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„Wir haben die Leichtigkeit wiederbekommen“ - Die DFB-Frauen schießen sich gegen Frankreich zum Gruppensieg

„Wir haben die Leichtigkeit wiederbekommen“ - Die DFB-Frauen schießen sich gegen Frankreich zum Gruppensieg

Bongarts

Im ausverkauften Borussia-Park in Mönchengladbach lieferten die deutschen Frauen eine unterhaltsame Partie mit insgesamt sechs Toren und einem verdienten Sieger.

Mönchengladbach. Es war die erwartet andere Partie im letzten Gruppenspiel der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft bei der FIFA Frauen-WM 2011. Frankreich war ein vor allem technisch starker Gegner, wusste aber mit seinen Freiräumen nicht immer etwas anzufangen. Dafür brachten zwei Gegentore nach Eckbällen die Mannschaft von Silvia Neid unnötig unter Druck. Im Vergleich mit dem Spiel gegen Nigeria erfolgte ein Quantensprung – zur Freude des Publikums.

Ein Schritt nach vorne

Neid stellte auf einigen Positionen um und brachte unter anderem Inka Grings für Birgit Prinz. Die erfahrene Stürmerin revanchierte sich mit zwei Toren und einer guten Leistung. Linksverteidigerin Babett Peter stand schon in den beiden Spielen zuvor in der Startelf und konnte daher den Unterschied sehr gut einschätzen: „Man hat im Gegensatz zu den letzten zwei Spielen eine deutliche Steigerung von unserem spielerischen Potenzial nach vorne gesehen. Wir haben das Spiel gewonnen, das war im Endeffekt das wichtigste,“ sagte die 23-Jährige gegenüber Goal.com. „Wir haben uns dann selbst das Leben ein wenig schwer gemacht mit zwei doofen Standardsituationen, wo wir einfach nicht konsequent den Ball klären, aber sonst denke ich war das ein Schritt nach vorne.“

Einfach ist oft besser

Während noch an einigen Schrauben gedreht werden muss, war Peter sehr zufrieden, den Bogen bekommen zu haben und nach der Schelte gegen Nigeria wieder auf den richtigen Pfad gelangt zu sein: „Ich denke, dass wir einfach ein bisschen die Leichtigkeit wiederbekommen haben und nicht ganz so viel Druck hatten. Wir wusste, wir wollen einfach besser spielen und haben uns nicht ganz so viel vorgenommen wie in den ersten zwei Spielen, wo wir das Besondere machen wollten, sondern haben uns aufs Einfache konzentriert.“

Jetzt wartet Japan

Torfrau Nadine Angerer musste zweimal hinter sich greifen, obwohl sie ansonsten nicht häufig gefordert wurde. Den Ball hatte sie oft nur in der Hand, wenn sie ihn aus dem Netz fischte. Bei den Eckstößen der Französinnen hätten sich ihre Vorderleute „nicht sonderlich geschickt angestellt. Da hat die Zuordnung nicht ganz gestimmt.“ Nun wartet Japan im Viertelfinale auf die deutsche Elf. Ein technisch unheimlich starker, aber physisch deutlich unterlegener Gegner.

Der große Druck war weg

Durch den Auftritt in Mönchengladbach konnte Deutschland endlich das Korsett ablegen, was die Leistung zuvor eingeschnürt hatte: „Wir haben ja nicht das Fußballspielen verlernt in den letzten beiden Spielen. Ich glaube einfach, dass wir vor diesem Riesenpublikum vor Ehrfurcht erstarrt sind,“ so Angerer. „Wir haben große Erwartungen, wollten guten Fußball zeigen und alles perfekt machen. Das funktioniert nicht, das haben wir gelernt. Jetzt haben wir es so gesehen, dass uns die Leute helfen und unterstützen wollen. Dann waren die Beine locker.“

Eure Meinung: Wie fandet ihr das Spiel gegen Frankreich?

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