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Blutige Nase für Österreich: "Wie eine Hösche"

Von wegen Wunder! Null Punkte und eine blutige Nase - mehr war für Österreich in München nicht drin. Mit "Wut im Bauch" soll dennoch die WM-Quali glücken.

München. Marko Arnautovic war auch eine gute Stunde nach der Niederlage gegen Deutschland noch etwas schwindlig. "Das hat sich angefühlt wie eine Hösche", sagte der frühere Bremer nach dem 0:3 (0:1) im WM-Qualifikationsspiel in München in bestem Österreichisch. Bei einer Hösche lässt eine Mannschaft Ball und Gegner laufen - und verspottet den chancenlosen Kontrahenten noch. Statt der ersehnten Sensation gab es für Österreicheine blutige Nase für Veli Kavlakund eine "Watsche" für das ganze, viel zu ängstliche Team. Nun ist ein Sieg am Dienstag gegen Irland Pflicht.

Ivanschitz: " Wollen Platz zwei zurückerobern"

"Wir können uns jetzt ein, zwei Tage ärgern und ein bisschen Wut im Bauch haben", sagte der frühere Mainzer Andreas Ivanschitz, "und mit dieser Wut gehen wir am Dienstag auf den Platz. Wir wollen Platz zwei zurückerobern."

Den Play-off-Rang in der deutschen Gruppe C hat Schweden dank des 2:1-Sieges in Irland erobert. Will Österreich doch noch zur WM 2014 nach Brasilien, muss es jetzt neben den Iren am 11. Oktober in Stockholm wohl auch die Tre Kronor schlagen. Als Vorbild bei der Aufholjagd soll ausgerechnet Deutschland dienen.

Alaba: "Lassen den Kopf nicht hängen"

"So wie Deutschland das Spiel dominiert hat, müssen wir das Spiel gegen Irland dominieren. Dann müssen wir unsere Chancen nutzen - und dann steht einem Sieg nichts im Wege", sagte Arnautovic.

Seine Kollegen stützten diese Theorie. "Wir müssen das Spiel viel mehr selbst in die Hand nehmen", forderte der Stuttgarter Martin Harnik. Gegen die Deutschen, monierte Ivanschitz, habe Österreich "viel zu tief hinten drin gestanden". Deshalb, ergänzte Bayern-Profi David Alaba, "haben wir keinen Zugriff bekommen. Aber wir lassen den Kopf jetzt nicht hängen." Auch der aufgrund einiger Fehlpässe in der Heimat scharf kritisierte Spielführer Christian Fuchs (Schalke 04) meinte: "Das wird uns nicht brechen." Doch der Schock über die Chancenlosigkeit gegen den starken "großen Bruder" saß tief.

Koller sieht "schwierige Situation"

Österreich hatte sich nach Jahren des fußballerischen Darbens schon deutlich weiter gesehen. Die Zeitung Die Presse schrieb am Samstag von einer "Ernüchterung", das Blatt Österreich beschimpfte das Team gar als "Versager". Und der Kurier meinte, dass nur die österreichischen Fans "WM-Niveau bewiesen. Die Nationalmannschaft hingegen ließ die WM-Reife über weite Strecken vermissen."

Trainer Marcel Koller sieht die Auswahl in einer "schwierigen Situation". Die wird nicht einfacher dadurch, dass der verletzte Bremer Zlatko Junuzovic (Knöchel) erneut fehlen wird. Der Einsatz von Kavlak (Nasenbeinbruch) ist fraglich, immerhin kehrt Julian Baumgartlinger nach seiner Sperre zurück.

Alaba extrem wichtig

Der Mainzer könnte mit Kavlak die "Doppel-Sechs" bilden, Alaba wäre dann frei für die offensive Junuzovic-Rolle. Koller wies die aufkeimende Kritik am Bayern-Profi zurück. Alaba sei "mit seiner Wahrnehmung, Technik und seinem Biss" extrem wichtig. Mancher Fan fordert indes, Stürmer Andreas Weimann durch Marc Janko zu ersetzen. "München hat sehr weh getan", sagte Janko am Sonntag, gegen seinen früheren Klubtrainer Giovanni Trapattoni wolle er jetzt "unbedingt meine Knochen hinhalten".

Arnautovic hofft auf Fans

Arnautovic fürchtet indes, dass die Stimmung bei den gerne mal fatalistischen Anhängern kippen könnte. Er hoffe, dass im mit 47.000 Fans ausverkauften Ernst-Happel-Stadion "alle hinter uns stehen. Denn wir brauchen nicht, dass jeder auf uns draufhackt". Zumal die Iren "eine sehr, sehr gute Mannschaft" hätten: "Die waren nicht umsonst bei der EM."

Doch selbst wenn es anders als im Hinspiel (2:2) mit einem Sieg klappen sollte, ist die Hoffnung der Öffentlichkeit auf die erste WM-Teilnahme seit 1998 nicht mehr besonders groß. Der Standard aus Wien schrieb nüchtern von einer "Unwahrscheinlichkeit".

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