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Dirk Dufner von Hannover 96 in Rage: "Eine absolute Katastrophe"

Hannover 96 hat durch die Niederlage beim VfB Stuttgart seine schwarze Auswärtsserie fortgesetzt. Manager Dirk Dufner war deshalb stocksauer.

Stuttgart. Als auch die achte Auswärtspleite von Hannover 96 in Serie perfekt war, platzte Dirk Dufner endgültig der Kragen. Der Sportdirektor der Niedersachsen redete sich nach dem 2:4 (2:2) beim VfB Stuttgart regelrecht in Rage.

"Was wir die zweite Halbzeit erlebt haben, war eine absolute Katastrophe. Da besteht so richtig, richtig Redebedarf. Das kotzt nicht nur uns an, das muss doch auch die Spieler ankotzen", sagte Dufner mit finsterer Miene und war kaum zu beruhigen. So ein Spiel könne "doch keinen Spaß machen. Ich habe keine Lust, immer mit einem Frustgesicht zu Hause zu sitzen."

Nur eine Woche nach dem 2:0 gegen Frankfurt herrscht bei 96 erneut ganz dicke Luft. Auch auf Trainer Mirko Slomka erhöht sich nach dem herben Rückschlag wieder der Druck. In den Spielen vor Weihnachten zu Hause gegen den abstiegsbedrohten 1. FC Nürnberg und dann beim SC Freiburg sind die ambitionierten 96er fast schon zum Siegen verdammt, um die ohnehin schon brisante Lage mit nur einem Sieg aus den letzten neun Spielen nicht noch weiter zu verschärfen.

Siege müssen her

"Der Druck ist riesig. Wir müssen gegen Nürnberg auf jeden Fall gewinnen, um unser Minimalziel von 20 Punkten zu erreichen", unterstrich Dufner, der selbst von erneuten Diskussionen um seinen Coach fest überzeugt ist: "Die werden sicher kommen. Das gehört reflexartig dazu. Aber damit müssen wir umgehen."

Auch Slomka war nach einer "guten ersten Halbzeit" sichtlich angefressen. Die Darbietung seiner Spieler nach der Pause "finde ich unterirdisch. Wir sind nur noch hinterhergelaufen." Die ständigen Fehler seien "sehr nervtötend. Wir werden das genau analysieren", schimpfte der 46-Jährige, dessen Team auswärts zuletzt vor über sieben Monaten am 26. April (3:2 bei Absteiger Fürth) gepunktet hatte. Saisonübergreifend stehen nun acht Niederlagen für 96, in dieser Spielzeit sind es sieben bei 5:18 Toren.

Angesichts der desaströsen Bilanz suchte Dufner auch gar nicht mehr nach Ausreden. "Das ist natürlich ein mentales Problem. Den Druck kann und will ich von der Mannschaft nicht mehr wegnehmen. Das kann nicht unser Anspruch sein." Es fehle "der Glaube", kritisierte der Manager und sprach von "individuellen Fehlern, die so nicht passieren dürfen. Wir brechen dann einfach auseinander."

Man habe nicht gewusst, "was wir mit dem Ball anfangen sollen. Das ist niederschmetternd", räumte auch Mittelfeldspieler Andre Hoffmann offen ein. Gegentore durch Martin Harnik (13.), Vedad Ibisevic (33.), Ibrahima Traore (52.) und des Ex-Hannoveraners Konstantin Rausch (84.) waren vor 47.630 Zuschauern die Folge des dilettantischen Auftritts der in der Bundesliga seit Monaten auswärts gern gesehenen Niedersachsen.

Führung aus der Hand gegeben

Selbst die zwischenzeitliche Führung durch Treffer von Artur Sobiech (28.) nach einem Missverständnis zwischen VfB-Torwart Sven Ulreich und Daniel Schwaab sowie von Salif Sane (31.) nach einem erneuten Patzer von Ulreich brachte keine Sicherheit in die Aktionen der Gäste. Es habe "keine griffige Mannschaft" auf dem Platz gestanden, analysierte Dufner schonungslos.

Dabei wäre durchaus der erste Auswärtszähler nach 239 Tagen möglich gewesen, da auch der VfB nach zuletzt nur einem Sieg aus sieben Spielen lange Zeit verunsichert wirkte. "Wir haben fußballerisch sicher nicht unser bestes Spiel gemacht", meinte deshalb auch VfB-Trainer Thomas Schneider, "die Jungs haben aber alles reingeworfen. Deshalb bin ich sehr stolz. Das war die richtige Reaktion auf die teilweise berechtigte Kritik in der vergangenen Woche."

Die Erleichterung nach dem erst zweiten Heimsieg der Saison mach dem 6:2 gegen Hoffenheim (1.9.) war bei den Schwaben entsprechend spürbar - genauso wie der riesige Frust bei Dirk Dufner.

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