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FC Bayern München: Der Motor stockt, doch die Maschine rollt weiter

Die Ereignisse um Uli Hoeneß konnte man nicht verdrängen, doch der Rekordmeister beißt die Zähne zusammen und gewinnt für den Mister FC Bayern München.

Aus der Allianz Arena berichtet Fabio Porta

Man hatte ein mulmiges Gefühl, als man am frühen Samstagabend in die Allianz Arena kam. Verhaltene Stimmung und ungewohnte Zurückhaltung neben dem Platz, dafür die Fans im Rücken, die dem FC Bayern München durch eine schwierige Phase halfen. Nach dem 2:1-Erfolg gegen Bayer Leverkusen war die Erleichterung groß, dabei wussten viele Spieler nicht, dass sie bereits nach dem nächsten Spiel Deutscher Meister sein können.

Bei dem Blick auf die Mannschaftsaufstellung war der Blick auf die Ersatzbank interessanter, denn mit Thiago, Philipp Lahm, Javi Martinez, Franck Ribery und David Alaba bekamen gleich fünf Spieler eine Pause, die sich normalerweise in der Startformation wiederfinden. Pep Guardiola wechselte wild durch, das machte sich auch auf dem Platz bemerkbar. Der FC Bayern fand nur schwer in die Partie und hatte vor allem mit der defensiven Einstellung der Leverkusener Probleme: "Leverkusen hat sich hinten reingestellt, sie wollten defensiv agieren und auf Konter lauern", erklärte Xherdan Shaqiri exklusiv gegenüber Goal.
Über einen Rückstand hätte sich Bayern nicht wundern dürfen: "Sie hatten am Anfang auch eine Riesenchance. Es hätte 0:1 stehen können, aber so war es natürlich gut, dass wir noch vor der Halbzeit das 1:0 erzielen konnten."

Nach dem Treffer vor der Pause wirkten Mandzukic und Co. etwas befreiter und erspielten sich mehr Chancen: "Das hat uns nochmal einen Schub gegeben. Schlussendlich haben wir verdient gewonnen", so der Schweizer weiter. Der tolle Freistoß von Bastian Schweinsteiger gab dem Tabellenführer noch mehr Sicherheit in einer Partie, die alles andere als souverän geführt wurde.

Nächste Woche Meister?

Somit kann der FC Bayern bereits am kommenden Spieltag Meister werden, einem eigenen Sieg und Niederlagen von Dortmund und Schalke vorausgesetzt: "Ist das so?", fragte Schweinsteiger ungläubig. Arjen Robben wollte sich darüber keine Gedanken machen: "Wir versuchen nächste Woche, normal unser Spiel zu gewinnen und dann sind wir wieder ein Stück näher", so der Niederländer.



Es ist nur menschlich, dass die Ereignisse um Uli Hoeneß die Spieler nicht unberührt lassen. Die Mannschaft tat sich schwer und hat kein gutes Spiel abgeliefert, man hätte sich auch über einen Punktverlust nicht beschweren dürfen. "Das Sportliche gehört dazu. Wir müssen wieder umschalten, so schwierig das auch ist. Wir wollten selber nichts anderes als für ihn zu gewinnen", befand ein nachdenklicher Robben.

"Das ist ein ganz schwieriger Moment für den Verein. Das tut uns allen weh, er ist und bleibt für immer Mister FC Bayern. Wir sind wie seine Familie, es ist im Moment ganz schwierig und eine ganz traurige Geschichte. Er ist einer von uns", fügte Robben abschließend hinzu. In den nächsten Wochen wird man sehen, ob das Hoeneß-Urteil Spuren hinterlässt oder ob eine weitere Trotzreaktion folgt und man noch verbissener auf die Titelverteidigung der Champions League blickt.

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