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Kopf hoch, Brust raus: Bayern München lässiger Sieger beim Telekom-Cup

Ohne groß gefordert zu werden, schweben die Bayern zum Titel beim Vorbereitungsturnier, Thiago trifft im Finale erstmals für den neuen Verein – mit der Brust.

Aus Mönchengladbach berichtet John C. Brandi

Mönchengladbach.
"Zweiter von vier, ist doch nicht schlecht", meinte Borussia Mönchengladbachs Neuer Max Kruse, als er durch den Tunnel zu den wartenden Reportern in der Mixed Zone schlenderte. Er hatte den deutlichen 5:1-Sieg des FC Bayern München im Finale des Telekom-Cups gegen sein Team von draußen beobachtet und resümierte: "An den Bayern führt im Moment kein Weg vorbei, das führt sich jetzt über die Sommerpause fort, aber wir versuchen natürlich, in den nächsten zwei, drei Wochen noch etwas zu arbeiten, damit wir besser gewappnet nach München fahren."

Bayern federleicht

Denn dann wartet der Rekordmeister zum Auftakt der Bundesligasaison auf die Fohlenelf. Wie es dann bei aller Dominanz des Triplesiegers gehen soll, wusste Kruse: "Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen und versuchen, über Konter gegen die Bayern zum Erfolg zu kommen, und das gilt es in den nächsten zwei Wochen aufzuarbeiten."

In der Tat: Aktuell scheint die einzige Frage, mit wie viel Vorsprung die Münchner diesmal die Meisterschaft erringen können, so federleicht wirkte das Guardiola-Ensemble, das trotz gutem Start von Finalgegner Gladbach schnell in Führung ging, und das gleich per Traumtor: 17. Minute, 30-Meterpass Robben in den Sechzehner, Ribery direkt und volley, 1:0.

Lahm: "Sehr, sehr gut"

In diesem Stil ging es weiter: "Die Fehler sind bestraft worden", so Gladbach-Verteidiger Stranzl trocken. Philipp Lahm, im Mittelfeld aufgeboten und Torschütze zum 2:0, war auf der anderen Seite nicht überrascht, dass man den Titel holte, wohl aber über die Art und Weise: "Dass es Zeit braucht, war klar, aber dafür war es sehr, sehr gut, beide Spiele, gestern und heute. Wir arbeiten täglich hart miteinander, und das macht sich im Moment bezahlt, aber natürlich sind wir noch nicht am Ende."

Sammer: Alle sind wichtig

Eher am Anfang, mittendrin im Neubeginn unter Pep Guardiola, aber nach der Verpflichtung von Thiago fürchtet die Liga eine unbarmherzige Bayern-Dominanz, was Sportchef Sammer jedoch erneut weit von sich wies: "Ich habe schon gesagt, dass wir 2006 das letzte Mal eine Meisterschaft verteidigt haben, deshalb haben wir erstmal das anzustreben. Die Champions League hat auch noch keiner verteidigt, deshalb erübrigt sich das."

Ansonsten regierte die Freude bei einem entspannten Sammer: "Wir sind zufrieden, wir haben gewonnen, wichtig ist jetzt, dass wir alle Spieler integrieren. Ich freue mich auf nächste Woche, ich  hoffe, dass Bastian [Schweinsteiger] uns dann wieder zur Verfügung steht, Mario Götze vielleicht die Woche drauf, das ist wichtig – wir brauchen jeden! Dementsprechend bin ich auch froh, dass wir nur ganz, ganz kleine Blessuren haben."

Thiago bestens integriert - und mit erstem Tor

Bei Thiago scheint diese Integration recht problemlos vonstatten zu gehen: Auch wenn dem vom FC Barcelona gekommenen Mittelfeldmann gegen Gladbach einige Fehlpässe unterliefen, waren seine unglaublichen Fähigkeiten beim intuitiven Passspiel allgegenwärtig, sein erstes Tor für die Bayern glückte ebenso: Nach Flanke von Boateng traf er am kurzen Pfosten mit der Brust zum 3:0, in der ersten der 30 Minuten langen Hälften.


Zweites Spiel, erster Treffer: Thiago Alcantara

Es fiel später auf, dass es Sammer um eine Betonung des Zusammengehörigkeitsgefühls ging; Der Sportchef gab sich Mühe, ein Miteinander über internes Konkurrenzdenken zu stellen: „Der große Kader bedeutet, dass wir mehr Stammspieler haben, es geht nicht mehr um Stammkader oder so etwas, sondern wir haben 16 bis 18 Topspieler, aber das ist gewollt, und deshalb ist es wichtig, Respekt voreinander zu haben.“

Die Bayern 2013 unter Pep: Mia san viele, aber mia san immer noch mia – und dass die Konkurrenz entsprechend gewarnt und eingeschüchtert ist, sah man an der Aktion der Dortmunder, 1:0-Sieger im kleine Finale gegen den HSV: Der BVB hatte sich im Vorfeld ausbedungen, doch bitte nicht gegen die Bayern im Halbfinale anzutreten, wie Sport Bild berichtet hatte – in der jetzigen Phase geht man dem Meister gern aus dem Weg. Doch der Supercup kommt bestimmt, nämlich schon kommenden Samstag, für Klopp, wie er nach dem kleinen Finale sagte, "eigentlich zu früh". Vorher steht für den Triple-Sieger allerdings noch ein spezielles Spiel an: Am Mittwoch geht es im Benefizkick gegen den FC Barcelona.

EURE MEINUNG: Ist es zu früh, die Bayern hochzujubeln, oder erwartet Ihr einen übermächtigen FCB?

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