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Schalkes Youngster Kaan Ayhan fühlt sich im Zentrum wohl

Für das Defensiv-Juwel spielt die Position zwar eine untergeordnete Rolle, aber er fühlt sich im Zentrum wohl, egal ob weiter vorne oder im Herzen der Viererkette.

Aus Gelsenkirchen berichtet Hassan Talib Haji

Vor dem Spiel des FC Schalke 04 bei Werder Bremen gibt Abwehrtalent Kaan Ayhan grünes Licht. Seine Adduktorenprobleme sind ausgeheilt und er steigt am Donnerstag wieder voll ins Mannschaftstraining. Im Trainingsspiel agiert er da, wo er derzeit gebraucht wird – im Abwehrzentrum. Doch auch im Mittelfeld fühlt er sich wohl.

"Mir geht es sehr gut, alles ist auskuriert. Ich steige wieder ganz normal ins Training ein", meinte Ayhan noch am Mittwoch. Für Schalke 04 ist das eine gute Nachricht, gehen die Knappen doch personell bereits am Stock. Dass der erst 19-Jährige auf einmal zum Stammpersonal gehört, ist "natürlich auch ein wenig der Situation in der Mannschaft geschuldet. Vor drei Wochen hatte ich noch wesentlich weniger Einsatzzeiten, und jetzt wartete man darauf, dass ich ein positives Zeichen fürs Wochenende gebe."

Mission: Stammspieler bleiben

Eine Situation, die dem U21-Nationalspieler der Türkei gefallen dürfte. Irgendwann werden allerdings die arrivierten Kräfte um Felipe Santana, Benedikt Höwedes oder auch Kyriakos Papadopoulos vollkommen gesund sein oder zu alter Stärke zurückfinden. Wie sieht die Situation dann für den gebürtigen Gelsenkirchener aus? Freiwillig wird Ayhan seinen Platz jedenfalls nicht räumen: "Den Konkurrenzkampf nehme ich schon seit Monaten an. Wenn man dann als Spieler einmal drin ist, will man nicht so schnell wieder raus. Ich werde alles daran setzen, weiter dranzubleiben."

Was dabei ein großer Vorteil für den Rechtsfuß sein kann, ist seine Vielseitigkeit. Ayhan kann mehrere Positionen bekleiden, wo er spielt, ist im letztlich egal. Am wohlsten fühlt er sich jedoch im Zentrum, "ob als Sechser oder in der Innenverteidigung" spielt für ihn "wirklich keine Rolle."

Wenn Ayhan, so wie derzeit, eine sichere Stütze im jungen Team von Jens Keller ist, steigt auch das Selbstvertrauen. Besonders merkt man es bei ihm, wenn er sich den Ball schnappt und Freistöße schießen möchte. Beim 2:0-Sieg des FC Schalke gegen Hertha BSC nagelte er einen direkten Freistoß an den rechten Innenpfosten. "Ich finde, dass ich die Freistöße schon immer ziemlich gut platzieren konnte. Letztes Jahr habe ich in der A-Jugend einige direkt verwandelt. Ich glaube es waren sieben Stück."

Dieses feine Füßchen kommt allerdings nicht einfach so, sondern ist das Ergebnis von Extrastunden, die Ayhan leistet: "Nach jedem Training mache ich noch ein paar Freistöße, damit ich auch im Spiel weiter ein gutes Gefühl habe." Allerdings bleibt er da noch verhalten gegenüber den eigentlichen Schützen wie Klaas-Jan Huntelaar, dem noch verletzten Jefferson Farfan oder gar Julian Draxler. "Ich werde da natürlich keine Ansprüche stellen, um jetzt jeden zu schießen."

Am Samstagnachmittag treffen Ayhan und der Rest der Schalker Mannschaft auf ein wiedererstarktes Team aus Bremen. Die Dutt-Elf hat aus dem Last-Minute-Sieg (2:1) bei Hannover 96 viel Selbstvertrauen geschöpft und sich Luft im Kampf um den Klassenerhalt geschaffen.

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