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Bitte Ruhe bewahren, Borussia Mönchengladbach!

Borussia Mönchengladbach steckt weiter in der Krise, auch die Partie gegen den FC Augsburg brachte nicht die Wende. Trotzdem muss der Klub nach dem 1:2 die Ruhe bewahren.

Ein Kommentar von Tim Röhn

Düsseldorf.
Sie hatten sich erneut verdammt viel vorgenommen, aber am Ende schlichen Spieler und Verantwortliche von Borussia Mönchengladbach wie schon in den Wochen zuvor mit hängenden Köpfen in die Katakomben. Die Krise der Mannschaft von Lucien Favre dauert an, auch das Spiel gegen den FC Augsburg brachte nicht die ersehnte Wende.

Im Gegenteil: Durch die 1:2-Niederlage rutschte Gladbach weiter ab, selbst die Qualifikation für die Europa League ist in weite Ferne gerückt. Seit dem 7. Dezember vergangenen Jahres hat die Borussia kein Fußballspiel mehr gewonnen. Zur Erinnerung: In der Winterpause durften sich der Verein und sein Umfeld noch berechtigte Hoffnungen auf den Einzug in die Champions League machen. Dieser Traum ist angesichts von neun sieglosen Spielen in Serie geplatzt.

Es ist eine Krise, die niemand vorhersehen könnte. In weiten Teilen der Hinrunde spielte die Mannschaft nahezu den Fußball, den Coach Favre sehen will. Die Defensive war ein Bollwerk, bei Fehlern des Gegners wurden Gegenangriffe blitzschnell vorgetragen.

In der Offensive überzeugte vor allem Max Kruse, der im Sommer 2013 vom SC Freiburg nach Mönchengladbach gekommen war und hier – so schien es – endgültig zum deutschen Nationalspieler reifen würde. Nun hat Kruse seit drei Monaten kein Tor mehr geschossen. Eine Nominierung für die Weltmeisterschaft in Brasilien ist mittlerweile unwahrscheinlich.

Handfeste Gründe für diese schaurige Gesamtentwicklung sind schwierig zu finden, nicht zuletzt ist der Mannschaft das Glück abhanden gekommen. Spiele, die die Borussia in der Hinrunde knapp für sich entschied, gehen aktuell zugunsten des Gegners aus – wie am Samstag die Partie gegen Augsburg.

Bedenklich ist allerdings die Tatsache, dass Gladbach zuletzt immer wieder Führungen verspielte. Zum vierten Mal in Folge gab die Favre-Elf gegen Augsburg einen Vorsprung noch aus der Hand. Sind es Unkonzentriertheiten? Ist es die Angst vor dem Versagen, die dann in den Köpfen der Spieler sitzt? Favre ist aktuell auch als Psychologe gefragt - gerade, um den jungen Spielern die Verunsicherung zu nehmen.

Es wäre falsch, zu versuchen, die Probleme mit Schnellschüssen zu lösen, dafür ist in den vergangenen Jahren zu viel Gutes rund um den Borussia-Park geschehen. Favre sagte jüngst, seine Spieler hätten angesichts der sehr erfolgreichen Monate "einen Kredit" bei ihm. Der Schweizer vertraut seinen Schützlingen, und auch er kann sich der Rückendeckung seiner Bosse sicher sein. In Kürze soll der Trainer einen neuen Vertrag unterschreiben.

Allen Zweiflern sei ein Blick zurück empfohlen: Nach der phantastischen Saison 2011/2012 hatte die Borussia zu Beginn der darauffolgenden Spielzeit arge Probleme, auch damals konnte sich den Leistungsabfall niemand so recht erklären. Es war Tüftler Favre, der einen Plan zur Krisenbewältigung erstellte und den Klub aus der Misere führte. Auch in der aktuellen Situation ist das seine Aufgabe. Warum sollte er daran scheitern?

EURE MEINUNG: Ist Favre der richtige Mann für Gladbach?

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