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Jürgen Klinsmann möchte Deutschland ärgern - US-Medien entsetzt

Für Klinsmann lief es bei der WM-Auslosung in Brasilien alles andere als rund. Erst wurde er mit den USA in der Gruppe G Deutschland zugelost, dann verpasste er den Anschlussflug.

Costa do Sauipe. Jürgen Klinsmann saß in der Abflughalle des Aeroporto Internacional de Salvador und konnte es immer noch nicht so recht fassen. "Ich hatte so ein Gefühl im Magen, dass wir gegen Deutschland spielen", berichtete der frühere Bundestrainer nach der Auslosung der WM-Gruppen, die ausgerechnet seine US-Auswahl mit Deutschland und seinem einstigen Assistenten Joachim Löw zusammengeführt hatte. Zum Abschluss der Vorrunden-Gruppe G stehen sich beide Mannschaften am 26. Juni in Recife gegenüber.

Über dieses Spiel, aber auch über die anderen Gruppengegner Ghana und Portugal konnte sich der 49-Jährige in Brasilien schon mal reichlich Gedanken machen - denn in Salvador verzögerte sich die Ankunft seiner Maschine um vier Stunden, sodass er seinen Anschlussflug in die USA verpasste. "So kann man sich schon mal auf die Probleme im kommenden Sommer einstellen", sagte Klinsmann dem Sport-Informations-Dienst (SID). In seinem Hotel hatte bereits das Internet nicht funktioniert.

Achtelfinale ist das Ziel

Aber auch so hat der Weltmeister von 1990 genug Informationen über die DFB-Auswahl. "Ich glaube, die Deutschen haben eher ein Problem, denn unser Trainer weiß über die deutsche Mannschaft fast genauso viel wie deren Coach", sagte US-Verbands-Chef Sunil Gulati flachsend. Dagegen war Klinsmann kurz nach der Auslosung bemüht, die Brisanz des Duells herunterzuspielen.

"Wir haben schon vorher Witze darüber gemacht. Gerade wir Trainer sehen das entspannt", sagte Klinsmann und setzte sein bekanntes Grinsen auf. Ganz so kalt, wie er tat, hatte ihn der Auslosungs-Hammer in Costa do Sauipe aber nicht gelassen.

"Es ist ein spezieller Moment. Aber am Ende des Tages wollen wir unser Bestes geben. Man wird sehen, was rauskommt. Wir wollen Deutschland einen echten Kampf liefern. Und wir wollen die Leute mit unserer Vorstellung überraschen", sagte Klinsmann, der am 2. Juni in Washington beim 4:3 einen Achtungserfolg gegen die mit einer B-Elf angetretene DFB-Auswahl gefeiert hatte.

Klinsmann erklärte, er wolle mit seiner Mannschaft in allen drei Vorrundenspielen punkten und ins Achtelfinale einziehen: "Bedenken habe ich keine." Noch am Vorabend der Auslosung hatte sich der Schwabe mit der deutschen Delegation um DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und Löw zusammengesetzt. "Jetzt wird er verschlossener sein", betonte Bierhoff.

"Eine wirkliche Herausforderung"

Klinsmann ist froh über die historische Chance für die USA, in Brasilien bei der WM für Furore zu sorgen. "Es hatte nicht besser sein können. Ich wollte zwar eigentlich Brasilien im Eröffnungsspiel, doch diese Gruppe ist der Hammer. Eine wirkliche Herausforderung für uns", sagte er. Für die US-Medien war es noch weitaus schlimmer. "Alptraum-Auslosung", titelte ESPN auf seiner Internetseite, die Washington Post mutmaßte, die Gruppe G stehe für "goodness gracious" (Du meine Güte). Sports Illustrated schrieb von der "schwierigsten Gruppe aller Zeiten für die USA", die zum zehnten Mal an einer WM-Endrunde teilnehmen.

Entsprechend beschäftigte sich Klinsmann nicht nur mit dem deutschen Team. "Selbst wenn man alles über Cristiano Ronaldo oder über den Gegner weiß, heißt das nicht, dass man Ronaldo ausschalten oder Portugal schlagen kann", betonte der US-Coach. Gegen Ghana haben die USA zuletzt zweimal verloren, "jetzt ist es Zeit, sie zu schlagen".

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