der viel mehr verspricht, als er halten kann? Ist da sozusagen "Marin 2.0" auf dem Weg? Schürrle sieht das Ganze mit gesundem Selbstvertrauen, wie er zuletzt im Kicker kundtat:

"Ich bin Andre Schürrle und vergleiche mich nicht. Ich habe meine eigenen Qualitäten und genug Selbstvertrauen, um zu sagen, dass ich mich stark genug fühle, um mich durchzusetzen. Es ist eine große Herausforderung, und ich bin sehr froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe."

Auch Löw kritisiert

Auch Löw stimmte zuletzt in den Chor der Kritiker ein und urteilte, dass der 22-Jährige stagniere. Kritik, der sich Schürrle stellte, die er aber auch nicht ganz teilen wollte, trotz weniger Tore im Nationaldress: "Mein Spiel ist sicherer geworden, ich habe mich auch in der vergangenen Saison weiterentwickelt." Elf Tore nach sieben in der ersten Spielzeit bei Bayer belegen dies, auch wenn sicher einige schwächere Auftritte dabei waren.

Gute Auftritte, aber vorerst Bank

Für die Startelf beim neuen Klub reichte es bisher noch nicht, da er sich auf der Asientour der "Blues" einen Infekt eingefangen hatte, der ihn zurückwarf, doch in den Tests konnte er seinen Coach bereits überzeugen und erzielte gegen Milan einen sehenswerten Volleytreffer, und beim Debüt nach Einwechslung gegen Hull hätte er fast per Heber das erste Pflichtspieltor erzielt. Gegen Villa kam er wieder von der Bank und wusste abermals zu gefallen, am kommenden Montag geht es zu ManUnited.



"Mourinho hat mir gesagt, dass seine Idealvorstellung so aussieht, dass wir viel rotieren hinter den Spitzen und dadurch sehr flexibel sind", beschrieb er die Vorstellungen des Portugiesen. Rotation im Team könnte bei der Konkurrenz auf seiner Position, unter anderem Eden Hazard, auch ein Mittel sein, Einsätze von Beginn an zu ergattern.

In einer Goal-Umfrage, welcher Legionär am besten in der kommenden Saison einschlägt, belegte Schürrle jüngst immerhin Platz zwei hinter Mario Gomez, vor Özil, Klose und Co. - auch vor Marin, den es auf der Suche nach Spielpraxis zur Leihe nach Sevilla zog. Das Schicksal des Ex-Bremers möchte Andre Schürrle, dem die Premier League liegen könnte, nicht erleben – er hat es auch in der eigenen Hand, dass es in London für ihn besser läuft.


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