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Fünf Dinge, die Pep Guardiola beim FC Bayern München tun/vermeiden sollte

Am heutigen Montag wird der Startrainer beim Triple-Gewinner vorgestellt und eine neue Ära beim FC Bayern einläuten. Trotz der perfekten Saison wird es Änderungen geben.

KOMMENTAR
von Fabio Porta

Um 12 Uhr ist es endlich soweit - Pep Guardiola stellt sich bei seiner ersten Pressekonferenz beim FC Bayern München als neuer Trainer vor. Seit der Bekanntgabe seiner Ankunft wurde viel spekuliert und angenommen, der Hype erreicht einen neuen Höhepunkt. Klarheit über die Art und Weise, wieviel "Pep" er in die Bayern einfließen lässt, werden wir erst nach ein paar Spielen bekommen.

Die spannendste Frage ist und bleibt: Wird Guardiola seine Philosophie durchsetzen? Es wird beteuert, dass "Guardiola nichts an der Philosophie des FC Bayern ändern wird", meinte Karl-Heinz Rummenigge.

Die Taktikspiele mit Pep machen Spaß und eröffnen den Fans und Experten viel Spielraum. Dreierkette, ein Sechser, die "Falsche Neun" - viele Möglichkeiten, die man sich unter Pep vorstellen kann. Oder vielleicht doch ein 4-3-3? Nun, es gibt einige Dinge, die man sich beim FC Bayern vorstellen kann, andere aber auch nicht.

JAVI MARTINEZ SOLL IM MITTELFELD BLEIBEN


Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit gehört Martinez zu den Leistungsträgern bei Bayern. Am Triple-Gewinn hatt er maßgeblichen Anteil - im Mittelfeld. Da Guardiola kein Fan von zwei Sechsern zu sein scheint, ist das die erste Schraube, an der man drehen könnte.

Martinez kann auch in der Innenverteidigung eingesetzt werden, aber ist das die richtige Wahl? Im Mittelfeld antizipiert er Angriffe vom Gegner, bevor sie zustande kommen und stellt die Räume zu. Mit seinem Auge leitet er blitzschnelle Angriffe ein, dazu hält er Schweinsteiger den Rücken derart frei, sodass der Nationalspieler die beste Saison seiner Karriere hinlegte.

Der Spanier ist in der Abwehr neben Dante eine weitere Stütze, vor allem nach dem bitteren Ausfall von Badstuber, aber mit seinen Fähigkeiten wäre er in der Abwehrzentrale verschenkt. Im defensiven Mittelfeld unterstützt er ebenfalls die Abwehr, ist hier aber viel wertvoller.

MARIO GÖTZE NICHT ALS FALSCHE NEUN EINSETZEN


In Barcelona füllte Messi oft diesen Part aus. Mit seiner unglaublichen Torquote konnte man damit auch nicht viel falsch machen. Jeder nimmt an, Götze wird zum "neuen" Messi geformt - dafür wird er in der Spitze eingesetzt.

Die Bayern und Guardiola tun jedoch gut daran, auf einen echten Stürmer zu setzen. Am Beispiel der Spanier gegen Uruguay (Soldado spielte als einziger Stürmer) sah man, dass eine solche Mannschaft den klassischen Stürmer immer noch braucht - das wird sich wegen Messi auch nicht ändern.

Götze gehört ins offensive Mittelfeld, wo er sein Talent, sein Esprit, seine Ideen versprühen und den Stürmer mit Traumpässen füttern kann - und nur im Mittelfeld kann er sich zu dem Spieler weiterentwickeln, der er sein will.

EINEN ABWEHRSPIELER VERPFLICHTEN


In der Abwehr haben die Bayern noch Nachholbedarf. Klar, Boateng und van Buyten haben eine starke Saison gespielt, aber gelingt dies wieder? Vor allem bei van Buyten ist es durchaus fraglich, ob er das Level der letzten Saison halten kann. Bei Boateng schleichen sich nach wie vor leichtsinnige Fehler ein.

Wenn Guardiola Martinez im Mittelfeld behalten will, wird er in der Abwehr nachlegen müssen. Jeremy Mathieu hat seinen Vertrag beim FC Valencia verlängert, Koscielny wäre eine mögliche Option. Ein guter Verteidiger, der auch über Fähigkeiten in der Spielöffnung verfügt, muss her.

Es stehen wieder drei Wettbewerbe an, dazu ist es noch keiner Mannschaft gelungen, den Titel in der Königsklasse zu verteidigen - für die Bayern wird es ohne einen weiteren erstklassigen Verteidiger schwierig.

DIE PHILOSOPHIE DER BAYERN NICHT ÄNDERN


Davor hat man in München am meisten Angst. In Barcelona hatte Pep Guardiola das Sagen und alles bestimmt. Diese Freiheiten hat er bekommen und mit Erfolg zurückgezahlt. Seine bestimmende Art könnte Uli Hoeneß oder Matthias Sammer sauer aufstoßen - nicht nur einmal sah man den Sportdirektor an der Seitenlinie wild gestikulierend.

Ganz besonders sollte er auch darauf achten, "Urgesteine" wie Schweinsteiger oder Lahm nicht zu degradieren. Guardiola stellt nach Leistung auf und schreckt vor keinem Namen zurück. Auch eine Verbannung von Thomas Müller wird der Führungsetage nicht gefallen.

In der Ära Guardiola wird es ganz besonders darauf ankommen, ob die Chemie stimmt - auch wenn der Erfolg da ist. Jupp Heynckes brachte die nötige Erfahrung mit, um damit locker umzugehen, aber hat Pep die auch?

DEN KONKURRENZKAMPF ANHEIZEN


Mit der Verpflichtung von Mario Götze gibt es bereits die Ansage in Richtung Kroos, Robben, Müller und Co. In der letzten Saison hat der Konkurrenzkampf wahre Wunder bewirkt, denn zum Beispiel ein Xherdan Shaqiri glänzte in seinem ersten Jahr bei den Bayern, obwohl er nicht über die Rolle des Edelreservisten hinauskam.

Der Triple-Sieger wird auf dem Transfermarkt noch tätig. Ob nun ein Robert Lewandowski oder Thiago Alcantara kommt, ist nach wie vor unklar und wird man wahrscheinlich erst kurz vor dem Ende der Transferphase erfahren.

Pep Guardiola tut gut daran, den Kader weiter zu verstärken. Nicht jeder Bayern-Spieler wird auf dem Niveau der letzten Saison bleiben, und dann hat der Spanier hungrige, talentierte Spieler auf der Bank, die es besser machen.

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