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Unsere Legionäre: Podolski, Mertesacker, Holtby und Co. - alle Ziele erreicht?

In unserer wöchentlichen Serie über die deutschen Kicker in der Premier League schauen wir heute, ob die Legionäre mit ihrer Saison zufrieden sein können.

KOLUMNE
Von John C. Brandi

London.
Es hielt uns bis zuletzt in Atem: Das Duell um den letzten Champions-League-Platz in der Premier League ging am Ende zugunsten vom FC Arsenal aus: Lukas Podolski und Per Mertesacker dürfen sich also freuen, die Qualifikation für die Königsklasse spielen zu dürfen, während Lewis Holtby mit Tottenham Hotspur "nur" die Europa League schaffte.

Arsenals Serie reichte am Ende

Man muss sagen, dass die Gunners verdient den vierten Platz erreicht haben, eine ganz starke Serie in den letzten Monaten rettete eine Saison, die zwischenzeitlich ins Bodenlose zu sinken drohte. Dabei konnte sich auch Podolski aus seinem Loch befreien und schließlich wieder von Beginn an unterstreichen, dass er ein absoluter Gewinn für die Wenger-Truppe ist: 16 Treffer, zwölf Vorlagen, ein achtbarer Wert, sinnbildlich dafür bereitete er den Siegtreffer für den entscheidenden Dreier gegen Newcastle vor. Darauf lässt sich aufbauen.



Über Per Mertesacker muss man nicht viele Worte verlieren: Er ist eine Konstante bei Arsenal geworden, unumstritten inzwischen und geachtet: "Ich bin zum festen Bestandteil der Mannschaft geworden und habe mir hier richtig Respekt verschafft", so der Nationalspieler gegenüber Sport1, recht hat er.

Holtby: Attacke in der Vorbereitung

Lewis Holtby ist da noch nicht angekommen, was nicht verwunderlich ist: Erst zur Winterpause zu den Spurs gekommen, ist es ohnehin sein Plan gewesen, erst in der Vorbereitung zur neuen Saison anzugreifen, bis  dahin so viele Minuten wie möglich zu sammeln, was ihm gelungen ist. Er hat nun mit der U21-EM in Israel einen weiteren Saisonhöhepunkt vor der Brust und will sich da beweisen.

Marin: Viele Fragen offen

Und sonst? "Wo ist Marko Marin?" fragten wir hier vor vielen Monaten in dieser kleinen Kolumne, und die Antwort fällt nicht eindeutig aus. Klar, beim FC Chelsea an der Stamford Bridge, aber leistungsmäßig wohl nicht da, wo er sein will – die Sun wählte ihn zu einem der zehn Floptransfers der nun vergangenen Saison, über die Rolle des Mitläufers kam er nach starker Vorbereitung auch aufgrund einer dann folgender Muskelverletzung nie hinaus, doch das war zu Saisonbeginn.



Nach dem Sieg im Europa-League-Finale, in dem er wie so oft keine Minute spielte, gab er mehr preis als gewollt und sorgte für Gelächter: "Warten erst einmal ab, wer Trainer wird. Dann sehen wir, welche Möglichkeiten Jose Mourinho für mich sieht", so der ungewollt offene wie hoffnungsvolle Kommentar des als "German Messi" verkannten Dribblers. Ob Mourinho auf ihn setzt, bleibt abzuwarten, doch seine Chancen unter dem Ex-Realcoach dürften sich nicht zwingend potenzieren.

Riether ein Glücksgriff

Ein absoluter Glücksgriff für beide Parteien war der Wechsel Sascha Riethers zum FC Fulham, auch wenn er wie Robert Huth mit Stoke am Saisonende in schwere See geriet, verletzungsbedingt einige Spiele verpasste und so am Ende mit Platz zwölf unter ferner liefen landete, immerhin gab es einen Sieg nach langer Durststrecke gegen Swansea und so einen versöhnlichen Abschluss, und seine Premierensaison in England war über weite Strecken grandios - unumstrittener Stammspieler und Dauerbrenner mit guten Noten.



Tremmels Triumph

Huth hingegen landete mit Stoke noch einen Platz tiefer und verlor zudem Tony Pulis, das walisische Urgestein, als Coach: Der Klub trennte sich just vom Aufstiegshelden und ist auf der Suche. Bleibt noch ein Held zu würdigen, dem in einer späten Karrierephase noch ein Titel vergönnt war: Gerhard Tremmel holte mit Swansea den League Cup und freute sich ausgelassen, es war ihm mehr als zu gönnen. An Vorm, der verlängert hat, dauerhaft vorbeizukommen ist zwar schwer möglich, doch am vorletzten Spieltag durfte Tremmel nochmals im Old Trafford von Beginn an ran, und solange solche Erlebnisse regelmäßig seinen Alltag würzen, wird er nicht allzu schwer an seiner Backuprolle zu knapsen haben – sein Vertrag geht noch bis 2015.

Damit geht der Blick in die Zukunft: Die nächste Spielzeit kommt bestimmt, und neben Nick Proschwitz als Aufsteiger mit Hull City werden dann vielleicht auch weitere deutsche Profis die illustre Runde der Legionäre bereichern, wenn man den aktuellen Transfertalk studiert... In diesem Sinne: Auf viele großartige Spiele und gute Geschichten rund um die deutschen Profis in England in der kommenden Saison!

EURE MEINUNG: Welcher Deutsche auf der Insel ist Euer "Legionär der Saison"?

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