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Unsere wöchentliche Serie über die deutschen Gastarbeiter in der Premier League: Heute dreht es sich um einen beinahe verhinderten Aufstiegshelden.

KOLUMNE
Von John C. Brandi

Hull.
Es war ein Aufstieg in die Premier League, der einem kleinen Drama gleichkam. Nick Proschwitz, vor einem Jahr als Stürmer des SC Paderborn Torschützenkönig der zweiten Liga, schaffte es mit Hull City, obwohl dem 1,92-Mann kurz vor Schluss am Punkt noch die Nerven versagten.

Erst alles nach Plan...

Damit gibt es Zuwachs in der Riege um Holtby, Mertesacker, Podolski, Riether und Co., doch bis es soweit war  und die Fans das Spielfeld fluteten, war Bangen und Hoffen angesagt. Zur zweiten Hälfte beim Stande von 0:0 eingewechselt, gab es zuerst die kalte Dusche: Gegner Cardiff ging in Führung, doch Proschwitz benötigte nicht lange, um zum Ausgleich zu treffen – ein Sieg hätte Platz zwei gesichert und den Aufstieg in Englands höchste Spielklasse perfekt zu machen. Dann die Hull-Führung durch McShane - alles lief nach Plan...

...dann das Drama mit Happy End

...denn Cardiff geriet in Unterzahl, und in der Nachspielzeit der Elfer für Hull: Proschwitz trat an – und scheiterte! Damit nicht genug: Im Gegenzug gab es Handelfmeter für die bereits sicher aufgestiegenen Waliser, die verwandelten, 2:2, Abpfiff, Totenstille im KC Stadium – zunächst.

Aber es gab unerwartete Schützenhilfe: Der Dritte Watford spielte zeitgleich gegen Leeds, die alles andere als favorisiert waren – hier war noch Zeit auf der Uhr. 1:1 der Spielstand, und den Gästen gelang tatsächlich der 2:1-Siegtreffer, was Hulls Aufstieg bedeutete! Kein Halten mehr nun, Tausende Fans strömten auf das Spielfeld und begannen die Aufstiegsparty.



"40.000 Leute werden uns heute feiern!"

"Unbeschreibliche Szenen, einfach verrückt, da geht schon ganz schön die Post ab", so sah es der Mann, der beinahe zum tragischen Helden geworden wäre und nun wusste: "40.000 Leute werden uns heute feiern!" Damit kann man sagen: Alles richtig gemacht, denn sein Wechsel in die Zweitklassigkeit auf der Insel, von vielen damals mit Unverständnis aufgenommen, mündet nun im Abenteuer Premier League. Und Proschwitz ist voll motiviert, dort eine Rolle zu spielen.

Noch im April hatte er sich angesichts mangelnder Einsatzzeiten bei Hull kämpferisch gegeben und gegenüber Transfermarkt.de gesagt: "Ich werde alles dafür tun, damit es in der Zukunft positiv weitergeht." Letztlich ist das gelungen, wenn auch auf Umwegen. Sein Vertrag läuft noch bis 2015, und die Duelle mit United, Liverpool, Chelsea und Co. wird sich der 26-Jährige sicher nicht entgehen lassen.


EURE MEINUNG: Traut Ihr Proschwitz die Premier League zu?

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