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Im größten Spiel seiner Karriere hat der 34-jährige Keeper mit Swansea seinen ersten Titel im League Cup geholt – erst seine Frau sorgte letztlich für seinen Wechsel nach Wales.

London. Es war ein wenig Schicksal im Spiel, dass Gerhard Tremmel am vergangenen Sonntag gegen den Viertligisten Bradford City den größten Erfolg seiner Karriere feiern konnte. 5:0 gewann er mit Swansea City das Finale des League Cup in Wembley, vor knapp 83.000 Zuschauern – ein Traum.

Die Null steht auch gegen Chelsea

Dass es so weit kommen konnte, lag nicht nur an den starken Auftritten des ehemaligen Torhüters von Hannover, Hertha BSC, Unterhaching und zuletzt Red Bull Salzburg, der unter anderem im Halbfinale zweimal gegen Chelsea die Null hielt. Seine Frau war es, die den Wechsel Tremmels in die Premier League erst möglich machte.

Der Keeper berichtete einen Tag vor dem Finale im Guardian über die Zeit, als er auf der Suche nach einem neuen Verein war: „Ich habe die Zeitungen durchforstet, mein Berater hat mit einer Menge Leuten in England gesprochen, aber es ist nicht so einfach. Dann fand meine Frau, die jeden Tag im Internet unterwegs war, heraus, dass Swansea einen Torhüter brauchte. „Wie wäre es mit Swansea?“, fragte sie. „Sie sind hier, in Österreich, im Trainingslager.“ Also schaute ich auf die Karte und sah, dass sie gerade mal 40 Minuten von meinem Appartement entfernt waren. Ich rief meinen Berater an, und er sagte: „Fahr einfach hin.“ - „Was, und ich soll sagen: 'Ich bin Gerhard, was meint Ihr?' Sie müssen doch wissen, dass ich komme!“

Englische Gepflogenheiten: Das ganze Team total verkatert

Eine weitere glückliche Fügung kam hinzu: Keeper Andrew Sparkes, gerade von RB New York nach Salzburg gewechselt, war aus Swansea und kannte den dortigen Torwarttrainer. Er stellte den Kontakt her, am nächsten Tag hatte Tremmel ein Probetraining, und am Ende des Trainingslagers lud ihn der damalige Coach Brendan Rodgers ein, mit dem Team nach Wales zu fahren: „Komm zum Novotel in Salzburg!“ Tremmel fand sich ein, früh am Morgen – und war erstaunt: „Alle Spieler waren betrunken, weil sie am Abend zuvor ausgegangen waren. Sie waren total verkatert, ich war nüchtern und dachte: Was ist hier los?“



Hollywood in London

Das Ritual, am Ende der Vorbereitung mächtig einen drauf zu machen, war neu für ihn, ebenso wie vieles Andere, doch trotz der Tatsache, dass er mit Michael Vorm eine Nummer eins vor die Nase gesetzt bekam, erwies sich der Wechsel, der schließlich zustande kam, als absoluter Glücksgriff. Im Pokal hatte er seine Spiele, in der Liga vertrat er Vorm fantastisch, als der sich verletzte und blieb mit den „Swans“ sieben Spiele am Stück ungeschlagen. Und so kam Tremmel im Karriereherbst noch zu ganz großen Ehren – doch der League-Cup-Titel muss nicht das Ende sein, denn dadurch qualifizierte Swansea sich für die Europa League.

Somit gibt es immer noch Ziele für den gebürtigen Münchner, der Blut geleckt und zuletzt bis 2015 verlängert hat: „Ich bin jetzt noch nicht am Ende – ich will regelmäßig spielen!“ Großartige Geschichte.

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