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In unserer wöchentlichen Serie über die Gastarbeiter in England werfen wir heute einen Blick auf einen FC-Exilanten, der im allgemeinen Poldi-Hype etwas untergeht – zu Unrecht!

London. Kaum beachtet in den Medien, aber sehr erfolgreich, bastelt einer der Absteiger vom 1. FC Köln derzeit an seiner Karriere in England: Sascha Riether wurde vom Rhein nach Fulham verliehen, wo er wieder auf der rechten Abwehrseite spielt und dort bisher zwei saubere Auftritte hinlegte.

Gute Kritiken und ein neues Fußballgefühl für den 29-Jährigen, der einst über Freiburg sein Glück in der Bundesliga suchte und es zwischenzeitlich bei den Kölnern verloren zu haben schien. Doch mit Martin Jol hat er nun einen Trainer, der ihn liebend gern hinten rechts einsetzt, eine Position, die er beim FC kaum bekleidete.

„Froh, ihn an Bord zu haben“

So sieht es sein Coach: „Sascha Riether ist ein Spieler, den ich mag und aus Deutschland kenne. Er kam in Köln im Mittelfeld zum Einsatz, aber hat in Wolfsburg immer rechts hinten gespielt“, sagte Jol auf einer Pressekonferenz und ergänzte: „Er hat Spiele in der Nationalmannschaft gemacht, daher war ich sehr froh, dass wir ihn an Bord holen konnten.“ Er weiß, was er am „Arbeitstier“ Riether hat und setzt bisher konsequent auf ihn.

Schön zu sehen, dass sich auch neben den sogenannten großen Namen Spieler aus der Bundesliga in England etablieren. Eine Rolle beim Transfer spielte übrigens der ehemalige PL-Profi Moritz Volz, der bei den Cottagers Kultstatus genießt und dem Ex-Wolfsburger zum Wechsel riet: „Ich bin eher ein ruhiger Typ im Vergleich zu Moritz“, so Riether feixend gegenüber dem London Evening Standard, „aber ich hoffe, die Fans mögen mich trotzdem.“

Riether und die Premier League – das scheint zu passen

Insgesamt kann man die jüngste Wendung in seiner Karriere schon als wahr werdenden Traum  bezeichnen, was Riether auch unumwunden einräumt: „London ist der Wahnsinn“, zeigt er sich im Express begeistert und beschreibt die Unterschiede zum Profi-Alltag in Deutschland: „Hier ist alles lockerer, nicht so strikt. Wir Spieler schlafen vor den Spielen zu Hause, treffen uns zwei Stunden vor Anpfiff. In der Kabine darf man sogar noch telefonieren. Als Profi hat man hier seine Ruhe. Fans sind beim Training gar nicht zugelassen. Du fährst aufs Gelände, die Schranke geht hoch – und man ist unter sich. Die Profis essen mit den Amateuren und Jugendlichen zusammen.“

Das scheint ihm entgegenzukommen, wie auch der Stil in der Premier League: „Fußballerisch fällt auf, dass man in England weniger Raum hat und es mehr Zweikämpfe gibt.“ Gut für einen so versierten Zweikämpfer wie ihn. Nach den ersten Einsätzen über die volle Distanz sind die Bewertungen mehr als annehmbar, kein Wunder nach dem 5:0 zum Auftakt gegen Norwich und der sehr knappen 2:3-Niederlage im Old Trafford.

Feste Verpflichtung angestrebt

Bisher lief also alles nach Plan für den Meister mit Wolfsburg im Jahr 2009, der mit den Ex-HSV-Akteuren Mladen Petric und Trainer Jol gleich zwei Bekannte aus der Liga traf, und die Chemie scheint zu stimmen: „Der Trainer spricht viel mit allen Spielern, aber ganz ruhig. Da gibt es kein Geschrei und kein Lamentieren“, und zu Petric: „Vorn haben wir so starke Akteure, die jederzeit Spiele für uns entscheiden können, also ist die Defensive der erste Schritt, das Wichtigste ist, zu Null zu spielen“ - Riether in seinem Element. Somit steht am Ende der Saison einer angestrebten festen Verpflichtung wohl nichts im Wege, wenn sich sein Weg in Fulham so fortsetzt wie bisher.

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